28. BVMW Business-Meeting am 21.11.2019 mit Reiner Calmund im EF Autocenter Göttingen

Kompetente Schlaftabletten haben keinen Erfolg

Göttingen, November 2019 - Reiner Calmund, Fußballexperte und Manager, nahm beim 28. BVMW-Business-Meeting Ende November kein Blatt vor den Mund. Treffend zog er in seinem Vortrag ‚Mit Kompetenz und Leidenschaft zum Erfolg‘ zielgenaue Parallelen zwischen Fußball und Wirtschaft. Und damit 150 Gäste im Mercedes-Benz EF Autocenter in seinen Bann.

„Man muss die anderen heiß machen!“, forderte Calmund sie auf. Das Team begeistern, Identifikation schaffen – dann bringe man es mit Siegeswillen ganz nach oben. Deshalb ist neben der Kompetenz die  Leidenschaft ein wichtiger Antrieb. „Dabeisein ist alles? Das reicht nicht!“, mahnte er. Statt nur mitzumachen, muss man besser sein als der Wettbewerb. Seien es mehr Siege und damit Punkte beim Fußball oder mehr Qualität und damit höhere Kundenzufriedenheit beim Unternehmen. „Für beide zählt das Ergebnis.“

Einen Nadelstreifenanzug brauche man dafür nicht, sondern Strategie, Innovation und Kreativität. Und, so Calmund, eine konsequente Führung: „So wie Trainer van Gaal, der den Mut hatte, erfahrene Spieler auf die Bank zu setzen.“ Eine Führung, die auch auf professionelle Nachwuchsarbeit setze, so wie sie der DFB forciere. „Wir alten Säcke motzen über die Jugend, lassen wir doch die  „ich weiß alles“-Mentalität und kümmern uns lieber um gutes Personalmarketing.“

„Genau richtig“ fanden dies die anwesenden Unternehmer*innen und Führungskräfte. Gewürzt mit Anekdoten aus dem Fußball-Leben und jeder Menge Empathie für den Mittelstand, „der auch 1. Liga spielt“, verstand es Calmund, sie zu begeistern.

Begeistert haben auch die zwei Unternehmer, die den Unternehmerpreis des BVMW-Südniedersachsen entgegennehmen konnten:

Claudia Halbach, Geschäftsführerin TEKA Sauna-Manufaktur in Hann. Münden, die im letzten Jahr eine unternehmerische wie menschliche Herausforderung gemeistert hat.
Carsten Schleevoigt, Geschäftsführer onp planungs + projekt gmbh aus Göttingen, für sein großes Engagement im BVMW und bei der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) – die Seenotretter.

Gastgeber Jörn Kater, Regionalleiter Südniedersachsen des Bundesverbands mittelständische Wirtschaft, dankte der Jury, den Sponsoren, den Mitgliedern und Gästen. „Die Netzwerkarbeit hat 2019 großen Spaß gemacht.“ Auch in 2020 wird der BVMW Südniedersachsen interessante Erlebnisse bieten.

Unternehmerfrühstück am 02.05.2019 mit Chrisitian Grascha und Melanie Bludau-Kater bei Glinicke British Cars Göttingen GmbH & Co.KG

Wir sind als Geisterfahrer unterwegs

Göttingen, Mai 2019 - „In Europa senken viele Länder die Steuern, Deutschland steuert dagegen“, beschrieb Christian Grascha, FDP, beim Politik-Talk des  Bundesverbands mittelständische Wirtschaft (BVMW) die bundespolitische Geisterfahrt. Für jeden Bürger müssten die im europäischen Vergleich zu hohen Abgaben gesenkt werden, so der niedersächsische Landtagsabgeordnete und Parlamentarische Geschäftsführer der FDP-Fraktion.

Nicht nur die hohe Steuerlast sei ein Problem, vor allem fehle es an Bewerbern, berichteten die 30 regionalen Unternehmerinnen und Unternehmer. „Auch um Fachkräfte zu gewinnen plädieren wir für einen europäischen Arbeitsmarkt, in dem klare Richtlinien für eine gegenseitige Ausbildungsanerkennung geschaffen werden“, antwortete Melanie Bludau-Kater, FDP-Kandidatin für die Europawahl und stellvertretende Vorsitzende des Ortsverbandes Hardegsen-Uslar-Bodenfelde (Kreisverband Northeim).

Die Liberalen setzen sich für Bildungsfreizügigkeit ein und dafür, dass Schulnoten und Abschlüsse vergleichbar werden. „Dafür müssen nationale wie internationale Agenturen endlich enger zusammenarbeiten“, forderte sie. Eine Forderung, die vom Publikum unterstrichen wurde. „Wir werben europäische Mitarbeiter, aber uns werden Bestimmungen und Formulare auferlegt, die jeden Rahmen sprengen“, berichtete ein Unternehmer.

Die anregende Diskussion im Showroom von Glinicke British Cars Göttingen befasste sich weiter mit den Themen Investitionen und Sozialleistungen, Bafög, Steuervermeidung internationaler Konzerne, Verbot von Leiharbeit für das Bauhauptgewerbe, Entgeltsystem für Lehrkräfte und das gesellschaftliche Ansehen der Handwerkerausbildung.

