SPAU – die erste archäologische Firma mit Betriebsrat

Einen Betriebsrat zu haben ist eine gute Sache – nicht nur für die Belegschaft

In der freien Wirtschaft hat jeder, der in einer Firma mit fünf oder mehr Beschäftigten arbeitet, das Recht einen Betriebsrat zu gründen. Allerdings: Weniger als 10 % aller betriebsratsfähigen Betriebe in Deutschland haben einen Betriebsrat. Häufig stößt der Wunsch, einen Betriebsrat zu gründen, auf Geschäftsführungsebene auf heftigen Widerstand. Nicht so bei Sascha Piffko und seiner SPAU GmbH, die sich mit archäologischen Untersuchungen und Ausgrabungen befasst. Bei SPAU wurde am Jahresanfang ein Betriebsrat gegründet und am 29. April Hendrik Hofmann zum Betriebsratsvorsitzenden gewählt. Ihm zur Seite stehen Dr. Regine Müller und Olaf Krause. Der Impuls, einen Betriebsrat gründen zu wollen, ging von der Belegschaft aus, die zurzeit aus 46 Mitarbeitern besteht. „Sascha Piffko ist ein sozial engagierter Mensch. Er stand unserem Wunsch nach Gründung eines Betriebsrats positiv und offen gegenüber und hat uns bei der Umsetzung sofort unterstützt“, lobt der BR-Vorsitzende Hendrik Hofmann seinen Chef. Der Betriebsrat ist für die Einhaltung von Vorschriften (insbesondere zum Schutz von Arbeitnehmern) zuständig und gestaltet betriebliche Entscheidungen zum Wohle der Belegschaft – aber auch des Betriebes – mit. Die klassische Win-Win-Situation.

„In meinem Betrieb einen Betriebsrat zu haben, war für mich eigentlich immer ein Wunsch“, äußert sich der Geschäftsführer zur Gründung. Er sieht im Betriebsrat eine große Entlastung in vielerlei Hinsicht: „Kritische Entscheidungen muss ich nicht mehr alleine treffen, kann mich moralisch besser absichern, und Konflikte in der Firma muss ich nicht mehr selbst schlichten. Auch im Bereich Arbeitssicherheit werden natürlich Aufgaben vom Betriebsrat wahrgenommen, der unseren Sicherheitsbeauftragten unterstützt.“ Arbeitssicherheit bei Grabungen ist ein großes Thema bei SPAU, sagt dann auch Hendrik Hofmann. Um den Hygienebedingungen coronakonform gerecht zu werden, wurden draußen Waschstationen errichtet. Viele SPAU-Mitarbeiter und auch Firmenchef Sascha Piffko sind zertifizierte Mitglieder in der CIfA Deutschland German Group, dem Berufsverband für Archäologie. Mitglied bei CIfA (Chartered Institute for Archaeologists) zu sein ist gleichbedeutend mit einem Gütezeichen für archäologische Dienstleister. Denn CIfA setzt als Berufsverband hohe fachliche und ethische Standards und fordert von seinen akkreditierten Mitgliedern deren Einhaltung. Vor der Gründung des Betriebsrats war Sascha Piffko wichtig, SPAU vom Einzelunternehmen zur GmbH zu transformieren. Denn so lange er als Privatperson das gesamte unternehmerische Risiko tragen musste, wollte er nicht personelle Entscheidungen in andere Hände geben.


Firmeninfo
SPAU GmbH
(Sascha Piffko – Archäologische Untersuchungen)
In den Hirschgärten 1
35516 Münzenberg
0173-6041067
06004-6946738
www.SPAU-Ausgrabungen.de

 

(Text: Annette Windus, Redaktionsbüro Wortschatz)