tanja röder

Interview mit
Tanja Röder

Gründerin & Inhaberin der Firmenherz Marketing GmbH & Co KG



DER Mittelstand.: Wie sind Sie dazu gekommen, Unternehmerin zu werden?
Inspiriert hat mich mein Vater, der auch selbstständig war. Ich konnte zwar sehen, dass die Selbstständigkeit viel zeitintensiver ist als ein Angestelltenverhältnis, jedoch auch eine ganz andere Form der Erfüllung bietet. Die innere Zufriedenheit, die ich gewinne, wenn der Kunde glücklich ist, motiviert mich täglich.

DER Mittelstand.: Wenn Sie in der Zeit zurückgehen könnten, würden Sie denselben Weg nochmal gehen?
Ich bin nun im vierten Jahr meiner Selbstständigkeit. Aus heutiger Sicht würde ich diesen Sprung sogar viel früher machen. Uns Frauen fehlt oft der Mut, weil wir denken, wir müssten vorher noch diese und jene Ausbildung machen, noch dieses und jenes Zertifikat bekommen. Männer überlegen da meist nicht so lange. In meinem Filmteam gibt es einen 22-jährigen jungen Mann, der sich bereits mit 16 selbstständig gemacht hat. Ohne Ausbildung ist er direkt seinen Weg gegangen – und sehr erfolgreich. 

DER Mittelstand.: Würden Sie etwas anders machen?
Ich würde mir viel früher einen Mentor, einen Coach an meine Seite holen. Der Erfahrungsschatz von Menschen, die schon länger selbstständig sind, bringt einen in die richtige Richtung. Man sagt ja, man sei die Summe aus den fünf Menschen, mit denen man sich am meisten umgibt. Als Unternehmerin sehe ich, dass darin viel Wahrheit steckt.

DER Mittelstand.: Welche Entscheidung würden Sie für sich als die Wegweisendste bezeichnen – oder auch die, aus der Sie am meisten gelernt haben?  
Am meisten gelernt habe ich bei Entscheidungen, auch mal nein zu sagen, etwa einen Kunden abzulehnen, wenn die Chemie nicht stimmt. Ich darf meine eigene Wertschätzung hoch ansetzen, meinen Wert anerkennen. Und ich darf auch mal auf Augenhöhe in die Diskussion gehen, statt dem Kunden nur zuzustimmen – aus Angst ihn sonst zu verlieren. Gerade im Marketing wollen die Kunden jemanden, der eigene Ideen einbringt.

DER Mittelstand.: Womit beschäftigen Sie sich derzeit besonders intensiv? (Bspw. Digitalisierung etc.)   
Momentan beschäftigen mich die Struktur und Organisation meiner Firma: Wie stelle ich mich richtig auf, um gesund zu wachsen? Ich erlebe in meiner Branche viele Firmen, die unglaublich schnell gewachsen sind, aber die internen Strukturen bleiben auf der Strecke. Gerade als junges Unternehmen steckt man viel Energie in die Neukundengewinnung; zugleich sollte man aber darauf achten, dass auch die Organisation mit dem Wachstum Schritt halten kann.

DER Mittelstand.: Welche Botschaft möchten Sie anderen UnternehmerInnen mitgeben?
Traut euch! Wenn Ihr nicht beginnt, wisst Ihr nicht, ob es funktioniert. Euer größter Schatz ist Eure Motivation für das, was ihr tut. Setzt Euch auch mal Männer-Domänen aus! Ich muss oft gegen Männer-Teams pitchen. Am Anfang hat mich allein der Gedanke daran schon abgeschreckt, mittlerweile motiviert es mich und ich genieße ich diese Termine.

DER Mittelstand.: Was schätzen Sie am Verband Der Mittelstand. BVMW besonders?
Ich schätze besonders die Kreativität und Ideen, wie man sein Netzwerk erweitern kann – auch in der Corona-Zeit. Ich genieße die Online-Meetings und das relativ intensive Miteinander. Es vergeht kaum eine Woche, in der man nichts voneinander hört. Man fühlt sich sehr verbunden.

Infos zur Person

Agenturinhaberin Tanja Röder, jahrelang in der medizinischen Branche tätig, Tochter einer Apothekerin und eines GF einer großen Etikettenfirma, kennt die Tücken im Bereich Marketing. Die Schwierigkeiten einen roten Faden in seine Marketingstrukturen zu bringen und die Problematik nicht jedem Vertreter, der einen Telefonbuchvertrag verkaufen möchte oder eine Printanzeige sein Vertrauen schenken zu wollen.

Infos zum Unternehmen

Alles, was zwischen Menschen passiert, ist das Ergebnis von Kommunikation. Ob wir ein Schnitzel essen oder den Friedensnobelpreis verleihen – alle Handlungen, alle Entscheidungen, alle Prozesse zwischen den Menschen auf der Erde basieren auf Kommunikation. Keine Beziehung wird aufgebaut, keine Ehe wird geschlossen, kein Kind groß gezogen ohne Kommunikation. Kommunikation ist der Schlüssel zu allem. Und für Firmen ist die Kommunikation zu ihren bestehenden und potenziellen Kunden der Dreh- und Angelpunkt jedweden Erfolges.

Unternehmer glauben gerne, ihr Produkt sei der maßgebliche Faktor, doch das stimmt nur bedingt. Die Kommunikation des Produktes, der Leistung, der Marke zu den Menschen ist das Herz der Firma. Kommunikation ist das Firmenherz
– und deswegen haben wir diesen Namen gewählt.