Gehaltsverhandlungen in Zeiten von Warnstreiks und Corona

Ein Interview mit Noah Fleischer, stellvertretender Geschäftsführer bei unserem Mitgliedsunternehmen der LUB GmbH aus Mannheim, zum Thema Gehaltsverhandlungen in Zeiten von Warnstreiks und Corona-Krise.

Noah Fleischer LUB

"So gestalten Mittelständler Gehaltsverhandlungen fair und (kosten)effizient"

Interview zum Thema PayAnalytics zwischen Noah Fleischer (im folgenen NF) und Christiane Herbrand (im folgenden CH).

Noah Fleischer ist stellvertretender Geschäftsführer der LUB GmbH - Linguistische Unternehmensberatung in Mannheim und verantwortlich für Strategie & Data Analytics. LUB wurde 2015 als erste linguistische Unternehmensberatung Deutschlands gegründet und ist spezialisiert auf innovative KI-gestützte Beratung u. a. in den Bereichen Human Resources & Gender. Gemeinsam mit ihrem Software-Partner PayAnalytics macht LUB Gehälter in Unternehmen fairer und transparenter.

CH: Herr Fleischer, wo sehen Sie die Herausforderungen für Gehaltsverhandlungen in der aktuellen Wirtschaftssituation?

NF: Vor allem in den Coronakrise müssen viele Unternehmen noch stärker zwischen Lohnkosten und Fachkräftegewinnung abwägen. Während aus unternehmerischer Sicht Lohnkosten in der Krise begrenzt werden müssen, fordern Arbeiternehmer*innen und insbesondere Talente auch 2020 Gehaltssteigerungen, der öffentliche Dienst geht jetzt sogar in Warnstreiks. Unsere Erfahrung zeigt, dass faktenbasierte Gehaltsverhandlungen mehr Transparenz und Vertrauen in faire Löhne schaffen. Die Gehaltsverhandlungen verlaufen disziplinierter und insbesondere Ausreißer nach oben, also besonders hohe Gehaltssteigerungen, werden nachweisbar begrenzt, was eine aktuelle Studie der Harvard Business School zeigt.

CH: Sorgt im Mittelstand nicht der direkte Kontakt zwischen Führungskräften und Mitarbeiter*innen automatisch für faire Löhne? Warum braucht es eine Softwarelösung?

Ganz im Gegenteil: Gerade im Mittelstand und in Tätigkeitsbereichen ohne Tarifbindung beobachten wir besonders große Lohnunterschiede. Insbesondere wenn verschiedene Bereichsleitungen unterschiedliche Verhandlungsstrategien verfolgen, fehlt oft eine einheitliche Richtlinie oder wird nicht eingehalten. Dabei passiert es nicht selten, dass bei einer Stelle mit gleichem Titel und Aufgabenbereich am Ende der Verhandlung sehr unterschiedliche Gehälter herauskommen. Deshalb stellen LUB und PayAnalytics der Geschäftsführung und der Personalabteilung einen übergreifenden Bericht zur Verfügung und bieten zusätzlich KI-unterstütze Vorschläge bzgl. fairer Löhne für vergleichbare Tätigkeiten an. Die Mitarbeiter*innen gewinnen dadurch Vertrauen in ein gerechtes Lohngefüge ihrer Organisation und die Personalabteilung kann schneller eingreifen, wenn einzelne Führungskräfte in den Verhandlungen stark vom vorgeschlagenen Gehalt abweichen. Als besonderes „German-Feature“ wurde die Software zusätzlich um die Funktion für Auskünfte nach dem Entgelttransparenzgesetz erweitert.

CH: Gibt es denn bereits Kund*innen, die erfolgreich mit PayAnalytics arbeiten?

NF: PayAnalytics kommt aus dem skandinavischen Markt, dort wird Lohngerechtigkeit gesellschaftlich als besonders wichtig empfunden. Mit der Software werden jedoch bereits Gehaltsdaten von über 2.000.000 Mitarbeiter*innen in über 25 Ländern und aus über 100 Unternehmen analysiert. Neben der gewonnenen Fairness berichten Kund*innen vor allem auch von Effizienzgewinnen bei Stellenbesetzungen und Gehaltsverhandlungen, z.B. der größte isländische Energieversorger „Rejkjavik Energy“. Mit diesen Vorteilen wollen wir als LUB auch den deutschen Mittelstand überzeugen.

CH: Bald stehen in vielen Unternehmen Jahresabschlussgespräch an, kann Ihre Lösung dafür bereits eingesetzt werden?

Die Implementierung der Software kann innerhalb eines Monats abgeschlossen werden, dank einer flexiblen Anbindung und einer DSGVO-konformen Private-Cloud-Solution. Damit können Unternehmen noch im Jahr 2020 von den Vorteilen profitieren.

Über LUB:

LUB ist die erste linguistische Unternehmensberatung Deutschlands. 2015 als Spin-off der Universität Heidelberg gegründet und seitdem mehrfach ausgezeichnet arbeitet LUB überwiegend für DAX-Konzerne und große öffentliche Organisationen. LUB ist spezialisiert auf innovative KI-gestützte Beratung in den Bereichen Nachhaltigkeit & Corporate Social Responsibility, Human Resources & Gender (dr.fem.FATALE) sowie Mensch-Maschinen-Kommunikation. Das zehnköpfige Beratungsteam vereint Erfahrungen aus Strategieberatung, Psychologie und (Gender-)Linguistik.

 

Zitat Reykjavik Energy