„Hinterher fallen mir die guten Argumente ein!“

Ist Ihnen das auch schon mal so gegangen? Sie kommen aus einer angespannten Gesprächssituation, z. Bsp. ein Kunde hat sich beschwert oder Sie mussten einem Mitarbeitenden Ihre Unzufriedenheit in einem Sachverhalt vermitteln. Das Gespräch war anstrengend und eine halbe Stunde später fallen Ihnen lauter gute Argumente und Formulierungen ein, mit denen Sie auf die Vorwürfe oder Entgegnungen Ihres Gegenübers hätten reagieren können.

Warum das so ist, kann die Hirnforschung inzwischen erklären. In einer herausfordernden Situation, in der sich ein Teil von uns unsicher fühlt oder wir verbal angriffen werden, schaltet unser Hirn oder automatisch in den „Überlebensmodus“. Unser „Reptiliengehirn“, das Stammhirn, übernimmt die Steuerung und kennt nur die drei Reaktionsmuster Flucht, Angriff oder Starre. Alle Energie wird auf körperliche Reaktionsfähigkeit ausgerichtet, Denken und innere Prozesse, wie z. Bsp. die Verdauung, werden schlagartig runtergefahren.

Kommen wir einige Zeit nach dem Gespräch wieder in eine normale, nicht angespannte Situation, nehmen die gedrosselten Bereiche wieder ihre übliche Arbeitsintensität auf. Dann können wir auch wieder besser denken. Logik, strategisches Denken, etc. stehen uns wieder zur Verfügung – pro Sekunde können jetzt etwa 2.000 Impulse verarbeitet werden. Jetzt fallen uns die guten Argumente ein, auf die wir während der Situation keinen Zugriff hatten.

Wenn Sie sich dieses uralten Wirkmechanismus bewusst sind, können Sie in schwierigen Gesprächen Pausen und Distanz einbauen, damit der Stress abgebaut wird und das volle Denkpotenzial wieder zur Verfügung steht. Die Chancen auf ein inhaltlich besseres Ergebnis steigen dadurch erheblich. Und geben Sie auch im Rahmen eines Kritikgesprächs Ihrem Mitarbeitenden eine Chance, die Kritik und den dadurch entstandenen Stress zu verdauen. Am nächsten Tag über Vereinbarungen zu sprechen, ist wertschätzend und inhaltlich sehr sinnvoll.

Apropos Hirnleistung: in einer völlig entspannten Situation, wenn Sie „im Flow“ sind, Ihre Kreativität und Intuition spürbar sind, in solchen Momenten kann unser Gehirn etwa 40 Millionen Impulse pro Sekunde verarbeiten! Wie schade, dass wir diese (Denk-)Umstände eher im Privaten suchen als sie für unsere Unternehmen zu nutzen.

Ute Tiegs


Ute Tiegs ist selbstständige Unternehmensbegleiterin und Coach. Durch ihre langjährige Führungstätigkeit als Bereichs- und Personalleiterin kennt sie die Anliegen und Herausforderungen der mittelständischen Unternehmen und ihrer Führungskräfte aus eigener Erfahrung.

 


Ute Tiegs
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