Dr. Birkenmaier: „Öffnungsstrategien treiben uns gerade alle um"

Die VertreterInnen der Mittelstandsallianz trafen sich mit dem Leiter des Arbeitsstabs Mittelstandsstrategie im Bundeswirtschaftsministerium, Dr. Philipp Birkenmaier, zum digitalen Austausch.

In seinen Ausführungen zu Beginn des Gesprächs, erläuterte Herr Dr. Birkenmaier die Überlegungen der Bundesregierung bei Angeboten und Auszahlungen von Unterstützungsgeldern für von den wirtschaftlichen Auswirkungen der Corona-Pandemie schwer betroffenen Unternehmen und Mittelständlern. Er betonte, dass versprochene Hilfen nun schnellstmöglich ausgezahlt würden. Weiterhin thematisierte Herr Dr. Birkenmaier mögliche Öffnungsstrategien, die einen Weg aus dem wirtschaftlichen Stillstand in weiten Teilen des Mittelstands führen sollen, ohne dabei in einen dritten Lockdown zu gelangen.

Thomas Keiser vom Industrieverband Körperpflege und Waschmittel (IKW) beschrieb stellvertretend die sehr schwierige Situation der Mittelständler in seiner Branche: „Die Nerven liegenblank“. Es seien Öffnungsperspektiven dringend nötig, denn Hilfsgelder des Staates müssten auch immer wieder in der Folgezeit erwirtschaftet werden und könnten daher nicht unendlich verlängert werden.

Markus Kessel vom Bundesverband der Bilanzbuchhalter und Controller (BVBC), thematisierte die schleppende und komplizierte Antragsstellung und Auszahlung von Hilfsgeldern für Unternehmen im Rahmen der Corona-Maßnahmen. Da die Antragstellung der Überbrückungshilfe bisher nur über Steuerberater oder Wirtschaftsprüfermöglich sei, sei diese Berufsgruppe stark überlastet und es komme zu großen Verzögerungen, die u.U. Mittelständler in die Insolvenz trieben. Gleichzeitig stünden die BilanzbuchhalterInnen als fachlich ausgebildete Spezialisten für diese Aufgaben bereit, die aber aufgrund rechtlicher Regelungen die Antragstellung für Unternehmen derzeit nicht freiberuflich übernehmen dürften. Hiermüsse im Sinne einer schnellen Unterstützung des deutschen Mittelstands gehandelt werden.

Dr. Marei Strack, Vorstandsvorsitzende der Dachgesellschaft Deutsches Interim Management (DDIM), und Jan Jagemann, stellvertretender Vorsitzender des Bundesverband Selbstständige Wissensarbeit, wiesen zunächst auf die prekäre Situation vieler Selbstständiger in der Krise hin, dies verknüpfe sich jedoch mit weiterhin dringend benötigten Änderungen beim Statusfeststellungsverfahren. Ohne entsprechende Änderungen, seien viele Selbstständige nach der Krise genauso von Existenzsorgen betroffen, wie derzeit. Gleichzeitig seien es gerade Selbstständige, die die dringend benötigte Digitalisierung in Deutschland praktisch umsetzen und mit neuen Innovationen und Unternehmensgründungen die Wirtschaft im Land nach der Krise wiederbeleben können.