Geänderte Bedingungen für das Transparenzregister

Die Bundesregierung hat für das in 2017 eröffnete Transparenzregister die Bedingungen geändert.

Was ist das Transparenzregister?
Zur Vermeidung von Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung wurde die Plattform am 27.06.2017 eingerichtet, um öffentlich anzuzeigen, wer an einer Gesellschaft beteiligt ist und folglich an dieser profitiert. Dies soll insbesondere bei verschachtelten Holdinggesellschaften für Klarheit sorgen und aufzeigen, wer zumindest 25% an der Gesellschaft beteiligt ist. Sollte die Gesellschaft eine Vielzahl von Eigentümern haben, so kann alternativ auch der Geschäftsführer der Gesellschaft als fiktiver wirtschaftlich Berechtigter hinterlegt werden.

Was ist hat sich nun geändert?
Bislang war es nicht notwendig die Eigentümer (=wirtschaftlich Berechtigten) einer GmbH im Register einzutragen, sofern diese Informationen aus dem Handelsregister oder anderen öffentlichen Registern einsehbar war (Mitteilungsfiktion). Seit Ende Juli wurde diese Mitteilungsfiktion aufgegeben. Nun sind alle eingetragen Rechtsformen wie z.B. Kapitalgesellschaften, Vereine, eingetragene Partnerschaften und Genossenschaften dort zu hinterlegen.

Was ist zu tun?
Über das Portal https://www.transparenzregister.de/ muss bis zum

  • 31.03.2022 für AGs, Trusts, Stiftungen oder Stiftungsähnlichen Gesellschaften
  • 30.06.2022 für GmbHs, Genossenschaften, Partnerschaften
  • 31.12.2022 für alle anderen Gesellschaften


eine Meldung erfolgen, wer der wirtschaftliche Berechtigte der Gesellschaft ist. Wird die Frist versäumt, drohen nach § 56 GWG Geldbußen von 200 € bis zu 1 Mio. €. Ein Umgehen des Transparenzregisters erscheint damit unmöglich.

GbRs, Eigentümergemeinschaften oder Erbengemeinschaften sind nicht eintragungspflichtig und damit von der Meldung befreit. Hier ist nichts weiter zu tun. Sollte die GbR Anteile einer GmbH halten, sind jedoch auch die GbR Gesellschafter für die GmbH als wirtschaftliche Berechtigte zu erfassen.

Wer hilft?
Steuerberatungsgesellschaften dürfen die Meldungen für ihre Mandantschaft abgegeben, dafür fallen Kosten an. Wir weisen darauf hin, dass eine GmbH & Co. KG zwei Meldungen abgeben muss – 1 für die Komplementär- (Verwaltungs-)GmbH und eine für KG..

Welche Kosten fallen noch an?
Da das Transparenzregister zum Bundesanzeiger Verlag gehört, werden unbeachtlich einer erfolgten Meldung jährliche Gebühren fällig. Diese liegen derzeit bei ca. 4,80 € zzgl. USt. Der Bundesanzeiger rechnet aktuell wohl die Jahre 2017 bis 2019 ab und verschickt Rechnungen mit einer Größenordnung von ca. 15 €. Es handelt sich dabei um keinen Fake, sondern um eine übliche Rechnung, welche zeitnah zu begleichen ist.

Für weitere Rückfragen wenden Sie sich bitte an Ihren Steuerberater oder direkt an das Transparenzregister https://www.transparenzregister.de/


Der Text wurde freundlicherweise von der Steuerkanzlei BSU Linkmann, Bad Nauheim, zur Verfügung gestellt. Herzlichen Dank dafür.