Melanie Wegling SPD, WK 184 Groß-Gerau

"Da ich selbst aus einer Handwerkerfamilie herausstamme und mein Vater ein eigenes Handwerksunternehmen hat, ist mir das Thema durchaus bekannt. Auch habe ich mich vor einigen Wochen bei einem Gespräch mit dem Vorsitzenden der Kreishandwerkerschaft i...

Da ich selbst aus einer Handwerkerfamilie herausstamme und mein Vater ein eigenes Handwerksunternehmen hat, ist mir das Thema durchaus bekannt. Auch habe ich mich vor einigen Wochen bei einem Gespräch mit dem Vorsitzenden der Kreishandwerkerschaft in meinem Wahlkreis Groß-Gerau getroffen, der mir von dem fehlenden Nachwuchs berichtet hat.

Ich habe mich zwar trotz des familiären Hintergrunds für ein Studium entschieden, weil ich mich Stärken und meine Interessen genau kenne. Und da setzt einer der ersten wichtigen Schritte an. Schon früh müssen die Schüler*innen an ihre Interessen und Stärken herangeführt werden. Wichtig dabei ist, dass eine frühe und individuelle Berufsberatung in der Schule stattfindet, um sowohl die jeweiligen Ausbildungsberufe ausreichend vorstellen zu können, wie aber auch die Interessen und Stärken der jeweiligen Schüler*innen früh zu finden und herauszustellen. Und wenn es sich anbietet, sind die Ausbildungskonzepte zu überprüfen und ggf, auch attraktiver zu gestalten.
Auch mit einer Stärkung des BAföG wie es das SPD-Wahlprogramm vorsieht, sollen alle Auszubildenden ein insgesamt auskömmliches Einkommen haben.  

Mehr Informationen über die verschiedenen Ausbildungsberufe könnten manches Vorurteil, dass auch heute noch gegenüber manchen Handwerksberufen besteht, entkräften.
Als Sozialdemokratin unterstütze ich zwar sehr das Aufstiegsversprechen, doch muss dieser Aufstieg nicht zwingend über ein Studium stattfinden. Jede und jeder sollte nach seinen Fähigkeiten gefördert werden. Es bringt niemandem etwas, wenn man ein Studium beginnt, um später festzustellen, dass man nicht dafür geschaffen ist.  

Ein weiterer wichtiger Punkt ist mir als Frau besonders wichtig. Soweit mir bekannt, liegt der Frauenanteil bei neu geschlossenen Ausbildungsverträgen bei rund 20%. Zwar variiert das von Beruf zu Beruf, doch ist mir das noch zu wenig. Aus Gesprächen weiß ich, dass einer der Hinderungsgründe die fehlenden Sozialräume und sanitären Einrichtungen für Frauen sind und der Um- bzw. Einbau entsprechend Geld kostet. Hierzu kann ich mir die Schaffung von Fördermöglichkeiten für den Bau von Sozialräumen für Frauen attraktiver wird. Und auch hier gilt - Informieren, informieren und informieren, damit auch junge Frauen sich für klassischen "Männerberufe" interessieren.

Dazu beitragen könnten auch Ausbildungsmessen, von denen es leider im Kreis Groß-Gerau kein richtig gutes Angebot gibt und damit Nachholbedarf besteht.

Schließlich natürlich die Situation in den Berufsschulen. Ich spreche deutlich gegen das Schließen von Ausbildungsklassen aus, die an anderen Schulen zusammengelegt werden. Das mag für die eine Seite Kosten verringern und effizienter erscheinen, doch führt häufig genug zu einem späteren Mangel an Auszubildenden in der Region, wo die jeweilige Ausbildungsklasse geschlossen wurde. Langfristig werden also die Probleme damit größer, was nicht als sinnvoll bewertet werden kann.

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Bildungallianz Mittelstand Südhessen

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