12-Punkte-Plan zur Bundestagswahl

Im Vorfeld der Bundestagswahl hat die Mittelstandsallianz einen gemeinsamen 12-Punkte- Plan veröffentlicht, der die Vorschläge und Forderungen des deutschen Mittelstands für die nächste Legislaturperiode formuliert.

Das in der deutschen Verbändelandschaft einzigartige Bündnis von mehr als 30 Partnerverbänden, welches unter dem Dach des BVMW die Interessen von über 900.000 Mitgliedern vereint, gibt darin klare Handlungsempfehlungen für politische Entscheidungsträger und Entscheidungsträgerinnen. Mit dem konkreten Ziel, die Rahmenbedingungen für den Mittelstand zu verbessern. Die Partnerverbände der Mittelstandsallianz haben ihr Fachwissen aus dem direkten Kontakt mit ihren Mitgliedern zu den verschiedenen Themenbereichen des 12-Punkte-Plans eingebracht und die formulierten Handlungsempfehlungen anschließend gemeinsam beschlossen. Somit entspricht dieses Papier ganz dem Ansinnen der Mittelstandsallianz: eindeutige Handlungsempfehlungen aus der unternehmerischen Praxis mit starker, gemeinsamer Stimme an die Politik richten und so auf die Bedürfnisse des Mittelstands fortwährend aufmerksam machen. Daher ist es besonders wichtig, dass mit dem aktuellen 12-Punkte-Plan eine solche praxisorientierte und starke Positionierung in die politische Debatte vor der Bundestagswahl eingebracht wird.

Die Bandbreite reicht von allgemeinen Fragen des Wettbewerbs und Standortbedingungen für Unternehmen bis hin zu konkreten Handlungsempfehlungen in für den Mittelstand relevanten Politikfeldern, wie Arbeitsmarkt, Digitalisierung und Zukunft der Bildung. All diese Forderungen haben dabei stets die Förderung unternehmerischer Freiheiten und Gründungen und den Erhalt eines starken Mittelstands in einer digitalisierten Weltwirtschaft im Blick.

Wenn das Bildungssystem nicht den Bedarfen der Unternehmen nachkommt schwächt das den Wirtschaftsstandort Deutschland dauerhaft und in erheblichem Maße.


Besonders die Folgen der Corona-Pandemie erfordern Entlastungen von Unternehmen bei Bürokratie und Abgaben, damit wieder ein wirtschaftlicher Aufschwung nach der Krise einsetzen kann. Zugleich müssen Gründungen und Unternehmertum noch stärker als bisher von politischer Seite gefördert werden. Dies ist die Grundlage, um Innovationen in die Praxis zu überführen und dadurch neue Arbeitsplätze und somit den Mittelstand der Zukunft zu schaffen. Für eine künftig gute Entwicklung des deutschen Mittelstands sowie den Erhalt seiner internationalen Wettbewerbsfähigkeit müssen ebenso infrastrukturelle und rechtliche Rahmenbedingungen im Bereich der Digitalisierung geschaffen werden – idealerweise europaweit einheitlich. Die Etablierung verschiedener Formen von Beschäftigung und vor allem die in vielen Branchen immer weiter zunehmende Selbstständigkeit müssen von der Politik stärker bei ihren Entscheidungen berücksichtigt und mehr als bisher als Teil der Normalität begriffen werden.

Im Bildungsbereich sind die wohl größten Anstrengungen zu unternehmen: Der Mittelstand hat hier bereits seit langer Zeit auf dringende Reformen gedrängt, und mittelständische Unternehmen haben aufgrund ausbleibenden Handels von PolitikerInnen in vielen regionalen Projekten bereits selbst Reformierungsmöglichkeiten unseres Bildungssystems aufgezeigt. Der Mittelstand ist zunehmend in allen Wirtschaftsbereichen auf Fachkräfte mit digitalen Kompetenzen angewiesen, und wenn das Bildungssystem nicht den Bedarfen der Unternehmen nachkommt, schwächt das den Wirtschaftsstandort Deutschland dauerhaft und in erheblichem Maße. Daher braucht es hier dringend eine ausreichende digitale Ausstattung von Bildungseinrichtungen, die Vermittlung digitaler Kompetenzen und unternehmerischer Werte in der Lehre und die Steigerung der Attraktivität von Ausbildungsberufen.