Alles eine Frage der Perspektive

Kommunikationstransformer Andreas Bellof über das Phänomen „Warum wir uns in Krisen häufig selbst im Weg stehen …“

Bei der 23. Auflage des First Tuesday, der noch einmal online stattfand, war Andreas Bellof, Kommunikationstransformer aus Rosbach, zu Gast und gab den rund 20 Teilnehmern Tipps, wie man in Krisenzeiten mit dem Gefühl von Ohnmacht und Überforderung umgeht, ohne sich selbst ein Bein zu stellen.

Der Verstandesmensch, wie Andreas Bellof selbst über sich sagt, spricht aus eigener Erfahrung. „Wenn wir uns nur damit beschäftigen, was wir nicht wollen, kriegen wir genau das!“, so seine Erkenntnis. Seine persönliche Wende kam vor einigen Jahren, als er sich die Frage stellte: „Stehe ich mir etwa selbst im Weg und warum?“

Menschen versuchen, auf eingefahrenen Gleisen davonzulaufen, weil von hinten ein Zug angerauscht kommt, der sie zu überrollen droht. Sie rennen immer schneller und hoffen auf Rettung in Form einer Weiche, an der sie abbiegen können. Was aber, wenn keine Weiche kommt, oder der Zug an der Weiche dieselbe Richtung nimmt? Es ändert sich nichts! Es hilft nicht, schneller zu laufen, sich noch mehr Mühe zu geben, sich noch mehr anzustrengen, wenn wir auf dem falschen Weg sind, uns das falsche Ziel gesteckt haben. Oder uns nicht klar darüber sind, welches Ziel bzw. wessen Ziel wir erreichen wollen. „Frage dich, wenn du das Ziel trotz aller Mühen nicht erreichst, ob es überhaupt DEIN Ziel ist“, rät Bellof. Er zeigte anhand des Pareto-Prinzips auf, wo das Problem liegt: 80 % der Ergebnisse können mit 20 % des Gesamtaufwandes erreicht werden. Die verbleibenden 20 % der Ergebnisse benötigen mit 80 % die meiste Arbeit. Wenn wir aber anstatt mehr Kraft aufzuwenden einen energiesparenden Perspektivwechsel vornehmen, ist es möglich, ein Verhältnis von 64 zu 4 % und schlussendlich 51 zu 0,8 % zu erreichen. Der Coach rät: „Gebt euch weniger Mühe, entspannt euch und sucht nicht die Nadel im Heuhaufen.“

Jede Krise sei in ihrem Ursprung eine Wahrnehmungskrise!, so Bellof. Man könnte also sagen – alles eine Frage der Wahrnehmung, wenn wir eine Lage als schwierig, eine Situation als kritisch und eine Entwicklung als gefährlich einschätzen. Letztlich ist es ein Sammelsurium aus Bewertungen, Beurteilungen und Einschätzungen, das uns in eine emotionale Falle tappen lässt. Spätestens jetzt ist es Zeit, einmal aus dem Hamsterrad auszusteigen und einen Schritt zur Seite zu treten. Solch ein Perspektivwechsel bringt wortwörtlich völlig andere Ansichten ans Licht. Einfach einmal nichts bewerten und beurteilen, einfach einmal eine Situation nur anschauen.

Um einen Perspektivwechsel vorzunehmen, gibt es verschiedene Möglichkeiten. Eine davon stellte Andreas Bellof vor und nahm die Teilnehmer virtuell mit auf eine „mentale Reise“, bei der jeder für sich herausfinden sollte, was er in den nächsten vier Wochen erreichen will. Am Ende der Reise war es minutenlang mucksmäuschenstill. Doch schon kurz darauf entwickelte sich eine angeregte Diskussion und ein inspirierender Gedankenaustausch. Die Teilnehmer waren von Andreas Bellof begeistert und bescheinigten ihm große Authentizität.

Zum Schluss gab er den Teilnehmern noch mit auf den Weg: „Wenn Veränderung passiert, lass es zu. Kopf aus – Herz an!“ Fazit: Seid glücklich und selbstbestimmt.



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Andreas Bellof
Gutenbergstraße 6a
61191 Rosbach
Tel.: 06007 / 5 38 97 80
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(Text und Foto: Annette Windus, Redaktionsbüro Wortschatz)