Der „Spirit of Science“ - ein Besuch der Lehr- und Versuchsbrennerei

Bei dem Unternehmertreffen erfuhren die Teilonehmer viel Wissenswertes über die Grundlagen der Alkoholherstellung und den Alkoholkonsum sowie über den Betrieb der Lehr und Versuchsbrennerei der Hochschule Anhalt.

Seit dem Jahr 2009 betreibt der Fachbereich Landwirtschaft, Ökotrophologie und Landschaftsentwicklung (LOEL) der Hochschule Anhalt in Bernburg eine Lehr- und Versuchsbrennerei. Die Hochschule ist Mitglied unseres Kreisverbandes Salzlandkreis.

Gern waren die BVMW-Mitglieder und – Interessenten der Einladung des Leiters dieser Einrichtung, Prof. Dr. Dr. habil. Markus Seewald, nachgekommen. Sie trafen sich am 06. Sept. 2017 zu einem „etwas anderen“ Unternehmertreffen, das gemeinsam mit der Wirtschaftsförderung des Salzlandkreises durchgeführt wurde.
An der Brennerei werden Brände, Geiste, Liköre und Whiskys zu Lehr- und Forschungszwecken hergestellt.
Die Lehrbrennerei möchte dabei besonders kleinere, oft familiengeführte Brennereien bei der Entwicklung und Vermarktung unterstützen. Mehr denn je sind ja innovative und hochqualitative Produkte gefragt, die vor allem dem modernen Geschmack Rechnung tragen. Dazu führt die Hochschule zu verschiedenen Anlässen Befragungen zum Verbraucherverhalten bei regionalen Getränken durch. Die Ergebnisse aus der Bekanntheit und des Marktpotenzials der regionalen Brennereien sollen für den Aufbau eines neuen Mitteldeutschen Brennereizentrums genutzt werden. Neue Brände aus der Reihe „Spirit of Science“, ein selbst entwickelter Kräuterlikör oder ein Emmer-Getreidebrand erfreuen sich bereits jetzt großer Beliebtheit.

In seinem Vortrag „Zur Alkoholherstellung im Allgemeinen und über den Betrieb der Brennerei im Rahmen der Forschung und Lehre an der Hochschule Anhalt“ berichtete Prof Seewald über den Grundaufbau einer Destillationsanlage, die möglichen Verfahren der Destillation und die alkoholische Gärung. Interessant waren auch die von ihm angeführten 5 Stufen der Alkoholwirkung und seine Hinweise zum Alkoholkonsum. So könne ein moderater Konsum durchaus förderlich bei einer koronaren Herzkrankheit sein. Dagegen kann ein übermäßiger Konsum zu einem hohen Risiko führen, eine koronare Herzkrankheit zu entwickeln oder einen Schlaganfall zu erleiden.
Weiterhin informierte er über die möglichen Forschungsansätze von den Ausgangsprodukten über die Maischebereitung, den Destillationsprozess, das Destillat, die Lagerung bis hin zur Verwertung. Wichtige Partner seien dabei die Argenta Schokoladenmanufaktur Weißenfels und die Altenburger Destillerie & Liqueurfabrik.

Nach dem Vortrag erfolgte die Besichtigung und Erläuterung der Destillationsanlage.
Im Vortragsraum zurückgekehrt, konnten die Teilnehmer bei Gesprächen und einem Imbiss eine Verkostung von zwei Bränden mit der Maßgabe „all yuo can drink“ vornehmen. Doch wurde davon nur moderat Gebrauch gemacht.