Coole Einblicke

Zu Gast beim EC Bad Nauheim: Was Unternehmer von der Trainings- und Motivationsstrategie der Roten Teufel lernen können

Der EC Bad Nauheim: 5 Jahre Mitglied im BVMW

Eishockey, diese temporeiche, körperbetonte Sportart ist aus unserer Region nicht wegzudenken! Wer in der Wetterau von Eishockey spricht, der meint selbstverständlich den EC Bad Nauheim. Seit 1946 verbindet eine ganz besondere Leidenschaft die Kurstadt mit dem schnellsten Mannschaftssport der Welt.

Emotion pur: Ein Team – ein Ziel – ein Spiel
Der EC Bad Nauheim ist mega erfolgreich in die laufende Saison gestartet und steht aktuell auf Platz 2 der Liga. Das Team ist eine eingeschworene Truppe, hoch motiviert und wild entschlossen, in der DEL2 ganz vorne mitzumischen. So positiv sah die Entwicklung allerdings nicht immer aus. Was ist also dieses Mal anders? Eine von vielen Fragen, die Harry Lange, Cheftrainer der Roten Teufel, den Unternehmern beantwortete, als der BVMW am Montag zu Gast beim EC Bad Nauheim war. Zunächst aber führte Dag Heydecker (Geschäftsleiter Marketing, Vertrieb, Öffentlichkeitsarbeit) durch das Stadion und gab einen kurzen Überblick über die Geschichte des 75 Jahre alten Stadions. Im Moment profitiert der Club davon, dass es nach drei Seiten offen ist, so können mehr Zuschauer hinein. Trotzdem denkt man über Veränderungen nach, denn das Stadion ist nicht mehr zeitgemäß für den Profisport und ohnehin zu klein, da ja noch andere Eissportarten in Bad Nauheim trainiert werden. Die Gedanken kreisen um eine Vergrößerung, einen Neubau in Form einer Multifunktions-Arena, die auch für den Breitensport und andere Veranstaltungen genutzt werden könnte. Zurück zu Trainer Harry. Er gab den Unternehmern ganz persönliche Einblicke in seine Trainingsstrategie: Wie bilde ich ein Team? Wie motiviere und begeistere ich es? Wie mache ich aus einem Team eine verschworene Gemeinschaft? Wie bereite ich das Team auf ein Spiel vor? Beim Eishockey gilt das Leistungsprinzip. Deshalb muss die Leistungskurve so hoch wie möglich verlaufen. Dabei ist eine konstante Leistung wichtig. Wer heiß aufs Eis ist und sich „reinhängt“, wird belohnt – mit Eiszeit. Das entscheidet er von Spiel zu Spiel.

Worauf kommt es ihm an, worauf legt er besonderen Wert? Zum einen müssen die Spieler schnell auf den Schlittschuhen sein. Zum anderen müssen die Jungs charakterlich passen. Bei potenziellen neuen Kandidaten checkt er zunächst die Eckdaten. Dazu wirft er einen Blick in ein Internetportal (www.eliteprospects.com), in dem rund 820.000 Spielerprofile gelistet sind. Hier bleibt rund um die spielerischen Stärken und Schwächen nichts verborgen. Die Website informiert auch über zuletzt abgeschlossene Transfers, Gerüchte und weiteres. Um dann herauszufinden, wer menschlich und charakterlich zum Team und zum Verein passt, sind viele Gespräche und ein persönlicher Eindruck nötig. Ein ganz wichtiger Aspekt ist, dass die Spieler alle intrinsisch motiviert sind. Dazu gehört auch Arbeitsmoral, Disziplin und Puck Management. Da ist jeder für sich selbst gefordert. Wichtig ist Harry Lange, ehrlich mit den Spielern umzugehen und sie fair zu behandeln. Es müssen auch die Randbedingungen jenseits der Eisfläche stimmen, „aber allen recht machen kannst Du es nicht“, weiß Harry. Und wie schaut’s mit der Teambildung aus? Lange wird von einem Leadershipteam, bestehend aus sechs Spielern, unterstützt. Auch die Gruppendynamik spielt eine Rolle. Für die Teambildung sind Trainingslager von Bedeutung. Um die Moral der Truppe zu stärken, sind Kabinenfeste sehr beliebt. Die Unternehmer gewannen coole Einblicke, die sie in der anschließenden angeregten Diskussion noch vertieften.

5 Jahre Mitglied im BVMW
Am Ende des spannenden Vortrags gab es noch eine kleine Überraschung. Dag Heydecker und Harry Lange freuten sich, als Malu Schäfer ihnen den berühmten Pokal für fünf Jahre Mitgliedschaft im BVMW überreichte.


(Text und Bild Annette Windus, Redaktionsbüro Wortschatz)