BVMW-Unternehmer-Studienreise nach Augsburg im April 2019

Roboter-Technik, Schiffsmotoren und die Fugger. Reise mit Erlebnis-Programm!

Wie schon seit vielen Jahren üblich, lädt der heimische Geschäftsführer des Bundesverbandes mittelständische Wirtschaft (BVMW), Rainer Jung, die Mitglieder des Verbandes zu einer „BVMW Unternehmer-Studienreise“ ein. Augsburg war das diesjährige Ziel, zu dem eine Gruppe Mittelständler der Region mit dem Bus zu zwei erlebnisreichen Tagen startete. 

Nach einer umfangreichen Vorinformation durch Jung ging es zuerst für die Unternehmer in Augsburg zum weltbekannten Roboter-Hersteller KUKA AG. Hier wurde die wechselvolle Geschichte des Unternehmens dargestellt: Beleuchtungen mittels Acetylen, Müllfahrzeuge, Schreibmaschinen und Schweißmaschinen wurden in der Vergangenheit bereits hergestellt. Die Weitsicht der Firmenlenker ging aber viel weiter, so dass man mit dem „Famulus“ den ersten Roboter auf den Markt brachte. Mittlerweile ist das Unternehmen weltweit in der modernen Roboter-Technologie mit führend. Bei der Besichtigung der dortigen Fertigung konnten sich die meist technisch orientierten Firmenchefs von dem hohen Standard der Produktion überzeugen. Kuka liefert nicht nur Roboter, auch die eigene Fertigung geschieht in Montage-Zellen weitgehend damit – und das, obwohl das Unternehmen über 300 verschiedene Roboter-Typen baut. Dies geht so weit, dass „fühlende“ Roboter Präzisionsteile zusammenfügen und sich dabei selbstverständlich selbst überwachen.

Der zweite Besuchstag begann bei dem Großmotoren-Hersteller MAN SE, einer Tochtergesellschaft des VW-Konzerns. Das Unternehmen produziert an dem Standort Großmotoren (vor allem Schiffsmotoren) und ganze Kraftwerke – in der Vorfertigung teilweise mittels Maschinen aus  dem Siegerland. Es werden Motoren mit einer Leistung von 400 KW bis zu 22.800 KW gebaut, Sondermotoren bis zu einer Leistung, die der Leistung von 750 Golf-KFZ entspricht. Auch dort wollten die Mittelständler aus der Region von den Rundführern viele Einzelheiten von der Planung, der Teilefertigung über den Zusammenbau bis zu Versand und Verkauf wissen. Schließlich wissen die Unternehmer bei ihrer nächsten Kreuzfahrt, welche Motoren für die Fortbewegung des Schiffes sorgen.

Man ist allerdings nicht in Augsburg gewesen, wenn man sich nicht über die Geschichte der Stadt und ihre bekanntesten Persönlichkeiten der Vergangenheit informiert hat: die Fugger. Deshalb stand als letzter Programmpunkt der Rundgang „Auf den Spuren der Fugger durchs goldene Augsburg“ auf dem Programm. Unter der fachlichen Führung begann der Spaziergang in der zweitältesten Stadt Deutschlands am Rathaus, den Bronze-Skulpturen am Herkules und Merkurbrunnen zum Stadtpalast von Jakob Fugger, dem Zentrum des weltweit agierenden Wirtschafts-Imperiums der prominentesten Familie Augsburgs, deren Nachfahren noch immer in der Region Augsburg ansässig sind.  Davon, dass die Fuggers jedoch nicht nur an sich selbst dachten, sondern auch sehr sozial eingestellt waren, konnte sich die Reisegruppe allerdings in der Fuggerei überzeugen, der ältesten Sozialsiedlung der Welt, in der sogar heute noch arme Menschen für 88 Cent pro Monat unter bestimmten Bedingungen wohnen können.

Selbstverständlich kam bei der Reise das Networking der Unternehmer sowohl auf der Fahrt im Bus als auch bei einem zünftigen Abendessen nicht zu kurz.