Wahl '21 - Wir haben die MdB-Anwärter gefragt

Das Duale System der Berufsausbildung. Politik und Mittelstand sind gefordert aktiv zu werden. Was sagen unsere MdB-Anwärter zum Thema Duales System der Berufsausbildung.

Wir haben unsere MdB-Abgeordneten und die, die es in Kürze werden wollen befragt. Wie ist ihre Meinung zum Thema Duales System der Berufsausbildung.

Lesen Sie hier die Anworten:

Kontext

Dem Mittelstand fehlen Fachkräfte. Jahr für Jahr bleiben immer mehr Ausbildungsplätze unbesetzt. Seit Jahren wächst die Zahl derer, die Abitur und anschließend das Studium für den Berufseinstieg wählen, denn neben Orientierungslosigkeit ist es meist auch das Ziel der Eltern, dass ihre Kinder den höchstmöglichen Abschluss erreichen. Gleichzeitig bleibt die Abbrecherquote an Universitäten und Fachhochschulen stabil bei 30%. Diese werden gerne für die Ausbildung aufgefangen, jedoch sind sie zum Ausbildungsstart schon einige Jahre älter als ihre Kollegen. Verlorene Zeit für die Abbrecher und den Mittelstand.

Es wird klar: politisch fehlt es an Konzepten, um junge Menschen für den Start ins Berufsleben mit Abschluss Hauptschule/Realschule (oder sogar Abitur) in Verbindung mit einer grundständigen Berufsausbildung im dualen System zu begeistern. Auch die gesellschaftliche Wertschätzung mittlerer Bildungsabschlüsse muss wieder gesteigert werden, denn sonst haben wir zu viele unbesetzte Ausbildungsplätze im Mittelstand. Es kann nicht sein, dass mangels Nachfrage Klassenzüge an Berufsschulen aufgelöst werden und Auszubildende, im Schnitt zwischen 15 und 18 Jahren – also ohne Führerschein, im ÖPNV lange Strecken zur nächsten Berufsschule zurücklegen müssen. Wie soll insbesondere im ländlichen Bereich eine Ausbildung so gegenüber einem Studium attraktiv sein? Das wachsende Fachkräfte- und Nachfolgeproblem, vor allem im handwerklich geprägten Mittelstand, kann nur an der Quelle beseitigt werden.

Unsere Fragen an Sie:

 

  • Wie sehen Ihr Engagement und Ihre Lösungsansätze zu dieser Herausforderung aus?
  • Wie setzen Sie sich in Regierungsverantwortung dafür ein, das Konzept des Dualen Systems der Berufsausbildung, um das wir weltweit beneidet werden, zu fördern und wieder attraktiv zu gestalten?


Antworten/Reaktionen/Standpunkte

Dr. Michael Meister CDU MdB, WK 188 Bergstraße

Ich habe in dieser Wahlperiode erfolgreich dafür gekämpft, die Gleichwertigkeit von beruflicher und akademischer Bildung maßgeblich voranzubringen. So wurde mit der jüngsten Reform des Berufsbildungsgesetzes die duale Berufsausbildung noch attraktiver: Mit einer Mindestausbildungsvergütung, mehr Flexibilität bei einer Ausbildung in Teilzeit und vielen weiteren Verbesserungen. Insbesondere mit den neuen Fortbildungsstufen wie "Bachelor Professional" und "Master Professional" wird die Gleichwertigkeit von beruflicher Fortbildung und Studium besser sichtbar. Da die Bezeichnungen international verständlich sind, fördern sie zudem die Mobilität für berufliche Aufsteiger.

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Dr. Julia von Buttlar FDP, WK 186 Darmstadt

Das duale System der beruflichen Bildung in Deutschland ist weltweit ein Vorbild und Erfolgsfaktor für unseren Wirtschaftsstandort. Die Verbindung von Praxis im Betrieb und Theorie in der Berufsschule bietet jungen Menschen vielfältige Chancen in der Arbeitswelt. Insbesondere mit Blick auf den demografischen Wandel wollen wir Freie Demokraten das duale System stärken, damit die benötigten Fachkräfte – etwa im Handwerk, in der Industrie, im Handel und in den Freien Berufen –  gesichert werden können. Wer die berufliche Bildung stärkt, stärkt den Mittelstand.

 

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Stefan Sauer CDU MdB, WK 184 Groß-Gerau

Die berufliche Bildung in Deutschland gehört zu den erfolgreichsten Qualifizierungssystemen weltweit. Als Mitglied des Ausschusses für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung habe ich erlebt, dass das deutsche Modell der dualen beruflichen Ausbildung weltweitals Vorbild gilt und Spezialisten für berufliche Bildung in Schwellen- und Entwicklungsländern dringend nachgefragt werden.

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Patricia Lips CDU MdB, WK 187 Odenwald

Die berufliche Bildung ist mir persönlich ein Herzensanliegen, da ich zunehmend eine Art Erosion dieses ausgezeichneten Systems erkenne, mit allen Folgen für die Fachkräfte von morgen. Als gelernte Groß- und Außenhandelskauffrau und Handelsfachwirtin setze ich mich deshalb bereits seit Jahren für die berufliche Bildung ein und werbe auch in den Schulen für eine solide berufliche Ausbildung.

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Melanie Wegling SPD, WK 184 Groß-Gerau

Da ich selbst aus einer Handwerkerfamilie herausstamme und mein Vater ein eigenes Handwerksunternehmen hat, ist mir das Thema durchaus bekannt. Auch habe ich mich vor einigen Wochen bei einem Gespräch mit dem Vorsitzenden der Kreishandwerkerschaft in meinem Wahlkreis Groß-Gerau getroffen, der mir von dem fehlenden Nachwuchs berichtet hat.

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Philip Krämer Landesvorsitzender Bündnis 90/Die Grünen Hessen, WK 187 Odenwald

Trotz enormen Fachkräftemangels sinkt die Zahl der jungen Menschen, die eine Berufsausbildung beginnen. Neben dem Studium als Konkurrenzlaufbahn, landen gleichzeitig auch immer mehr in den Warteschleifen des Übergangssystems. Die duale Ausbildung muss auf sichere Beine gestellt werden. 

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Dr. Astrid Mannes CDU MdB, WK 186 Darmstadt

Ausbildung ist ein hochaktuelles und zentrales Thema, welches vor dem Hintergrund unserer demografischen Veränderung und des zunehmenden Fachkräftemangels immer mehr an Bedeutung gewinnt. Wer heutzutage nachhaltig, wettbewerbsfähig und erfolgreich am Markt positioniert sein möchte, für den ist die Investition in Auszubildende ein Muss. Dies lohnt sich bereits während der Ausbildung und macht sich mehr als bezahlt, wenn sich die jungen Fachkräfte wertschöpfend in das Unternehmen einbringen können.

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