Frau macht Politik

Business Dinner im Teichhaus: Lena Herget-Umsonst, Bürgermeisterin von Reichelsheim über die Herausforderungen im politischen Amt

Sich einmal ungezwungen, ohne Agenda mit anderen Unternehmerinnen und Unternehmern auszutauschen, sich in persönlicher Atmosphäre bei einem Drei-Gang-Menü besser kennenzulernen, um intensiver netzwerken zu können – das war die Intention des BVMW Business Dinners, das im September im Teichhaus Bad Nauheim stattfand. Sebastian Dieckhoff und sein Team zauberten für die BVMW-Gäste einen feinen Gaumenschmaus, der keine Wünsche offen ließ. Auf die Gaumenfreuden folgte die Dinnerspeech von Lena Herget-Umsonst zum Thema „Frau macht Politik – die Herausforderungen im politischen Amt".

 

„Heimat ist für mich ein Ort, an dem man Dinge mitgestalten kann“


Im Wetteraukreis haben 28 % der Kommunen eine Frau an ihrer Spitze, der Schnitt in Deutschland liegt bei gerade einmal 9 %. Lena Herget-Umsonst ist 34 Jahre alt und seit zwei Jahren Bürgermeisterin von Reichelsheim. Wie kommt man in so jungen Jahren auf die Idee, Bürgermeisterin zu werden? Lena Herget-Umsonst liebt ihren Heimatort und hat schon früh angefangen, sich zu engagieren. Mir ihrer Leidenschaft für Politik, Verwaltung, Vereinsleben und Ehrenamt hat sie dann auch folgerichtig Politikwissenschaften und Soziologie studiert und in der Kommunalpolitik und der Stadtverwaltung gearbeitet. Seit November 2020 macht sie sich im Bürgermeisterinnenamt stark für ihre rd. 7.000-Seelengemeinde. Mit ihrem Wissen und ihren Erfahrungen fokussiert sie sich voll und ganz auf die Belange ihrer Heimatgemeinde, wenn es darum geht, das Ehrenamt zu stärken, die Ortskerne zu beleben und die Wirtschaft zu fördern.

Unternehmen in der Kommune unterstützen
Wirtschaftsförderung ist Chefsache! Lena Herget-Umsonst ist flexible, unbürokratische und kompetente Ansprechpartnerin für die bereits ansässigen Firmen in Reichelsheim. Bestandspflege ist das A und O. Daher haben alle Unternehmen ihre Telefonnummer und bekommen sofort einen Termin. Die Betreuung vorhandener Firmen hat bei ihr Vorrang. Neben der Bestandspflege gehört für sie auch eine ausgewogene, durchdachte Ansiedlungspolitik dazu, sagt sie im Hinblick auf das Gewerbegebiet in Ortsteil Weckesheim. Es geht ihr darum, gute Standortbedingungen bieten und Erweiterungsmöglichkeiten bereithalten zu können, auch wenn Reichelsheim keinen Autobahnanschluss zu bieten hat. Mit der Nachbargemeinde Wölfersheim, direkt an der A45 gelegen, will und kann sie nicht konkurrieren. „Wir haben stattdessen einen Flugplatz, der ein wichtiger Verkehrslandeplatz ist, wenn es z.B. um Organtransporte geht“, weiß sie um das Alleinstellungsmerkmal ihrer Gemeinde.

Erfahrungen im Wahlkampf und im politischen Amt
Die Bürgermeister-Kandidatur während der Corona-Pandemie sei eine Herausforderung gewesen, erinnert sie sich. Größere Werbeveranstaltungen waren nicht möglich. Von Haustür zu Haustür sei sie gegangen, um sich vorzustellen. Immer mit dem nötigen Abstand, doch stets bemüht, nicht unnahbar zu sein. Geworben habe sie auch mit Bannern auf Strohballen am Wegesrand. Schließlich konnte sie mit ihrem Programm, aber auch mit ihrer Persönlichkeit überzeugen und die Wahl zur Bürgermeisterin für sich entscheiden.

Es war ein gelungener Abend bei hervorragendem Essen aus der Teichhaus-Küche, einem interessantem Vortrag zum Thema „Frau macht Politik“ und angeregten Gesprächen.


(Text Annette Windus, Redaktionsbüro Wortschatz, Foto: Claudia Claussen)