Mittelstand im ländlichen Raum

Für den ländlichen Raum sind mittelständische Unternehmen zentrale Erfolgsfaktoren. Über die Bedeutung der Wirtschaft für die Region sprach die BVMW-Mittelstandsallianz jetzt mit Mitgliedern des Deutschen Bundestags beim Parlamentarischen Frühstück.

Parlamentarisches Frühstück der BVMW-Mittelstandsallianz mit Bundestagsabgeordneten. / ©: BVMW/ Napoleon Schwan

Damit Unternehmen weiterhin in ländlichen Räumen wurzeln und zu neuen Investitionen ermutigt werden, müssen die Rahmenbedingungen so attraktiv wie möglich gestaltet werden: Die Mittelstandsallianz des Bundesverbandes Der Mittelstand. BVMW und einige Mitglieder des Deutschen Bundestags tauschten sich bei einem Parlamentarischen Frühstück über die gleichwertigen Lebensverhältnisse und den Mittelstand im ländlichen Raum aus.

BVMW-Vorsitzender Markus Jerger betonte die Bedeutung des Mittelstands für die gleichwertigen Lebensverhältnisse im ländlichen Raum. ,,Der Fachkräftemangel, verstärkt durch die Urbanisierung, den Trend zur Akademisierung und den demografischen Wandel, stellt eine große Herausforderung für die Regionen dar‘‘, erklärte er. Die noch nicht ausreichende Breitbandversorgung in den ländlichen Räumen hindere darüber hinaus die notwendigen digitalen Transformationsprozesse.

Dr. Franziska Kersten, MdB; Markus Jerger, BVMW-Vorsitzender; Dr. Jörg Eggers, Hauptgeschäftsführer BVDA; und Bodo Krause, Geschäftsführer Berliner Wochenblatt Verlag GmbH (v. li.). / ©:BVMW/ Napoleon Schwan

Schirmfrau der Veranstaltung war die SPD-Bundestagsabgeordnete Dr. Franziska Kersten. Besonders problematisch seien die Schließungen von Kliniken in den ländlichen Regionen, die zu einer schlechteren medizinischen Versorgung führten, berichtete Dr. Kersten. Auch viele Datenübertragungen bräuchten aufgrund der fehlenden digitalen Infrastruktur deutlich zu lange. Sie sprach sich dafür aus, den Tourismus und die Kultur im ländlichen Raum stärker zu fördern. Ein weiterer, wichtiger Aspekt für gleichwertige Lebensverhältnisse sei die Frage der Mobilität. ,,Das Auto ist für die Menschen auf dem Land nach wie vor ein wichtiges Verkehrsmittel‘‘,  betonte Dr. Kersten weiter.

Aus den Reihen der Mittelstandallianz waren der Bundesverband Deutscher Anzeigeblätter sowie das Krankenhaus-Kommunikations-Centrum (KKC) und der logistic-natives e.V. vertreten. Das KKC berichtete von der immer herausfordernderen Gesundheitsversorgung im ländlichen Raum und betonte gleichzeitig, wie wichtig die Gewährleistung der wohnortnahen Grundversorgung sei. KKC-Vizepräsidentin Heidemarie Hille warnte, dass insbesondere die fehlenden Haus -und FachärztInnen zu einer großen Herausforderung für die ländlichen Räume werde: ,,Allein bis 2030 werden rund 50 Prozent der Allgemeinmediziner in den Ruhestand gehen.‘‘

Der logistic-natives e.V. schlug die Förderung neuer logistischer Strukturen im ländlichen Raum vor.  Ein weiterer, wichtiger Schritt sei die Unterstützung regionaler Wertschöpfungsketten durch intelligente, digital gestützte Logistikkonzepte. ,,Online-Marktplätze bieten in dem Zusammenhang eine gute Möglichkeit‘‘, erklärte logistic-natives-Vertreter Toralf Schneider.

Der Bundesverband Deutscher Anzeigenblätter mahnte, dass ohne schnelle Hilfe im Bereich der Zustellinfrastruktur starke Verluste in der lokalen Pressevielfalt drohen würden.

Zum Abschluss der Veranstaltung teilte die Bundestagsabgeordnete und Berichterstatterin der Fraktion der Grünen für den ländlichen Raum, Dr. Anne Monika Spallek, ihre Erfahrungen aus NRW, wo die Idee der Wertschöpfungszentren für die Stärkung der regionalen Vermarktung entstand.

Die Veranstaltungsreihe der Mittelstandsallianz wird nach der parlamentarischen Sommerpause mit Frühstücken zum Thema Steuern und Finanzen, neue Mobilität sowie attraktive Innenstädte fortgesetzt.