Pressemitteilung

Mittelstand in Südniedersachsen drängt auf weitere Hilfsmaßnahmen, BVMW-Regionalleiter Jörn Kater warnt vor wirtschaftlichem Kahlschlag

Das Hilfspaket der Bundesregierung reicht nicht aus, den Auswirkungen der Coronavirus-Pandemie auf den Mittelstand in Südniedersachsen entgegenzuwirken, erklärt Jörn Kater, Regionalleiter des Bundesverbands mittelständische Wirtschaft BVMW e.V.

„Die mittelständischen Unternehmen erwarten massive Umsatzverluste“, warnt er und verweist auf die dramatischen Ergebnisse der Umfrage unter 2.500 Mitgliedsunternehmen: knapp 45 Prozent rechnen mit mehr als 60 Prozent Umsatzrückgang, 40 Prozent mit bis zu 30 Prozent.

„Das Hilfspaket der Bundesregierung verfehlt weitgehend den klassischen Mittelstand. Denn Unternehmen zwischen elf und 249 Beschäftigten fallen in eine Förderlücke der Soforthilfen zwischen den Kleinstunternehmen und Selbstständigen und den Großunternehmen und Konzernen.“

Äußerst unzufrieden zeigen sich die Mittelständler mit der staatlichen Hilfe, mehr als drei Viertel (76,3 Prozent) schätzen diese als nicht ausreichend ein – ein Hauptgrund ist die schleppende Umsetzung. „Mehr als die Hälfte (53,5 Prozent) der Klein- und Mittelbetriebe brauchen direkte Finanzhilfen, jetzt! Die vom Bundeswirtschaftsminister für den Kernmittelstand zugesagten Kredite und Bürgschaften helfen bestenfalls mittel- und langfristig, aber nicht in der akuten Notsituation“, betont der Kater.

Der BVMW-Regionalleiter fordert, schnellstens mit Liquidität sichernden Maßnahmen nachzubessern. Die Anfang März vorausgezahlten Steuern sollten rückerstattet werden. Ebenso sei die sofortige und vollständige Abschaffung des Soli für alle eine Maßnahme mit hoher Wirkung und Symbolkraft. „Die mittelständischen Unternehmer brauchen jetzt keine Sterbeversicherung, sondern direkte Finanzspritzen. Andernfalls droht auch in Südniedersachsen ein wirtschaftlicher Kahlschlag ungeahnten Ausmaßes.“