Die Regel ist: es gibt keine Regel

Es gibt diesen Satz, den wir alle schon zig Male in unserem Leben gehört haben: Als Kind. Als Teenager. Als Erwachsene. Im Job. Im Privatleben.

Wir hören es von anderen, aber auch unsere eigene Stimme textet uns damit ständig zu: Das macht man doch nicht!

„Sich an Regeln und Gesetze zu halten, bloß nichts falsch machen ist unnötig und anstrengend“, so die Referentin Henriette Frädrich in ihrem Vortrag beim Workshop „Profession Unternehmerin – das macht frau doch nicht!“ Alle erfolgreichen und glücklichen Menschen leben nach eigenen Regeln. Ihr Motto: Ich mach das so, wie ich das für richtig halte.
Wir können viel von ihnen lernen: Über Führung. Über Mitarbeiter-Motivation. Über Kreativität. Über Willen. Über wahre Leidenschaft. Innovation. Spaß. Risiken eingehen. Respekt. Regeln brechen. Und immer wieder zu sagen: Das macht man nicht?! Na klar macht man das. ICH mache das! WIR machen das! Wenn es uns egal ist, was andere denken, bringt das enorme Freiheiten. Nur wer Regeln bricht wir weiterkommen, wird kreativ und innovativ.

Der Workshop war ausgebucht, 14 Unternehmerinnen erfuhren von Frädrich, dass es immer etwas bringt, bestehende Systeme und Wahrheiten zu hinterfragen. Es gibt keine feststehenden Wahrheiten, Wahrheiten ändern sich ständig. Ein schönes Beispiel ist die Auffassung von Charles H. Duell (US-Patentamt 1899!): „Es gibt nichts Neues mehr. Alles, was man erfinden kann, ist schon erfunden worden.“ Er irrte, wie wir wissen, seither ist sehr viel Neues erfunden worden von Menschen, die Regeln brachen, die etwas einfach versucht haben, wenn andere behaupteten: Das geht doch gar nicht!

Frädrich machte Mut zum Fehlermachen, Fehler bringen uns weiter Denn wie sollen wir Neues wagen, ohne ausprobieren und auch zu scheitern und daraus zu lernen? Ganz wichtig war ihr zu sagen: „Egal was ihr macht, macht es mit Herz. Tut Gutes für die Menschen und für euch!“

In der anschließenden Gruppenarbeit wurde heiß diskutiert über die 9 Regeln zum Regelbrechen von Frädrich. Alle Unternehmerinnen kannten Situationen, in denen Sie selbst als Regelbrecherinnen auffielen. „Einiges was Frau Frädrich sagte war neu und vieles auch bekannt, aber es noch mal aus einer anderen Perspektive zu hören, sich darüber auszutauschen mit anderen Unternehmerinnen, gab eine andere Sichtweise und machte Mut, noch mehr Regeln zu brechen“, so eine Teilnehmerin.

„Insbesondere für Frauen ist es wichtig, von ausgetretenen Pfaden abzuweichen und sich von fremden Meinungen freizumachen“, so FAB-Geschäftsführerin Karin Frech. "Denn noch immer werden Mädchen eher auf Zurückhaltung und Harmonie getrimmt, während Jungs früh in Konkurrenz gehen. Kein Wunder, dass wir Frauen uns schwertun, die gläserne Decke zu durchstoßen."

„Die Reihe Profession Unternehmerin, die im letzten Jahr begann, wird natürlich 2020 fortgesetzt. In jedem Vierteljahr werde ich einen Besuch bei einer Unternehmerin organisieren. Wir wollen das Unternehmen kennen lernen und natürlich die Unternehmerin. Netzwerken auch mal nur unter Frauen ist wichtig und sinnvoll“, so Malu Schäfer, die Leiterin des BVMW Region Wetterau.