Besuch des IPK Gatersleben

Der Leiter des Kreisverbandes hatte diesmal zum Unternehmertreffen in das Institut für Pflanzengenetik und Kulturpflanzenforschung (IPK) in Gatersleben geladen. Es ist als Mitglied der Leibnitz-Gemeinschaft eine int. führende wiss. Einrichtung.

Nach der Begrüßung durch den Leiter des Kreisverbandes, Dr. Helmhard Kraft, stellte der Administrative Leiter des Instituts für Pflanzengenetik und Kulturpflanzenforschung (IPK), Dr. Johannes Heilmann, in seinem Vortrag den anwesenden Unternehmern das Institut näher vor.

Er informierte, dass dieses 1943 als Kaiser-Wilhelm-Institut für Kulturpflanzenforschung gegründet, 1948 in die Akademie der Wissenschaften der DDR eingegliedert und 1992 als IPK neu gegründet wurde.

Und nunmehr als Mitglied der Leibnitz-Gemeinschaft eine international führende wissenschaftliche Einrichtung auf den Gebieten der Pflanzengenetik und Kulturpflanzenforschung ist.
Die dortigen Forschungsarbeiten und Serviceleistungen würden substanziell zur Erhaltung, Erforschung und Nutzbarmachung der Kulturpflanzenvielfalt beitragen.

Es sei die Mission der vier wissenschaftlichen Abteilungen des IPK, an der Aufklärung grundlegender Prinzipien der Evolution, Entwicklung und Anpassungsfähigkeit wichtiger Kulturpflanzen zu arbeiten. Und auf dieser Grundlage innovative Lösungsansätze für eine wissensbasierte Erhaltung und Erschließung ihrer Vielfalt zur Steigerung von Ressourceneffizienz und Nachhaltigkeit pflanzenbasierter Produktionsprozesse zu entwickeln.

Mit der engen Verknüpfung von interdisziplinär ausgerichteten und international zusammengesetzten Forschungsgruppen, einer hochmodernen Forschungsinfrastruktur und der Erhaltung der genetischen Vielfalt in einer der ältesten und größten ex-situ-Genbanken weise das Institut ein Alleinstellungsmerkmal auf. Unter dem Thema Biodiversität und Leistung würden wissenschaftliche Exzellenz, Innovation und gesellschaftliche Relevanz zusammengeführt, um Lösungsansätze für die Sicherung der Ernährung, nachhaltige Produktionsverfahren für den Aufbau einer Bioökonomie zu erarbeiten.

Anschließend führte Frau Dr. Ulrike Lohwasser von der Arbeitsgruppe Ressourcengenetik und Reproduktion die Teilnehmer über den Biotech-Campus. Von den Gewächshäusern mit einer Gesamtfläche von 6000 qm wurde ein modernes Forschungsgewächshaus besucht.

Den Höhepunkt bildete der Besuch der Genbank. Diese ist mit einem Gesamtbestand von 151.002 Mustern aus 2.933 Arten und 776 Gattungen eine der weltweit größten Einrichtungen ihrer Art.
Die Genbank leistet einen wichtigen Beitrag zur Verhinderung des Aussterbens von Kulturpflanzen und von mit ihnen verwandten Wildarten. Hier erfolgen die Sammlung, Erhaltung, Charakterisierung, Evaluierung und Dokumentation pflanzengenetischer Ressourcen.
Der weitaus größte Teil der Sammlung lagert in Kühlräumen bei  –18°C. Vegetativ vermehrtes Material wird in Form von Dauerkulturen im Feld oder durch In-vitro-Kultur bzw. Kryokonservierung in flüssigem Stickstoff erhalten. Neben den Lebendsammlungen verfügt die Genbank als internationales Informationszentrum zur Kulturpflanzentaxonomie über umfangreiche botanische Archivsammlungen. 

In der Gaterslebener Genbank werden derzeit ca. 130.000 Genbankmuster (Akzessionen) in insgesamt fünf Kühlzellen aufbewahrt. Jedes Jahr werden ca. 12.000 Akzessionen auf ihre Keimfähigkeit getestet und mehr als 20.000 Proben für Forschungs- und Züchtungseinrichtungen weltweit bereitgestellt. Nahezu 10.000 Akzessionen befinden sich jährlich im Reproduktionsanbau, während etwa 1.500 Genbankherkünfte als Dauerkulturen in vivo erhalten werden. Ein Qualitätsmanagement System wurde gemäß ISO 9001:2015 etabliert, um interne Managementabläufe zu verbessern. Die vollständige Dokumentation aller Arbeitsschritte garantiert, dass die langjährigen Erfahrungen und das Wissen des derzeitigen Personals zum Nutzen künftiger Mitarbeiter erhalten bleibt.