Wie definiert man Erfolg?

Erfolgreich wirtschaften ohne ständige Gewinnmaximierung: Karin Frech, FAB gGmbH, Friedberg

FAB – diese drei Buchstaben stehen für „Frauen – Arbeit – Bildung“. Die FAB gGmbH mit aktuell 400 Mitarbeiterinnen hat sich im Laufe der Jahre kontinuierlich zur größten Bildungsträgerin im Wetteraukreis entwickelt. FAB verbindet ... Wirtschaft und Politik ... Professionalität und Ehrenamt ... Nationalitäten und Kulturen ... Lebenswelten und Generationen ... Familie und Beruf ... Werte und Erfolg ... Leib und Seele.

Die Geschicke des Unternehmens leitet seit Anfang 2009 Karin Frech. Die gebürtige Büdingerin hat vielseitige berufliche Erfahrungen: von selbstständiger Beratertätigkeit und Coaching im Personal- und Marketingbereich über verantwortungsvolle Positionen im Projekt- und Kostenmanagement unterschiedlicher Unternehmen bis hin zum Aufbau und der Steuerung gemeinnütziger Organisationen. Als sie damals die Geschäftsführung übernahm, befand sich das Unternehmen in einer schwierigen Phase. Diese war von drastischen Einschnitten und vielen Veränderungen geprägt. Es seien schwierige und zum Teil unpopuläre Entscheidungen zu fällen gewesen, lässt sie die Vergangenheit Revue passieren. Dennoch hat sie es in all den Jahren ihres Wirkens verstanden, mit ihrer entschlossenen Art, strategischem Geschick sowie Kommunikationsstärke und Einfühlsamkeit die FAB zu einer breit aufgestellten, mittelständischen Sozial-Organisation aufzubauen. Auch die Lockdownzeiten während der Corona-Pandemie habe die FAB relativ gut überstanden.


Was ist bei FAB anders?
Ein wichtiger Aspekt ist die Tatsache, dass FAB unter dem Dach des Paritätischen Wohlfahrtsverbands keinen Strategien zur Gewinnmaximierung unterliegt und gestalten kann, ohne das Profitbedürfnis von Aktionären stillen zu müssen. „Das Geld, das FAB einnimmt, kann dadurch immer wieder in die Mitarbeiter und die Region investiert werden“, erklärt die Geschäftsführerin. „Mir war es immer wichtig, dass wir gemeinsam mit unserer Belegschaft etwas für die Menschen in der Region tun", sagt sie. Seien es die Schüler, die von den FAB-Schulbegleitern gut betreut werden, oder diejenigen, die im Haushalt durch "FABiS" Unterstützung erhalten, oder zahlreiche Kinder in den Kindergärten und Schulen, die das Essen aus der "KochFABrik" erhalten.


10 Jahre Mitglied im BVMW
Karin Frech ist es wichtig, nah an der Wirtschaft zu sein. Ihr ist es ein Anliegen, Soziales und Wirtschaft zusammenbringen. Denn ein Teilbereich der FAB ist es, Frauen und Benachteiligte auf ihrem Weg in ein erfülltes Erwerbsleben zu unterstützen. Und sie ist überzeugt: „Der Mittelstand ist bereit, mit Menschen zu arbeiten, die nicht dem Ideal entsprechen.“ Der BVMW bietet so die ideale Plattform für eine Symbiose. Gerne erinnert sie sich an gemeinsame Veranstaltungen, wie bei Ille Papierservice, die seinerzeit ein voller Erfolg war. Die Kooperation mit Malu Schäfer sei ein Gewinn, versichert sie.

Die Säulen des erfolgreichen Wirtschaftens hat sie in ihrem Buch „Nicht ohne meine Werte“ veröffentlicht. Darin erläutert sie, dass wertebasiertes, menschenorientiertes Wirtschaften in Kombination mit einer guten und zielorientierten Führung Unternehmen nachhaltig zum Erfolg führt. „Unternehmen gut zu führen bedeutet nicht, ständig Wachstum zu erzeugen“, ist sie überzeugt. Gewinnmaximierung sei „das Übel unserer Zeit“.

„Frauen in Führungspositionen denken nachhaltiger“, sagt Frech, die sich für Frauenrechte engagiert. Wichtig sei ein guter Mix aus Männern und Frauen in Führungspositionen, der Weg bis dorthin aber noch weit. Ihre Botschaft geht aber über das Frauenthema hinaus: „Allen Menschen eine gleichberechtigte Teilhabe in unserer Gesellschaft zu ermöglichen, ist die wichtigste Motivation für mich.“


Firmeninfo
FAB gGmbH

Frauen • Arbeit • Bildung
Grüner Weg 8
61169 Friedberg
Tel: 06031 693719-0
Fax: 06031 693719-29
E-Mail: info@fab-wetterau.de
www.fab-wetterau.de

 

(Text: Annette Windus, Redaktionsbüro Wortschatz)