23. BVMW Business-Meeting am 26.04.2018 mit Wolfgang Grupp im PS.Speicher

Die Sicherheit der Arbeitsplätze steht an erster Stelle

Göttingen, April 2018 - „Wir Unternehmer stehen in der Verantwortung, unseren Mitarbeitern die Sicherheit der Arbeitsplätze zu garantieren. Nur dann bringen sie auch volle Leistung!“ forderte Wolfgang Grupp, der für sein Unternehmen Trigema mit dem Produktionsstandort Deutschland wirbt.

Wie er das managt, das erzählte er beim 23. BVMW-Business-Meeting vor 120 Unternehmerinnen und Unternehmern im PS:Speicher Einbeck: „Ich bin in Deutschland geblieben, weil ich nicht ärmer werden wollte.“ Schließlich seien alle Textilhersteller, die der Abwärtsspirale des Preisdumping folgten und ihre Produktion ins Ausland verlagerten, insolvent oder verramscht worden. Er dagegen habe stattdessen neue Absatzkanäle gesucht: Vom Versandhandel und Kaufhauskönigen über SB-Märkte und Discounter  bis hin zum jetzigen Absatz über Testgeschäfte und Online-Handel. „Zum Glück habe ich keinen Berater gefragt. Was auf mich zukam habe ich angeschaut und genutzt.“ Für Trigema ein Weg, der sich bis heute gerechnet hat.

Er setze auf hohe Qualität und schnelle Lieferung. Ein stetige Expansion, die auf Kosten der Löhne und Lieferanten gehe, sei für ihn die falsche Richtung: „Man muss auch mal zufrieden sein. Und wenn es mir gut geht, muss es auch den anderen gut gehen“, sagte der 74-Jährige Alleininhaber. „Statt wie so viele an die Börse zu gehen und Aufsichtsräten die Füße zu küssen, küsse ich lieber die Füße meiner Frau!“

Mit seinen unverblümten Aussagen begeisterte Wolfgang Grupp die Zuhörer. Dabei zog sich die Verantwortung als roter Faden durch die Themen Politik, Unternehmensstrategie und Familie. Und diese Verantwortung lebt er, indem er Familienmitgliedern von Beschäftigten einen Arbeitsplatz garantiert, denn „wer kommt schon freiwillig nach Burladingen?“ Auch gemeinsame Entscheidungen in der Verwaltung und Lohntransparenz gehören für ihn zum Betriebsklima, in dem es fair zugeht und sich alle „wie eine Betriebsfamilie“ wertgeschätzt und wohlfühlen. Die allermeisten sind seit ihrer Ausbildung dabei, haben viel Erfahrung und lassen sich nicht abwerben. „Der einzige mit Doktortitel bin ich, und selbst das ist manchmal zu viel.“

Grupp brachte Dinge auf den Punkt, direkt und unterhaltsam, was bei den Gästen anschließend für lebhafte Diskussionen sorgte. Nur der Schimpanse – mit dem Trigema wirbt – kam nicht zur Sprache. Zu interessant war der Firmeninhaber selbst.

Gastgeber Jörn Kater, Regionalleiter Südniedersachsen des Bundesverbands mittelständische Wirtschaft, zeigte sich beeindruckt von der klaren Haltung: „Auch mal Nein sagen zu immer billigeren Preisforderungen, das ist echte Konsequenz, hilft unseren Beschäftigen und damit auch uns Unternehmern in Deutschland.“

Beim öffentlichen 24. BVMW-Business-Meeting am 21. Juni im Weserhotel Schwager, Holzminden, referiert Susanne Storck zum Thema „Wie würde Shakespeare Ihre Akquise inszenieren?"

Unternehmerfrühstück am 12.04.2018 mit Johannes Schraps im Weserhotel Schwager

Politische Ziele im Weserbergland

Holzminden, April 2018 - Es ist mittlerweile zur beliebten Tradition geworden, dass der Bundesverband mittelständische Wirtschaft (BVMW) zum direkten Austausch zwischen südniedersächsischen Unternehmerinnen und Unternehmern und Bundespolitikern einlädt. „Was sind Ihre Ziele? Was können wir von Ihnen erwarten?“ wollten die BVMW-Mitglieder dieses Mal beim Frühstück im Weserhotel Schwager von Johannes Schraps, SPD, wissen.

