Schleswig-Holstein nach der Wahl

Schleswig-Holsteins neue Regierung muss handeln“ Diese Erwartung richtet Hans Kemeny, Repräsentant des Bundesverbands mittelständische Wirtschaft (BVMW) Schleswig-Holstein, an die neu gewählten Abgeordneten des Landtags in Schleswig-Holstein.

„Werden die Versäumnisse der Vergangenheit nicht schnellst möglich beseitigt, droht das nördlichste Bundesland im wahren Sinne des Wortes den Anschluss zu verlieren.

Äußerst dringlich ist daher der Ausbau der Infrastruktur in den Bereichen Digitalisierung und Verkehr. Besondere Aufmerksamkeit erfordern hier die Landesstraßen, welche sich teilweise in einem katastrophalen Zustand befinden. Zudem müssen schon heute die Weichen für eine zügige Umsetzung des Bundesverkehrswegeplans 2030 gestellt werden. Als Stimme des Mittelstands fordern wir von den neuen politisch Verantwortlichen zudem, die flächendeckende Breitbandanbindung auch und vor allem in ländlichen Gebiete zu realisieren. Nur so können kleine und mittelständische Unternehmer auch in Zukunft ihre Wettbewerbsfähigkeit und Innovationskraft erhalten.

Um den Mittelstand bei der Gewinnung von Fachkräften zu unterstützen, ist außerdem eine Stärkung der dualen Ausbildung dringend nötig. Endlose Debatten um Schulzeiten in sogenannten G8- oder G9-Modellen sind hier allerdings kaum hilfreich. Eine sinnvolle Maßnahme gegen den drohenden Fachkräftemangel wäre es hingegen, der Ausbildung auch an den allgemeinbildenden Schulen mehr Bezug zur beruflichen Praxis zu verleihen.

Zur Unterstützung der Innovationskraft des Mittelstands in Schleswig-Holstein, ist darüber hinaus die steuerliche Förderung von Forschung und Entwicklung in mittelständischen Unternehmen wünschenswert. Und nicht zuletzt erwarten wir von der neuen Landesregierung, die bürokratischen Belastungen der Unternehmer so gering wie möglich zu halten. Ein Bürokratiemonster wie das Tariftreue- und Vergabegesetz (TTG) sollte beispielsweise durch ein unbürokratisches und mittelstandsfreundliches Vergabegesetz ersetzt werden.