Stefan Sauer CDU MdB, WK 184 Groß-Gerau

"Es ist mir und generell der CDU/CSU-Bundestagsfraktion ein Herzensanliegen, die Gleichwertigkeit von beruflicher und akademischer Bildung zu betonen. Zu einem funktionierenden Gemeinwesen gehören Installateure, Pflegerinnen, Baufachleute und Landsch...

Es ist mir und generell der CDU/CSU-Bundestagsfraktion ein Herzensanliegen, die Gleichwertigkeit von beruflicher und akademischer Bildung zu betonen. Zu einem funktionierenden Gemeinwesen gehören Installateure, Pflegerinnen, Baufachleute und Landschaftsgärtnerinnen ebenso dringend wie Anwälte und Lehrerinnen.

Die berufliche Bildung in Deutschland gehört zu den erfolgreichsten Qualifizierungssystemen weltweit. Als Mitglied des Ausschusses für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung habe ich erlebt, dass das deutsche Modell der dualen beruflichen Ausbildung weltweitals Vorbild gilt und Spezialisten für berufliche Bildung in Schwellen- und Entwicklungsländern dringend nachgefragt werden.

Der Fachkräftemangel bedrückt mich und stellt eine der größten Herausforderungen in der Arbeitswelt dar. Nicht zuletzt auf diesem Hintergrund hat die CDU-geführte Bundesregierung die berufliche Bildung durch eine Novelle des Berufsbildungsgesetzes, das am 1.1.2020 in Kraft getreten ist, noch attraktiver gemacht.

Die wichtigsten Neuerungen sind:

 

  • Einführung transparenter Fortbildungsstufen für eine höherqualifizierende Berufsbildung. Diese schaffen auch Klarheit auf dem weltweiten Arbeitsmarkt.
  • Eine ausbalancierte Mindestausbildungsvergütung. Auszubildende, deren Ausbildung begonnen hat, erhielten im ersten Ausbildungsjahr eine Mindestvergütung in Höhe von 515 Euro. Schrittweise werden die fixen Einstiegshöhen dann angehoben: für den Ausbildungsbeginn in 2021 auf 550 Euro, für den Ausbildungsbeginn in 2022 auf 585 Euro und für den Ausbildungsbeginn in 2023 auf 620 Euro. Ab 2024 wird die Mindestvergütung für das erste Ausbildungsjahr jährlich an die durchschnittliche Entwicklung aller Ausbildungsvergütungen angepasst.
  • Die Möglichkeit, Ausbildungen in Teilzeit zu absolvieren: wenn sich Ausbilder und Auszubildende einigen, ist nunmehr eine Teilzeitberufsausbildung für alle Bereiche möglich. Dies erleichtert auch Menschen mit Behinderungen, pflegenden Angehörigen oder Flüchtlingen, die wir mittels einer Ausbildung integrieren wollen, den Schritt in die berufliche Bildung.
  • Schaffung der „Allianz für Aus- und Weiterbildung“ im Zusammenwirken von Vertretern der Bundesregierung, der Bundesagentur für Arbeit, der Länder sowie Spitzenorganisationen der Wirtschaft und Gewerkschaften.
  • Verbesserung der Rahmenbedingungen für Prüfungen und Möglichkeit eines flexiblen Einsatzes von ehrenamtlichen Prüferinnen und Prüfern.
  • Förderung der Digitalisierung in der Ausbildung, beispielsweise durch die Initiative „Berufsbildung 4.0“. Unter dem Dach der Initiative wird der Einsatz digitaler Medien in der beruflichen Bildung gefördert oder das Berufsausbildungspersonal mit der Qualifizierungsinitiative fit für den digitalen Wandel gemacht.
  • Einführung des Aufstiegs-BAföG. Seit dem 1. August 2020 gelten hierbei Verbesserungen. Wer sich beispielsweise zum Handwerks- oder Industriemeister, zum Techniker, Betriebswirt oder staatlich geprüftem Erzieher fortbilden will, wird noch besser unterstützt. Für eine Familie mit zwei Kindern etwa können das bis zu rund 1.600 Euro im Monat sein.
  • „Bundesprogramm Ausbildungsplätze sichern“. Die Bundesregierung fördert hiermit insbesondere kleine und mittlere Unternehmen, die von den Folgen der Corona-Pandemie betroffen sind. Dazu wurde kürzlich die Verlängerung des Programms für das Ausbildungsjahr 2021/2022 im Kabinett beschlossen. Darin enthalten ist die Verdoppelung der Ausbildungsprämien, wenn Betriebe die Zahl ihrer Ausbildungsplätze stabil halten oder sogar noch steigern. Gleichzeitig will die Bundesregierung die Zahl der Unternehmen, die von den Prämien profitieren können, spürbar ausweiten und weitere finanzielle Hilfen schaffen, wie beispielsweise einen Zuschuss zur Ausbildervergütung.

 

 

Die CDU hat in ihrem Wahlprogramm betont, dass sie diese Entwicklung fortführen will und mehr Gewicht auf die Ausbildung junger Menschen als Facharbeiter und Handwerker legen wird, um dem Fachkräftemangel in diesen Bereichen wirksam zu begegnen. Dazu gehören die genannten Verbesserungen; ihre Entwicklung werden wir evaluieren und je nach Bedarf weitere Maßnahmen entwickeln. Für mich persönlich sind drei Aspekte besonders wichtig:

 

  • Informationskampagnen in den Schulen, um auf die Vielfalt und die Bedeutung der dualen beruflichen Ausbildung aufmerksam zu machen. Dabei spielt es keine Rolle, ob die Ausbildung bereits das Berufsziel beinhaltet oder als Vorbereitung für ein späteres Studium bzw. eine spätere Weiterbildung gesehen wird. Wir müssen bei jungen Menschen ein Bewusstsein für die hervorragenden Entwicklungsmöglichkeiten schaffen.
  • Anwerbung qualifizierter Fachkräfte aus dem Ausland, denn auf Grund der demographischen Entwicklung werden wir mit einheimischen Kräften das Problem nicht vollständig lösen können. Deswegen hat die Bundesregierung schon im August 2019 das Fachkräfteeinwanderungsgesetz beschlossen.
  • Verbesserung der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen für Unternehmen, die Ausbildungsplätze anbieten. Neben beispielsweise steuerlichen Aspekten und entsprechenden Förderkonzepten könnten hierbei auch gemeinsame Aktionen von Betrieben und Bundesregierung für weitere umfassende Kampagnen zur Schaffung des nötigen Bewusstseins für die Bedeutung der dualen Ausbildung gestartet werden.

 

Ich selber setze mich in Gesprächen an Schulen und in Betrieben meines Wahlkreises Groß-Gerau – ebenso wie in Diskussionen mit Eltern, die sich Gedanken über die Zukunft ihrer Kinder machen – stets nachdrücklich dafür ein, eine Ausbildung anzustreben, vielfältige Ausbildungsplätze anzubieten und ein Bewusstsein für die Chancen zu schaffen, die die duale Ausbildung bietet.

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Bildungallianz Mittelstand Südhessen

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