Digitalisierung beginnt in den Köpfen!

Agil führen, e-learning, digitales Personalmanagement plus Förderprogramme

Die größte Gefahr in Zeiten des Umbruchs ist nicht der Umbruch selbst, sondern ihm mit veralteter Logik zu begegnen.
Peter Drucker, Pionier der modernen Managementlehre

 

Allzu oft wird der Megatrend Digitalisierung auf die rein technischen Aspekte reduziert. Dabei ist zunächst eine neue Haltung, ein neues Mindset erforderlich, um die notwendigen komplexen Veränderungen zu bewältigen, Mitarbeiter dabei mitzunehmen und in der Konkurrenz um die besten Talente mithalten zu können. Der Rostocker Business Brunch Digitalisierung von BVMW und Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit am 04. Dezember gab Antworten und Impulse auf diese Fragen.

Falls Sie nicht dabei sein konnten - eine kurze Zusammenfassung gibt es auch im Videobeitrag im NDR nordmagazin.

Ist die „Modewelle Digitalisierung“ schon wieder vorbei? Oder, das andere Extrem, ist sie wie eine Naturgewalt, an der man sowieso nichts ändern könne? In seiner Keynote verneinte Tobias Döppe (BVMW Rostock und Prozessbegleitung mit Sinn) diese beiden „Mythen“: Viele Indikatoren zeigten, dass wir bei den Veränderungen durch Digitalisierung erst am Anfang stünden. Zum Beispiel – die sieben wertvollsten Unternehmen weltweit sind alles Digitalisierer, die meisten gab es vor den 90er Jahren noch gar nicht.

Kann Digitalisierung gestaltet werden? Ja, denn es gibt aktuell global unterschiedliche Pfade. Der US-amerikanische, der den Großkonzernen ungebremst Zugang zu allen Daten („Das Öl des 21. Jahrhunderts“) gibt, wodurch diese die Forschungs- und Entwicklungsagenda der Gesellschaft extrem bestimmen. Ganz anders China: Hier installiert der Staat durch Social Scoring ein präzises Kontroll- und Überwachungssystem der Staatsbürger. Wie Digitalisierung umgesetzt wird, ist eine Gestaltungsaufgabe – und für einen eigenen europäischen Weg, der Bürgerrechte schützt und den Mittelstand als Garant einer lebendigen sozialen Marktwirtschaft „neu erfindet“, braucht es Kraft, Mut und die Bereitschaft, sich auf das Ungewisse einzulassen.

Hier kommt „Agilität“ ins Spiel – ein Trendwort, sicher, aber mit einem wahren Kern. Führung, Organisationsstruktur, mehr Verantwortung für Mitarbeitende und echte Teamarbeit müssen angepasst und neu gelebt werden, wenn sich Veränderungen immer mehr beschleunigen und man als Unternehmen flexibler werden muss. Dabei helfen Ansätze wie Scrum, entscheidend ist in vielen Betrieben jedoch eher ein Kulturwandel, bei dem Führung und Mitarbeitende Mut zum Ausprobieren, Fehler machen und daraus lernen und hin zu mehr geteilter Verantwortung aufbringen.

Robert Gardlowski (BVMW Mecklenburgische Seenplatte, zoneEINZ) zeigte praktische Wege (die z.T. auch gleich ausprobiert wurden) auf, wie man gerade in Zeiten von Fachkräftemangel (und hohen Ansprüchen an qualifizierten Mitarbeitern in der digitalen Transformation) „Arbeitgebermagnet“ werden könne.

Tobias Häfner (Copendia) stellte das Instrument „e-learning“. Besonders Standardschulungen (wie Arbeitsschutz) können damit günstiger und arbeitnehmerfreundlicher gestaltet werden. Die Mitarbeiter können dann lernen, wenn Zeit ist – zum Beispiel bei Auftragsflaute oder (bei Home Office) z.B. dann, wenn die Kinder im Bett sind.

Beim Praxistalk wurden Erfahrungen der Teilnehmenden geteilt, und am Stehtisch teilten auch IT-Entwickler und Digitalisierungsexperte Reno Krohmann (tab2mind) sowie Michael Anders (Regionalbüro Lübeck, Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit) ihre Erfahrungen. Bemerkenswert war, wie offen über die eigenen Erfahrungen reflektiert wurde: Nicht immer verlaufen diese Transformationsprozesse geradlinig, der Normalfall ist eher ein „Stolpern, daraus lernen, wieder aufstehen, nochmal versuchen“. Es wurde mehrfach betont, wie wichtig es ist, zunächst die eigenen Prozesse zu verstehen und vor allem die Mitarbeiter, die später mit den digitalisierten Prozessen arbeiten müssen, früh und intensiv mit einzubinden.

Zwischen den Impulsen war Zeit, anhand einer jeweils zusammenfassenden Frage an den Tischen mit etwa 5-6 anderen Teilnehmern zu reflektieren und auch erste Umsetzungsschritte durchzudenken.

Abschließend stellte Tobias Döppe verschiedene Förderprogramme von EU, Bund und Ländern vor, die für die Einführung digitaler Prozesse im Unternehmen genutzt werden können. Das Fazit: Anfangen mit der digitalen Transformation, das Ganze als Lern- und Entwicklungsprozess verstehen, der nicht linear geplant werden kann. Und sich die Unterstützung zu holen, die Sinn macht.

 

Sie möchten wissen, wie Sie über 20.000 Euro an Fördermitteln in eine sinnvolle Digitalisierung Ihres Unternehmens (intensive Prozessberatung) investieren können?

Und / oder, wie Sie das digitale Kompetenzteam das BVMW in M-V, die Digitalisierungslotsen, nutzen können?

Treffen wir uns auf eine Tasse Kaffee, und wir finden es heraus!

Besuchen Sie auch gerne die Seite der Digitalisierungslotsen und lesen die Zusammenfassung  über Kompetenzpool und Förderprogramme als PDF.