Besuch der Alten Ziegelei Westeregeln

Veranstaltungsort war diesmal mit der Alten Ziegelei Westeregeln ein interessantes Industiedenkmal, dass als industriekulturelles Erbe erhalten und zu einem attraktiven Museumsbetrieb entwickelt werden soll.

Der Leiter des BVMW-Kreisverbandes, Dr. Helmhard Kraft, hieß die teilnehmenden BVMW-Mitglieder und Gäste an historischer Stätteam nordwestlichen Ortsrand von Westeregeln herzlich willkommen. Er war sehr erfreut, dass  Prof. Dr. Andreas Beaugrand  aus Bielefeld angereist war, um als Vorsitzender des Vereins der Freunde und Förderer der Ziegelei und Gipshütten Westeregeln e.V. den Teilnehmern einen umfassenden Überblick über die Geschichte und den derzeitigen Zustand der Alten Ziegelei Westeregelnzu geben.
Prof. Beaugrand ist als Professor am Fachbereich Gestaltung der FH Bielefeld tätig.

In seinem Vortrag informierte Prof. Beaugrand zunächst, dass die Sozial-Aktien-Gesellschaft Bielefeld in Zusammenarbeit mit dem Verein der Freunde und Förderer der Ziegelei und Gipshütten Westeregeln e.V. sowie mit weiteren Unterstützern seit 1997 daran arbeitet, mit der Alten Ziegelei ein industriekulturelles Erbe zu erhalten und zu einem attraktiven Museumsbetrieb zu entwickeln.

Als die Sozial-Aktien-Gesellschaft Bielefeld die Ziegelei von der Treuhand übernahm, waren die Gebäude in einem bemitleidenswerten Zustand. Seitdem wurde sehr viel Geld in den Wiederaufbau gesteckt.

Prof. Beaugrand meinte, wenn die alten Gebäude auf dem Kalkberg in Westeregeln erzählen könnten, würden sie von einer langen Geschichte berichten. Denn bereits im Jahre 1776 sei Gottfried Samuel Bergling als Besitzer einer Gipshütte am Kalkberg nachgewiesen.
Die aufgefundenen Dokumente belegten, dass man in kleinen Gruben begann, Gips zu gewinnen und zu brennen, um einen Baustoff mit wertvollen Eigenschaften zu erhalten. Seit über 230 Jahren sei der Kalkberg in Westeregeln nun schon sehr wichtig für die Gemeinde und ihre Umgebung.
Bis 1991 wurden in der Ziegelei jährlich rund 3,2 Millionen Ziegel im Normalformat produziert.
Die Alte Ziegelei sei also mehr als nur ein Bau- und Industriedenkmal. Sie sei auch ein großes Stück Geschichte.

An Hand eines Modells konnte er gut zeigen, dass sich der Komplex der Alten Ziegelei sich in die Tongrube mit bemerkenswerten geologischen Aufschlüssen und einem Biotop, die Grubenanlage mit einem 600 Meter langen Schmalspurnetz mit Kipploren und Diesellok, die Tonaufbereitungsanlage, den elektrisch betriebenen Kreistransporteur mit einer 600 Meter langen Endloskette, den Hoffmann’schen Ringofen, die Trocknungsanlage und den Schornstein gliedert. Dazu gehörten weiterhin die vorhandenen Gipshütten.

Weitere Details erfuhren die Teilnehmer dann bei dem anschließenden Rundgang, der in alle Bereiche führte. Höhepunkte bildeten dabei die Tonaufbereitungsanlage, die Trocknungsanlage und derHoffmann'sche Ringofen. Dieser wurde im Jahre 1894 gebaut und 1936 erweitert. Er ist mit 122 Metern der längste erhaltene Ringofen Europas. Er verfügt über ein Volumen von 564 Kubikmeter und ein Fassungsvermögen von 250 000 Ziegeln.

Zum Abschluss gab es dann einenImbiss sowie Gesprächemit dem Referenten und den anwesenden Unternehmern.