Portrait Dr. Elisabeth Grindel-Denby

Interview mit
Dr. Elisabeth Grindel-Denby

Campus Director in Sachsen für den Standort der Lancaster University

 

DER Mittelstand.: Wie sind Sie dazu gekommen, Unternehmerin zu werden?

Angefangen habe ich in der Bildung und dem Hochschulwesen. Ich habe in Deutschland studiert und dann in Lancaster/UK promoviert. Im Bildungswesen wollte ich schon bleiben, aber reine Forschung und Lehre waren nix für mich. Bildungsmanagement in privaten Bildungseinrichtungen war eine perfekte Lösung für mich. Zuerst habe ich als Akademische Direktorin in Großbritannien gearbeitet, dann einen Business-Schul-Standort in Berlin geleitet, und nun leite ich den administrativen Bereich, sowie Marketing und Rekrutierung des ersten TNE-Campus einer britischen Universität in Deutschland.

 

DER Mittelstand.: Wenn Sie in der Zeit zurückgehen könnten, würden Sie den selben Weg nochmal gehen? Oder würden Sie etwas anders machen?

Ja, ich würde den Weg noch einmal gehen. Das Einzige, was ich vielleicht anders machen würde, ist England vor dem Brexit-Referendum zu verlassen. 10 Jahre England hätten auch gereicht – so sind es 12 Jahre geworden.

 

DER Mittelstand.: Welche Entscheidung würden Sie für sich als die Wegweisendste bezeichnen oder auch die, aus der Sie am meisten gelernt haben?

Während meines Studiums habe ich zwei kleine Forschungsprojekte zur Lage ausländischer Studierender in Deutschland und in Großbritannien durchgeführt (damals haben wir über Bologna philosophiert). Letzteres als Teil eines Erasmus-Studiums in Lancaster/UK. Aus diesen kleinen Projekten resultierte meine Dissertation über ‚mitreisende (Ehe-) Partner ausländischer Studierender in Großbritannien‘ (veröffentlicht beim Edwin Mellen Verlag) und meine Arbeit in verschiedenen privaten Bildungsinstitutionen mit durchschnittlich über 80% ausländischer Studierender in den letzten 10+ Jahren. 12 Jahre Großbritannien haben mich natürlich auch geprägt, und die Möglichkeit die Erfahrungen meines Lebens zwischen zwei Ländern (da ich durch meinen britischen Mann und meine Arbeit weiterhin diese Verbindung nach England habe) in der Arbeit mit dieser Migrantengruppe anzuwenden. 

 

DER Mittelstand.: Womit beschäftigen Sie sich derzeit besonders intensiv? 

Internationale Bildung – also, sowohl Internationalisierung als auch Digitalisierung als auch die Entwicklung der privaten Bildung in Deutschland und Europa. Vor Ort bereiten wir den Einstieg unserer ausländischen Studierenden in die deutsche und internationale Wirtschaft vor, und suchen daher auch bewusst den Kontakt zu Unternehmen. Frei nach dem Motto #fromleipzigtotheworld.

 

DER Mittelstand.: Welche Botschaft möchten Sie anderen UnternehmerInnen mitgeben?

Sheryl Sandberg (COO Facebook) hat es gut ausgedrückt mit ‚Lean In‘ (sich einmischen). Das ist der Tipp, den ich auch gern unseren Studierenden mitgebe.

 

DER Mittelstand.: Was schätzen Sie am Verband Der Mittelstand. BVMW besonders?

Der BVMW gibt mir die Möglichkeit, gute Kontakte zu knüpfen, um unseren ausländischen Studierenden eine gute Perspektive auf dem deutschen Arbeitsmarkt zu ermöglichen.

Infos zur Person

Dr. Elisabeth Grindel-Denby (39) ist mit einem Briten verheiratet, hat zwei Kinder (4 und 5) und eine Border-Collie-Hündin (die immer nur noch Englisch versteht). Sie wohnt seit 2019 wieder in ihrem Heimatsbundesland Sachsen und leitet dort als Campus Director den Standort der Lancaster University – der Universität, wo Elisabeth 2003 ein Erasmus-Austauschjahr absolvierte und 2006-2010 promovierte.

Infos zum Unternehmen

Als einziger Universitätscampus einer englischen Universität in Deutschland bietet die Lancaster University "the best of both worlds": Nämlich einen britischen Top 10 Universitätsabschluss in "cool kid town" (NY Times) Leipzig. Unsere Studierenden und Lehrenden kommen aus der ganzen Welt – ebenso ist unser Curriculum global ausgerichtet. Die Lehrkräfte setzen sich aus britischen, deutschen und international bekannten Forschern und Forscherinnen zusammen.