2017 neu als direkt gewählter Abgeordneter der SPD ins Bundesparlament gewählt, berichtete er über die Schritte zur Koalition und seinen Start. Eine hohe Priorität habe für ihn der Besuch aller 30 Bürgermeister und Landräte seines Wahlkreises, das von Hameln-Pyrmont über Holzminden und Uslar bis Bodenfelde reicht: „Wichtig ist mir der unmittelbare Eindruck vor Ort, um die konkreten Bedürfnisse in meine Arbeit aufzunehmen.“

Jede Klientel stelle ihm dann dieselbe Frage: was er tun werde. „Meine Antwort ist: Dinge, die ich bewegen will, sollen nicht nur Einzelnen zu Gute kommen, sondern für uns alle von Vorteil sein.“ Konkret engagiere er sich in der Gruppe der Weseranrainer, um eine radikale Reduzierung der Einleitung von Salzabfällen aus der Kali-Industrie zu erwirken.

Ebenso setze er sich für die digitale - und Verkehrsinfrastruktur ein. Eine bessere Anbindung, für die Gelder bereitstehen, müsse nun endlich umgesetzt werden. Schließlich gelte es, die bundesweite Wahrnehmung des Weserberglandes zu stärken, zu der im Übrigen auch die neue Regionalmarke ECHT positiv beitrage.

„Als Politiker sehe ich mich in der pro-aktiven Rolle“, betonte Schraps, „das heißt für mich, Gedanken aufnehmen, diskutieren und Lösungswege erarbeiten.“ Ein Weg, der für ihn ebenso im Ausschuss für EU-Angelegenheiten gilt. „Auch da sind spannende Diskussionen zu erwarten“ berichtete er. Und trotz Termindrucks nahm er sich noch Zeit für weitere Themen wie den Umgang mit Populismus und Social Media.

Viele Einsichten und Anregungen bot das gemeinsame Frühstück in ungezwungener Atmosphäre. „Der direkte Dialog fördert immens das  gegenseitige Verständnis“, resümiert ein Teilnehmer. Damit biete der BVMW seinen Mitgliedern eine gute und wichtige Plattform.

Die Veranstaltungsreihe ‚Politik am Morgen‘ mit anderen Politikern wird am  7. Juni 2018 im Graf Isang, Seeburg, weitergeführt. Davor bietet das 23. BVMW-Business-Meeting am 26. April interessanten Diskussionsstoff mit Unternehmer Wolfgang Grupp, Trigema. Diese Veranstaltung steht auch Nicht-Mitgliedern offen. Informationen dazu gibt es unter www.bvmw.de/event/874/23-bvmw-business-meeting/

22. BVMW Business-Meeting am 22.02.2018 mit Dr. Norbert Blüm im Hardenberg Atrium

Die Wirtschaft muss nachdenken

Göttingen, Februar 2018 - „Wir stehen an einer Zeitenwende und müssen entscheiden, wie es mit unserer Kultur weitergeht.“ Norbert Blüm, der als Redner zum 22. BVMW-Business-Treff ins Atrium Hardenberg gekommen war, spannte einen Bogen von der gestrigen zur zukünftigen Arbeitswelt.

Unter dem Thema „Wie sieht die Welt von morgen aus?“ zeichnete der 82-Jährige den über 100 Unternehmern und Führungskräften aus Südniedersachsen die Zukunft der Digitalisierung auf. Die damit einhergehende Arbeitserleichterung biete zwar schnellere und individuellere Lösungen, aber sie dränge auch die Beschäftigung zurück. Die Entmaterialisierung schreite voran und der Datenbesitz werde immer machtvoller und führe zu einer grundlegenden Änderung der Arbeitskultur. „Menschen aber brauchen das soziale Miteinander und auch die Arbeit, um sich ein Zuhause schaffen zu können.“ Arbeit haben und Leistung bringen seien wichtige Antriebsfedern im menschlichen Leben.

Die Sorge „Geht uns die Arbeit aus?“ könne vor allem der Mittelstand nehmen. Denn gerade die kleinen und mittelständischen Firmen leben vom Vertrauen der Kunden und der Beschäftigten. Und dieses sei nicht auf Knopfdruck erreichbar, sondern nur im persönlichen Kontakt. „Selbst in der Altenpflege können Roboter nicht die menschliche Wärme und Zuwendung ersetzen“, so Blüm.

