Lothar Späth Award im Neuen Schloss verliehen

„Man kann, was man will“ - im Gedenken an das schnörkellose Credo des ehemaligen Ministerpräsidenten Baden-Württembergs, Prof. Dr. Lothar Späth wurde im Stuttgarter Neuen Schloss der Lothar-Späth-Award verliehen.

Der erstmals ausgeschriebene Preis ging an drei kooperative Innovationen aus Wirtschaft und Wissenschaft. Vor knapp 300 geladenen Gästen konnten die Preisträger aus Baden-Württemberg und Thüringen die Auszeichnungen mit einem Preisgeld von insgesamt 40.000 Euro für besonders zukunftsorientierte Projekte entgegennehmen. „Lothar Späth war ein Macher, er war pragmatisch und visionär zugleich und immer auf Tuchfühlung mit der Zukunft“, so beschrieb Theresia Bauer, Ministerin für Wissenschaft, Forschung und Kunst des Landes Baden-Württemberg  die zukunftsgewandte Vorreiterrolle des ehemaligen Ministerpräsidenten und Vorstandsvorsitzenden der Jenoptik AG. Lothar Späth habe erkannt, dass Innovationen der Schlüssel für die Entwicklung einer Gesellschaft sind und diese aktiv gefördert.

Dr. Martin Herrenknecht, Vorstandsvorsitzender der Herrenknecht AG und Initiator des Awards,  betonte in seiner Laudatio, gerade kleine und mittlere Unternehmen machten Deutschland zu einem wirtschaftlichen Kraftfeld: „Ganz vorne mitspielen. Ein Leuchtturm sein. Das ist keine Frage von groß oder klein, sondern von Haltung und engagiertem Handeln.“  Die Ineratec GmbH wurde für ihre dezentrale chemische Reaktortechnologie im Containerformat ausgezeichnet. Gemeinsam mit dem Innovationspartner Karlsruher Institut für Technologie (KIT) schrumpfte das junge Unternehmen das chemische Verfahren zur Herstellung von CO2-neutralem Kohlenwasserstoff, welches bisher in riesigen Chemieparks umgesetzt wurde, auf das Maß eines Standard-Schiffscontainers. Der zweite Preisträger nimmt sich die Natur zum Vorbild. Die Nanopta GmbH aus Lonsee wurde mit ihren Innovationspartnern, der Ernst-Abbe-Hochschule Jena und dem Max-Planck-Institut für medizinische Forschung Heidelberg, für die Entwicklung biomimetischer Nanostrukturen für Hochleistungsoptiken ausgezeichnet.

Mit dem 3. Preis wird die Active Fiber Systems GmbH aus Jena für die Entwicklung eines hochenergetischen Ultrakurzpulslasers der nächsten Generation ausgezeichnet. Innovationspartner sind das Institut für Angewandte Physik der Friedrich-Schiller-Universität Jena, das Helmholtz-Institut Jena und das Fraunhofer-Institut für Angewandte Optik und Feinmechanik IOF. EU-Kommissar Günther H. Oettinger betonte stellvertretend für die Förderer und die Jury des Lothar-Späth-Awards den Schulterschluss von Unternehmen und Wissenschaftlern für das Gelingen von Innovationen. „Wir leben in einer spannenden Zeit, in einem Wettbewerb der Technologien. Der heutige Abend dient der Zukunft von Baden-Württemberg und Thüringen“. Der ehemalige Bundeskanzler, Dr. h. c. Gerhard Schröder, schlug den Bogen zu Lothar Späth: „Er hatte immer Freude daran, Menschen zusammenzubringen.“ Diese Einstellung spiegeln nun auch die ausgezeichneten Kooperationen von Wirtschaft und Wissenschaft wieder. Zu den Gratulanten zählten im Neuen Schloss (v.l.): Dr. Ulrich Köppen (BVMW), Gerhard Schröder und Günter Oettinger. Foto: List