Gedächtnistrainer Markus Hofmann füllt die Stadthalle

„Stellen Sie sich vor, Dieter Bohlen sitzt auf Ihrem Oberschenkel“, rät der Referent. Und welches Gehirn kann dieser Aufforderung widerstehen? Vom Macho zu Machu Picchu ist es dann nicht mehr weit. Das Kolosseum...

...kann man sich in einem aufgeschnittenen Knie vorstellen. Je witziger die Geschichte, desto „merkwürdiger“ ist sie für das eigene Gehirn!

NEU DENKEN – Mentales Überlebenstraining in der digitalen Welt.

Heutzutage sollten erfolgreiche Unternehmer vielerlei geistiges Rüstzeug mit sich führen. Egal ob Wissen auf dem Markt, Wissen um Kundenwünsche oder auch Allgemeinwissen im ganz privaten Bereich. Mit einem „breiten Blick“, einer guten Basis und einer Handvoll einfacher Tricks kann jeder Mensch seine Leistungsfähigkeit und vor allem seinen Erfolg maßgeblich verbessern. Das versprach Gedächtnisexperte Markus Hofmann seinen 350 Zuhörern am Donnerstagabend in der Stadthalle Rheine.

Veranstalterin Susanne Schlüters vom BVMW (Bundesverband mittelständische Wirtschaft), Leiterin Kreis Steinfurt, hatte traditionell zum Neujahrsempfang geladen und mit Hofmann einen absoluten Top-Speaker am Start.Der mehrfach international ausgezeichnete Gedächtnisexperte und Autor konfrontierte sein Publikum auch gleich zu Beginn seines Programms mit einigen bemerkenswerten Aussagen.

Markus Hofmann verwies auf die Auswirkung von Digitalisierung und Automatisierung: „In Zukunft werden gut 40 Prozent aller aktuell ausgeführten Tätigkeiten von Maschinen übernommen“, schätzte der Bühnenprotagonist. Deshalb sei es enorm wichtig, seinen persönlichen Wissensschatz zu erweitern und sich Methoden anzueignen, um sich geistig weiterzuentwickeln. Nur so könne man, vor allem in Deutschland – konkurrenzfähig bleiben.

Doch bevor es losging, mussten die Zuhörer erst einmal einige kaum lösbare Aufgaben angehen und kreativ werden. „Warmmachen vor dem Denken ist wichtig“, so Hofmann. Dabei sei die Aufgabenstellung an sich völlig egal. Entscheidend sei, dass der Teilnehmer nachdenkt, grübelt und so seine „grauen Zellen“ aktiviert. Sei das dann einmal geschehen, sei das Gehirn regelrecht betriebsbereit für neue Aufgaben, so der Experte. Der Effekt halte etwa 30 bis 50 Minuten an. „Diese Technik funktioniert auch wunderbar, um sich für bevorstehende Höchstleistungen fit zu machen, etwa Kundengespräche, Meetings oder andere wichtige Aufgaben im Beruf“, erklärt Hofmann.

Wo liegt nun also der Schlüssel zum Erfolg? - „Mentale Briefkästen“ schaffen!
Mit geistiger Aktivierung ein paar Knobelaufgaben und etwas Bewegung ging es los. Für Markus Hofmann die erste Voraussetzung. Und dann ging es auch schon bald ans Eingemachte. Für seine Gedächtnistechnik schafft er „mentale Briefkästen“, in denen man immer wieder findet, was man sucht. Um sich die sieben Weltwunder zu merken, definiert er zehn solcher „Briefkästen“ am eigenen Körper. Bei den Zehen geht es los, weiter über Knie und Oberschenkel, Po und Taille, Brust, Hals, Gesicht und Haare. Und dafür wurden die Zuschauer auch erst einmal selbst aktiv, standen auf, bewegten sich zu ihren „Briefkästen“.

Um die Begriffe nun im Kopf zu behalten, wird eine möglichst skurrile Geschichte entwickelt. Wie „Machu Picchu“. „Stellen Sie sich vor, Dieter Bohlen sitzt auf Ihrem Oberschenkel“, rät der Referent. Und welches Gehirn kann dieser Aufforderung widerstehen? Vom Macho zu Machu Picchu ist es dann nicht mehr weit. Das Kolosseum kann man sich in einem aufgeschnittenen Knie vorstellen. (siehe Foto) Je witziger die Geschichte, desto „merkwürdiger“ ist sie für das eigene Gehirn.

„Geist ist geil“ ist Hofmanns Devise
Markus Hofmann ruft seine Zuhörer dazu auf, ihre eigene Komfortzone nicht zu klein werden zu lassen, lieber immer mal wieder an die Kanten zu stoßen. So bleibt man offen und geistig fit. Die Künstliche Intelligenz werde weiter voranschreiten und dann würden von Menschen kreative Prozesse gefragt sein. Dann braucht man Wissen, das man schnell abrufen und übertragen kann. „Geist ist geil“ ist seine Devise.

Und warum das alles?
„Um im besten Falle immer souverän zu agieren“, so Hofmann. Nur wer aus seinen „eingerosteten und festgefahrenen“ Denkmustern ausbreche, könne konstruktiv an Diskussionen teilnehmen und Lösungen für Probleme finden.

Das Einzige, was die Besucher an diesem Abend vergessen sollten, sei die Zeit. Und das ist gut gelungen. Am Ende des eineinhalbstündigen Vortrags hatten die Zuhörer sich viele Merkmale gemerkt – Zahlen, Namen, Gesichter und natürlich „Briefkästen“.

Besondere Gäste
„Ich freue mich sehr darüber, dass immer mehr Gäste aus der Politik anwesend sind“, so Susanne Schlüters. Auf diesem traditionellem Event geben wir mittelständischen Unternehmer/innen sowie Persönlichkeiten aus Wirtschaft und Politik, Gelegenheit für einen ersten gemeinsamen Gedankenaustausch. In einer engagierten Talkrunde mit Bürgermeister Dr. Peter Lüttmann, Christoph Golücke  (Deutschen Bank), Bernhard Pieper (DEOS AG) und Pit Corona (Telekom) wurde das Thema WISSEN vertieft. Vom kleinen Jungen, der ein Gedicht für den Nikolaus googlen wollte über das was ein Bürgermeister wissen sollte bis zum Fachwissen, welches bei der DEOS AG unbedingt notwendig ist wurde diskutiert.

Weitere Gäste, wie Landrat Dr. Klaus Effing, Kreisdirektor Dr. Martin Sommer, Geschäftsführerin der WESt Birgit Neyer, Bürgermeister Dr Peter Lüttmann aus Rheine und Berthold Bültgerds aus Wettringen versprachen mit vielen weiteren Gästen im nächsten Jahr wieder dabei zu sein.