Perfekte Bedingungen, aber Perfektion war nicht das Ziel!

Der Digital Hub TD59 TECHlenburger Land ist im Rahmen unseres "Meeting Mittelstand" gemeinsam mit der Bundesministerin Anja Karliczek offiziell eröffnet. Mit einem interessanten Programm zum Thema Fehlerkultur...

„Challenge your Business“ – alles außer Fehlerfrei lautete der Titel an diesem Abend. Über 200 Gäste erfuhren durch Best Practice Vorträge, wie Unternehmen die Herausforderungen von Veränderungsprozessen meistern und dabei auch mal Fehler zulassen mussten, um daraus zu lernen.

Zu Gast war allen voran Bundesministerin Anja Karliczek, die gemeinsam mit Birgit Neyer, Geschäftsführerin der WESt, Carlo Jesse, Investor des Digitalhub sowie Susanne Schlüters, Leiterin des BVMW-Kreisverbandes Steinfurt, symbolisch ein rotes Band zur Eröffnung zerschnitt.

Mit diesem Team begann auch das offizielle Programm im Rahmen einer Talkrunde. Die Gesprächsrunde befasste sich mit der neuen Art zu arbeiten, mit Denkweisen und den Bedingungen, die der Digitalhub bietet. Immer wieder kam das Silicon Valley zur Sprache, das Carlo Jesse und Björn Caspers, Gründer des Start-ups DACS Laboratories, beide besuchten. Das ist kein physischer Ort, sondern eine Denkweise“, sagte Jesse. In Deutschland, dem „Land der Ingenieure“ seien Unternehmen auf Perfektion aus, in Kalifornien sei das anders. Fail fast, learn faster“ sei ein Motto, das sich Start-ups zum Vorbild nähmen. So soll im Hub gearbeitet werden. „Wir wollen Zufälle erzwingen, Menschen zusammenbringen und Kollaboration massiv fördern“, so Jesse. Perfekte Arbeitsbedingungen schaffen, obwohl Perfektion nicht das Ziel sein soll.

In folgenden Best-Practice-Vorträgen stellten Prof. Dr. Carsten Feldmann und Prof. Dr. Ralf Ziegenbein von der FH-Münster, Dominik Rössler von der Hewing GmbH in Ochtrup sowie Christoph Mangelmans von der Firma Fiege ihre Erfahrungen zum Thema Fehlerkultur vor. In keinem der Fälle ging es darum, Fehler zu meiden. In jedem Fall war der Punkt „Scheitern“ ein Teil der Erfolgsstrategie. Trial and error – das führt schneller zum Erfolg und zu Ergebnissen.

Der Running Gag des Abends waren Socken. Jeder männliche Bühnengast bekam ein Paar von Susanne Schlüters geschenkt. „Damit der Mittelstand keine kalten Füße bekommt…“, scherzte sie. So verpackt kam das bei allen gut an und sorgte für Lockerheit und Kurzweiligkeit, die den Abend prägten.

Eine Auswahl an Zitaten des Abends:

„Wir haben hier wahnsinnig gute Rahmenbedingungen. Wir haben nie danach gefragt, dass andere uns helfen. Wir können uns selbst helfen. Mit diesem Hub haben wir hier genau das, was wir brauchen.“ Anja Karliczek

„Fail fast – learn faster. Es muss nicht bis zur Perfektion gehen wie in Deutschland, dem Land der Ingenieure.“ – Carlo Jesse

„Wenn man sich in einem bestimmten rahmen bewegt und dann etwas anders machen soll, dann tuts erstmal weh. Aber da müssen wir durch.“ – Birgit Neyer

„Ich wollte die Veranstaltung erst ‘Fuck-Up-Night‘ oder ‘Learning by Losing‘ nennen. Dann wurde es ‚‘Challenge your Business‘. Und Carlo sagte: Das ist das, was wir hier leben.“ – Susanne Schlüters

„Der Hub ist ein Werbeplakat für die gesamte Region und darüber hinaus.“ – Björn Caspers

 „LSD. Die Älteren haben schon Leuchten in den Augen…damit ist aber gemeint: Learning, Sharing, Doing.“ – Prof. Dr. Carsten Feldmann

„Meine Regel lautet ‚20-60-20‘ 20% sagen: Super, so machen wir es. 60% sagen: Schauen wir mal wie lange das anhält. 20 Prozent sagen: De spinnt doch. Wir meinen wir müssen die unteren 20% umdrehen. Aber wir müssen die oberen 20 mitnehmen, die dann 60 überzeugen.“ – Dominik Rössler

„Das wichtigste Wort, das wir geprägt haben, ist das Wort ‚Danke‘ für unsere Mitarbeiter.“ – Christoph Mangelmans