Vertrauen und Empathie sieht er als entscheidende Wettbewerbsvorteile bei der fortschreitenden Digitalisierung. „Gefühle können und wollen wir nicht quantifizieren. Und auch was uns wichtig ist, kann keine Maschine beantworten. Darüber müssen wir schon selbst nachdenken.“ Und da der Mittelstand Modernität mit Menschlichkeit verbinden könne, komme ihm eine große Bedeutung zu. Mit der Aufforderung „Nutzen Sie Ihre Stärke und werden Sie Bahnbrecher für die Menschlichkeit!“ endete der einstige Bundesminister für Arbeit und Sozialordnung seinen Vortrag und erntete damit viel Beifall.

Als starke Stimme des Mittelstands bietet der Bundesverband mittelständische Wirtschaft seinen Mitgliedern Unterstützung bei Fragen rund um die Digitalisierung und arbeitsverträgliche Implementierung in Betrieben an. Konkrete Informationen zur vom Bundesministerium für Wirtschaft geförderten Initiative „Mittelstand 4swirtschaft des BVMW.

Und so bot der Abend von der Vision bis zum Konkreten und von damals bis morgen nachdenkenswerte und wertvolle Gedanken, die beim abschließenden Get-together ausgetauscht wurden. Gastgeber Jörn Kater, Regionalleiter Südniedersachsen, verspricht auch für den 23. BVMW-Business-Treff am 26. April im PS:Speicher Einbeck interessanten Diskussionsstoff. Dann mit Wolfgang Grupp, Eigentümer des Textilunternehmens Trigema, zum Thema „Produktionsstandort Deutschland – nur eine Frage der Unternehmer“.

Unternehmerfrühstück am 08.02.2018 mit Roy Kühne im Burghotel Hardenberg

Politik im Kreuzfeuer

Northeim, Februar 2018 - Eine „dramaturgische Punktlandung“ nannte Jörn Kater die BVMW-Veranstaltung ‚Politik am Morgen‘ am Tag nach dem Abschluss der Koalitionsverhandlungen im Bund. Und er dankte Dr. Roy Kühne, Mitglied des Bundestags der CDU, der sich der Diskussion mit über 50 regionalen Unternehmerinnen und Unternehmern im BurgHotel Nörten-Hardenberg stellte.

Natürlich drängten sich die Fragen auf „Hat sich die CDU über den Tisch ziehen lassen? Warum gibt es keine erkennbare Linie? Wo bleibt die junge Generation?“. Kühne antwortete diplomatisch: „Ja, die Zugeständnisse schmerzen. Aber wir werden in großem Umfang in Bildung und Digitalisierung und damit auch in eine moderne Zukunft investieren.“ Nun komme es auf die konkrete Umsetzung an, die er mit viel Hartnäckigkeit verfolge. Und doch gab er zu, dass zu wenig jüngere Politiker in die Regierung kommen. Außerdem stünde zu viel „würde, könnte, müsste“ im Vertrag – was  allerdings auch eine flexible Gestaltung ermögliche.

So begrüße er die Kompromisse bei der sachgrundlosen Befristung, sehe aber auch Probleme bei der garantierten Rückkehr von einer Teil- in eine Vollzeitstelle und vermutet: „das wird die Anzahl der Verträge im Sachgrundbereich erhöhen.“ Schließlich brauchen gerade kleine Unternehmen eine unkomplizierte Bedarfsanpassung in punkto Beschäftigung.

Die Gäste aus Göttingen, Northeim, Einbeck, dem Harz und dem Eichsfeld brachten viele eigene Themen konkret auf den Tisch: Ob die Politik der Telekom beim Breitbandausbau nicht auf die Füße treten könne, wie kleinere Unternehmen die Datenschutzgrundverordnung umsetzen sollen, wo eine vorausschauende Infrastruktur bleibt, warum die die doppelte Verbeitragung der Altersvorsorge  nicht gekippt wird, wieso die Regierung kein Direktionsrecht bei den Ausgaben für Gesundheit ausübt, hier gäbe es noch „zu viel Papierberge zwischen Krankenhäusern und Ärzten.“

