Künstliche Intelligenz in der Personalabteilung

„Entsteht dadurch nicht mehr Arbeit für die Personalabteilung?“ „Wie ist da die rechtliche Situation? Ich sage nur DSGVO?“ „Könnte man Chatbots auch für die Kommunikation nach innen nutzen und nicht nur für potenzielle Bewerber?“

Diese und mehr Fragen wurden gestellt und eifrig diskutiert beim 13. Roundtable Personal zum Thema „Künstliche Intelligenz in der Personalabteilung“.
 

Die IQDoQ GmbH aus Bad Vilbel hatte eingeladen. Sie selbst bieten unter anderem eine Software für die digitale Personalakte und sind mit dem Thema KI bestens vertraut. Wer sich damit nicht auseinandersetzt verschläft die Zukunft. Frank Rüttger, der Geschäftsführer, stellte in seinen einleitenden Worten fest, dass eine Definition von KI recht schwierig ist und meist sehr theoretisch. Er stellte ein „Periodensystem der Künstlichen Intelligenz“ des Bitkom vor, das sehr hilfreich ist, um Prozesse und Vorgehensweisen praktikabel umzusetzen.


Zwei Beispiele für KI in der Personalabteilung wurden vorgestellt. Jochen Gabrisch, Berater und Coach, arbeitet im Bereich Personalentwicklung unter anderem mit digitaler Sprachanalyse. Diese kann über die Erfassung bestimmter Sprachmerkmale Aussagen über Kompetenzen und Eigenschaften eines Menschen treffen. Die Auswertung kann Einschätzungen darüber abgeben, ob jemand für eine Führungsposition oder für den Vertrieb geeignet ist.

Wie aussagekräftig solche Tools sind, wurde intensiv diskutiert, da man auch bei diesen selbstlernenden Systemen nicht mehr nachvollziehen kann, wie die Software zu dem Ergebnis gekommen ist. Eine Teilnehmerin brachte es auf den Punkt: „Das ist also wie mein Bauchgefühl!“ Einigkeit bestand darin, dass solche Tools immer besser werden und sicher in Zukunft zusätzlich zur Beurteilung in der Bewerbungsphase oder in der Personalentwicklung eingesetzt werden.

Das zweite Beispiel ist der Einsatz von Chatbots auf Karriereseiten. Hier können Stellensuchende bereits Fragen beantwortet bekommen, die ihre Entscheidung, bewerbe ich mich oder nicht, beeinflussen können. Gerade bei umfangreichen Seiten kann dem Suchenden gezeigt werden, welche Stellen auf seine Wünsche zutreffen und es können gleich Fragen zum Bewerbungsprozess beantwortet werden. Jonas Erkel, Account & Marketing Manager bei IQDoQ, stellte den Karriere Chatbot „Dosy“ von Materna, der Muttergesellschaft von IQDoQ vor.


Seine Aussage: „Mit dem Chatbot bekommen Sie nicht unbedingt mehr Bewerbungen, aber vielleicht die besseren“, traf auf große Zustimmung. Ein Chatbot muss immer themenspezifisch programmiert sein, er kann nicht alles und das ist auch nicht gewünscht. Aber er ist 24 Stunden an 7 Tagen in der Woche im Einsatz. Leider haben noch 90% der Unternehmen keinen Chatbot, obwohl ihn 2/3 der Bewerber akzeptieren würden.


Eine anregende Diskussion schloss sich an, auch über die Möglichkeiten Chatbots für den Onboarding Prozess im Unternehmen zu nutzen und Möglichkeiten zur Auswertung welche Fragen besonders häufig gestellt werden, aber bisher nicht beantwortet wurden, um die Technologie weiter zu entwickeln.