Portrait Melanie Schoch

Interview mit
Melanie Schoch

Geschäftsführerin OFFICESCHOCH GmbH

 

DER Mittelstand.: Wie sind Sie dazu gekommen, Unternehmerin zu werden?

Nach mehreren Jahrzehnten im Großkonzern, in verschiedenen Geschäftseinheiten und unterschiedlichen Funktionen, reifte mein Verlangen, das Erlernte als selbstständige Unternehmerin anwenden zu wollen. Tätigkeiten als Sachbearbeiterin in der Administration einer mechanischen Werkstatt, verschiedenen Sachbearbeiter-Tätigkeiten während des berufsbegleitenden Studiums, folgten Verantwortungen in Business-Administration mit der späteren Fokussierung auf das Projekt- und Prozessmanagement großer Aufträge der öffentlichen Hand. Dies verbunden mit allen Herausforderungen unterschiedlicher Produkttechnologien der Projekte, aber auch den strengen Sicherheitsauflagen der Kundenvorschriften. Die Rahmenbedingungen brachten mich intensiv mit den Fragestellungen der IT-Sicherheit und des Datenschutzes in Verbindung.

Der Schritt in die unternehmerische Selbstständigkeit, zeitgleich mit der „Scharfschaltung“ der EU-Datenschutzgrundverordnung (DSGVO), ergab sich wie von selbst; das Konzept „Business Administration und Support“ erweitert um die Spezialität Prozessberatung in den Segmenten Datenschutz und Compliance. Als Unterstützung für meine Mandanten, das Geschäft rechtssicher und effizient managen zu können. Meine Weiterbildung zur Datenschutzbeauftragten-/auditorin und zur Wirtschaftsmediatorin erfolgte gleichzeitig mit meiner Unternehmensgründung. Die Auffrischung der Kenntnisse um aktuelle Gesetzesvorgaben, aber auch die Spezialisierung im sehr umfassenden Regelwerk der DSGVO, gibt mir heute die Basis für eine individuelle Unterstützung meiner Mandanten in der Gestaltung ihrer Geschäftsprozesse.

DER Mittelstand.: Wenn Sie in der Zeit zurückgehen könnten, würden Sie denselben Weg nochmal gehen? Oder würden Sie etwas anders machen.

Ich würde alles wieder so entscheiden und so machen. Selbstverständlich war es nicht einfach – und manches Detail würde ich nach 4 Jahren Erfahrung in der Selbstständigkeit vielleicht anders anlegen. Im Nachhinein weiß man manches besser. Dies ist normal, stellt jedoch das Konzept nicht in Frage. Ich bin mit der Entwicklung sehr zufrieden.

DER Mittelstand.: Welche Entscheidung würden Sie für sich als Wegweisendste bezeichnen oder auch die, aus der Sie am meisten gelernt haben?

Ich bin immer ins kalte Wasser gesprungen und habe mich „freigeschwommen“. Und habe so gelernt, dass jeder Plan von der Abweichung lebt, mit der man intelligent umgehen muss. Dogmatismus bringt nur sehr begrenzt Fortschritt. Selbstverständlich passieren Fehler. Aber aus denen muss man fachlich und menschlich lernen.

DER Mittelstand.: Womit beschäftigen Sie sich derzeit besonders intensiv?

Die vorhandene Verunsicherung in vielen Unternehmen und Organisationen, seit Inkrafttreten der DSGVO, verbunden mit dem unermüdlichen Warten auf Rechtsprechungen und Auslegungen, nimmt in vielen Mandaten viel Zeit in Anspruch. Hinzu kommt, dass die Bedeutung der Veränderungen im Thema „Geldwäsche“ zunehmen wird. Dieses Segment beschäftigt mich derzeit in meiner persönlichen Weiterbildung intensiv.

Nebenher gebe ich als ehrenamtliche Dozentin des Berufsverbands der Datenschutzbeauftragten Deutschland (BvD) in meiner Freizeit Kindern Schulunterricht zum Thema Datenschutz. Datenschutz - als notwendiges Übel - in Unternehmen weiterzutragen, wird bei der dramatischen Entwicklung der Medien nicht ausreichend sein. Die Sensibilisierung muss deshalb frühzeitig bei Kindern beginnen; eine Vernachlässigung des Themas im elterlichen Umfeld kann unterstellt werden.

DER Mittelstand.: Was schätzen Sie am Verband Der Mittelstand. BVMW besonders?

Das große Netzwerk, die Vielfalt an Präsentationsmöglichkeiten und Veranstaltungen. Die Chancen weiterführende Informationen zu erhalten. Vor allem aber auch die Unterstützung des Leiters des Kreisverbandes.

Infos zur Person

Melanie Schoch, 46 Jahre, absolvierte nach ihrer schulischen Laufbahn eine Ausbildung zur Industriekauffrau. Anschließend studierte sie Betriebswirtschaft an der Verwaltungs- und Wirtschaftsakademie (VWA) und machte zusätzlich eine weitere Ausbildung zur diplomierten Controllerin. Mit weiteren Qualifikationen zur zertifizierten Datenschutzbeauftragten sowie -auditorin ist die ausgebildete Wirtschaftsmediatorin und verheiratete Mutter von zwei Töchtern heute Geschäftsführerin der OFFICESCHOCH GmbH, aktives Mitglied im Berufsverband der Datenschutzbeauftragten Deutschlands (BvD) e.V. und Dozentin für das Thema „Datenschutz geht zur Schule“. Darüber hinaus arbeitet sie derzeit in der Qualifizierung zur Geldwäschebeauftragten.

Infos zum Unternehmen

Die OFFICESCHOCH GmbH wurde 2018 gegründet, beschäftigt derzeit 2 Mitarbeitende und pflegt ein fachbezogenes Netzwerk weiterer Spezialisten und Partner-Unternehmen. Dabei beraten und unterstützen sie Unternehmen bei der Implementierung und Optimierung von Unternehmensprozessen und Organisationsänderungen, wie auch in Veränderungsprozessen und bei der Einführung von Compliance-Maßnahmen. Darüber hinaus entlasten sie die Unternehmen in allen administrativen Bereichen, auch bei Unternehmensgründungen.
Die OFFICESCHOCH GmbH  bietet zielgruppenorientierte Schulungen und Workshops rund um Themen, wie Projektmanagement, Controlling, Finanz- und Rechnungswesen und gesetzlich geforderte Weiterbildungen zu Compliance-Themen wie z.B. Datenschutz. Im Business Center werden zusätzlich Sharing-Büros, Co Working Space, Bürodienstleistungen (wie Virtuelle Assistenz, Rechnungswesen etc.) angeboten.

 

https://www.officeschoch.de/