Kühne gab kritische und zustimmende Antworten. Auf die Schlussfrage, wie er der zunehmenden Politikverdrossenheit entgegnen wolle, antwortete er: „Indem ich Veranstaltungen wie diese wahrnehme.“ Auch versuche er, in den Schulen Jugendliche für Politik zu interessieren, aber Lehrkräfte fürchten eine einseitige Einflussnahme. „Wir Politiker haben einen schlechten Ruf. Dabei brauchen wir den Dialog und die Auseinandersetzung, um gemeinsam die Zukunft zu gestalten.“

Seine Aufforderung, dass es auch Aufgabe der Unternehmen sei, sich offen der Diskussion mit Politikern aller Parteien zu stellen, unterstrich Gastgeber Jörn Kater, Leiter der Wirtschaftsregion Hannover und des BVMW-Kreisverbandes Südniedersachsen. Er lädt ein zum nächsten Frühstück ‚Unternehmer fragen, Politiker antworten‘ am 12. April im Weserhotel Holzminden.

Eine weitere Gelegenheit zum regen Austausch bietet der 22. BVMW- Business-Treff am 22. Februar 2018 im Hardenberg Atrium Nörten-Hardenberg mit Dr. Norbert Blüm zum Thema „Wie sieht die Welt von morgen aus?“

"Erfolg durch starke Marke - Imagebildung im Mittelstand" am 30.01.2018 mit Björn Schöne im Audizentrum Göttingen

Göttingen, Januar 2018 - „Eine Marke gibt uns das gute Gefühl, einen Fehlkauf zu vermeiden.“ Gerade klein- und mittelständische Unternehmen seien daher herausgefordert, sich als Marke abzugrenzen, unverwechselbar zu sein, so Björn Schöne.

Er sprach vor über 100 Inhabern und Führungskräften, die der Einladung des BVWM Südniedersachsen in das Audi Zentrum Göttingen gefolgt waren, um von ihm Näheres über das Warum und Wie der Markenbildung zu erfahren.  

Anhand unterhaltsamer und einprägsamer Beispiele zeigte Schöne auf, wie die Festlegung auf einen Begriff die gesamte Werbestrategie beeinflusst, denn „es macht einen Unterschied, ob Sie mit dem Wert Familie, Genuss oder Technik die Kunden ansprechen wollen.“

Doch wie schaffen es kleine Unternehmen, sich als starke Marke zu etablieren? Dafür gab Schöne drei konkrete Tipps: Markieren Sie Ihr Produkt und machen Sie Ihren Auftritt unverwechselbar! Schaffen Sie eine Identität, mit der Ihr Produkt assoziiert wird! Überzeugen Sie mit Ihrer Persönlichkeit! Ein Prozess, der nur mit der Zeit und durch Kontinuität gelinge.

Drei Unternehmer gaben im anschließenden Interview Auskunft, wie sie selbst die Markenbildung umgesetzt haben: Alexander von Uslar-Gleichen (Göttingen Coupon), Dirk Brüninghaus (Allersheimer Brauerei) und Dr. Wolfgang Rauwald (Dr. Rauwald Reinigungssysteme) berichteten von ihren Strategien und betonten einstimmig: „Es braucht Persönlichkeit, Leidenschaft und den Blick, der stets auf die Bedürfnisse der Kunden gerichtet ist.“

Dass auch er den Blick auf das richtet, was die Mitglieder wünschen, hat Jörn Kater mit dieser Veranstaltung bewiesen. Der Regionalleiter Südniedersachsen des Bundesverbands mittelständische Wirtschaft Unternehmerverband Deutschlands e.V. (BVMW) freute sich über die positive Resonanz: „Viele haben wertvolle Impulse für Ihr Geschäft mitnehmen können.“ Sein Dank ging an Björn Schöne sowie cewe-foto print und Audi Göttingen, die die Veranstaltung ermöglichten.

Die nächste BVMW-Veranstaltung „Politik am Morgen“ am 8. Februar 2018 ist bereits ausgebucht. Am 22. Februar findet das 22. Business-Meeting des BVMW Südniedersachsen im Hardenberg Atrium statt, dann mit Referent Dr. Norbert Blüm zum Thema „Man lernt nie aus!“

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