Aus Ortenberg in die weite Welt

Wetterauer FDP besucht RB Solutions GmbH & Co. KG in Ortenberg

Der Wetterauer FDP-Landtagsvizepräsident Dr. h.c. Jörg-Uwe Hahn hat gemeinsam mit der FDP-Kreistagsabgeordneten und Kandidaten für die Bundestagswahl im Herbst, Andrea Rahn-Farr, und dem ehrenamtlichen Kreisbeigeordneten Wolfgang Patzak die RB Solutions GmbH & Co. KG in Ortenberg besucht, um sich mit Geschäftsführer Jörn Reichel und der Vertreterin vom Bundesverband mittelständischer Wirtschaft (BVMW), Malu Schäfer, über die aktuellen Herausforderungen des mittelständischen Traditionsunternehmens aus Ortenberg-Lißberg auszutauschen.

„Unser Unternehmen bietet einen breiten Leistungsumfang an. Wir sind im Bereich des Engineerings tätig und können Handwerk und Industrie unter einem Dach vereinen, indem wir für unsere Kunden beispielsweise neben der planerischen Entwicklung auch Montage-, Schweiß-, Fräs- und Dreharbeiten anbieten. Zudem können wir Oberflächenbearbeitungen und Tieflochbohrungen durchführen. Technische Lösungen und die Fertigung aus einer Hand ist unsere Firmenphilosophie“, erklärte Reichel das Angebot von RB Solutions, das bereits 120 Jahre am Standort Ortenberg tätig ist, rund 120 Mitarbeiter beschäftigt und 2019 einen Jahresumsatz von rund 20 Millionen Euro erzielte. Neben der Verpackungsindustrie sei das Unternehmen auch in weiteren Branchen, wie beispielsweise die Beschichtungstechnik, die Displaytechnik, die Lithographie oder der Medizintechnik tätig.

„Solche Mittelständler wie die RB Solutions GmbH sind für unser Land, aber auch für unsere Wetterau und den Vogelsberg, unverzichtbar. Eigentümer geführte Betriebe sind der Motor unserer Wirtschaft, aus diesem Grund muss die Politik sich künftig endlich wieder dafür einsetzen, diese auch zu fördern und nicht mit überbordender Bürokratie zu gängeln“, sagte FDP-Politiker Hahn.

Auch für Malu Schäfer vom BVMW ist klar: „Wenn uns die Welt um etwas beneidet, dann ist es der deutsche Mittelstand. Er ist Innovations-, Technologie- und Wirtschaftsmotor Deutschlands. Er erfindet sich ständig neu und steht für das internationale Qualitätsmerkmal ´Made in Germany´ ein.“

Auf die Frage von Andrea Rahn-Farr, wie das Unternehmen die derzeitige Corona-Krise bisher überstanden habe, antwortete Geschäftsführer Reichel: „Mitte 2020 mussten wir leider für unsere Beschäftigten Kurzarbeit anmelden, diese dauert bis heute an. Durch die Hilfspakete von Bund und Ländern wurde unser Unternehmen unterstützt. Aufgrund positiver Entwicklungen insbesondere im Bereich der Displaytechnik hoffen wir, in wenigen Monaten die Kurzarbeit endlich beenden zu können.“

Eine große Herausforderung für das Unternehmen sei der Fachkräftemangel. Viele Fachkräfte würden die Region verlassen. „Ich möchte eine Debatte anstoßen, da es im Bereich der Fachkräfteentwicklung hier in der Region große Defizite gibt. Die Bewerberquote geht stark zurück, zudem nutzen viele Fachkräfte die Unternehmen unserer Region als Sprungbrett für weiterführende Maßnahmen wie die Technikerschule in Butzbach oder ein Studium. Diese können ohne jegliche Berufserfahrung - teilweise kostenlos - wahrgenommen werden. Erschwerend kommt hinzu, dass sich die die Schulen und Berufsschulen qualitativ verschlechtert hat. Insbesondere fehlt es den Absolventen oft an praktischen Erfahrungen, da die Praxisphasen zu kurz sind, um überhaupt als ´Fachkraft mit Erfahrung´ registriert zu werden“, kritisiert Reichel. Diese Idee will Rahn-Farr im FDP-Bundestagswahlkampf auch regional aufgreifen. Andererseits lobte Reichel die Arbeit der Technikerschule in Butzbach und der THM. „Einige unserer Mitarbeiter haben dort eine jeweils gute Ausbildung genossen. Es waren aber diejenigen, die vorher fünf Jahre praktische Erfahrungen gesammelt haben!“ so Reichel.

„Wenn unsere heimischen Unternehmen die Ausbildungsqualität an den hiesigen Berufsschulen kritisieren, ist dies ein ernstzunehmendes Alarmsignal. Die Aufgabe der Berufsschule muss es sein, den Auszubildenden im dualen System die Grundlagen des Berufes gut zu vermitteln und so Arbeitskräfte zu entwickeln, welche die Herausforderungen von Morgen gerecht werden. Sowohl die schwarz-grüne Landesregierung als auch die große Koalition hier in der Wetterau müssen sich dringend dafür einsetzen, dass unsere Bildungslandschaft eine Qualitätssteigerung erfährt. Dazu gehört sowohl eine gute Personalausstattung als auch eine gute technische Versorgung mit den modernsten Maschinen und digitalen Endgeräten für jeden Lehrer und Schüler“, so die heimischen FDP-Kommunalpolitiker Rahn-Farr und Patzak.

Reichel wünscht sich auch ein besseres Vorankommen in der Digitalisierung, um den Wirtschaftsstandort zukunftsfit zu machen und führt ein konkretes Beispiel an: „Der digitale Impfpass Israels hat hier in Deutschland keine Gültigkeit. Wenn Geschäftspartner aus Israel zu uns reisen, müssen sie trotz vollständiger Impfung die umständlichen Corona-Einreisebedingungen beachten.“

„Deutschland hat die Digitalisierung auf allen Ebenen verpasst, das ist ein großes Versäumnis. Sowohl die Bundes- als auch die Landesregierung müssen sich nun dafür einsetzen, dass die Digitalisierung vorangetrieben wird und der Rückstand zu anderen Nationen aufgeholt wird. Selbstverständlich muss auch Anerkennung von internationalen Impfpässen schnell realisiert werden“, so der ehemalige Justizminister Dr. h.c. Jörg-Uwe Hahn abschließend.


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