Für letzteres, so die einhellige Meinung, seien politische Lobbyarbeit und gesellschaftliches Umdenken notwendig, weg vom jahrzehntelang geltenden Motto „Unsere Kinder sollen es besser haben, also müssen sie studieren“.

Für Kinder sollten mehr Austauschprogramme gefördert werden, damit sie ihre europäischen Nachbarn besser kennen- und schätzen lernen, argumentierte Grascha: „Europa bietet eine große Vielfalt, von der wir alle profitieren können“. Er bat um rege Wahlbeteiligung für demokratische Parteien, Bludau-Kater warb lächelnd: „Ich möchte gerne das Haus Europa zum Strahlen bringen.“

Kandidaten für die Europawahl näher kennenlernen, ihre Positionen diskutieren – das Unternehmerfrühstück des BVMW bot dafür die richtige Plattform. Gastgeber Jörn Kater, Leiter der Wirtschaftsregion Hannover und des BVMW-Kreisverbandes Südniedersachsen, zeigte sich zufrieden: „Ein direktes Gespräch ist aussagekräftiger als jedes Wahlplakat.“

Daher wird es noch vor der Europawahl eine weitere Talkrunde geben.

27. BVMW Business-Meeting am 07.03.2019 mit Suzanne Grieger- Langer im Hotel Freigeist Northeim

Es sind die Netten, die einen Betrieb lahmlegen

Northeim, März 2019 - „Sie sagen: ‚Ich helfe gerne‘. Dabei stehen sie immer im Weg“, erklärte Profiler Suzanne Grieger- Langer beim 27. BVMW Business-Meeting im FreiGeist Northeim vor über 130 Gästen.

Unterhaltsam und aufschlussreich erfuhren Unternehmer und Führungskräfte der Region von ihr, wie man die so genannten Pfeifen erkennen kann und warum sie einem Unternehmen schaden. „Sie finden immer einen Grund, warum sie nicht leisten können, was sie sollen. Beim Sandwich-Feedback tragen sie ein Ganzkörper-Kritik-Kondom, hören nur das Lob und sind am Ende der Überzeugung, dass man sie braucht.“ Sie seien im Herzen nicht nett, sondern Low Performer mit Geltungsdrang, die „die Führungskraft ins Nirwana schicken“, sagte Grieger-Langer.

Ähnlich desaströs verhalte es sich mit intelligenten Psychopathen, die emotionslos, aber gelernt freundlich und subtil nur auf den eigenen Vorteil bedacht sind. „Sie tummeln sich auch auf der Management-Ebene. Dabei zeigen sie keine körperliche Gewaltbereitschaft, sondern geistige. Sie morden nicht, aber sie manipulieren“, warnte die Profilerin.

Heute ist Wissen Macht und kehre die Verhältnisse um. Die neue Art des Terrorismus sei es, Meinungen zu beeinflussen. „Trennen Sie sich  von Psychopathen, die Gedanken manipulieren. Und von den vermeintlich netten Pfeifen, die Ihnen suggerieren, dass sie wichtig sind. Beide sind nicht gesellschaftsfähig und wenn sie bestimmen, haben alle ein Problem.“ Werde das unternehmerische Potenzial nicht von solchen Störern befreit, leide letztendlich die gesamte Leistung. Schön reden sei kontraproduktiv. „Das Potenzial kann sich nur dann entfalten, wenn Hindernisse aus dem Weg geräumt werden.“

Suzanne Grieger-Langer spannte abwechslungsreich den Bogen vom Neandertaler zum Homo sapiens, vom Tun des Einzelnen bis zur Gesellschaftskritik. „Heute brauchen wir wieder Performer, die inspirieren und gemeinsam mit der Stimme der Stillen die träge Masse auf die nächste Entwicklungsebene heben, zum Homo deus, dem schöpferischen Menschen.“ Sie forderte mehr Lust an der Leistung und dem Leben miteinander.

Lust an Gesprächen miteinander hatten die Anwesenden beim anschließenden Buffet. In entspannter Atmosphäre diskutierten sie noch lange die interessanten Einsichten der Profilerin. „Ein gelungener Abend mit einer lockeren, nahbaren Referentin und aufgeschlossenen Gästen“, resümierte Gastgeber Jörn Kater, Regionalleiter Südniedersachsen des Bundesverbands mittelständische Wirtschaft.

Mit Reiner Calmund findet am 21. November 2019 das 28. BVMW Business-Meeting statt. Wie alljährlich im EF Autocenter Göttingen und mit der Verleihung des BVMW-Unternehmerpreises. Nähere Informationen demnächst auf der Webseite www.bvmw.de/suedniedersachsen

Unternehmerfrühstück am 28.02.2019 mit Thomas Oppermann bei der BG Göttingen

BVMW-Frühstück mit Thomas Oppermann

Göttingen, Februar 2019 - „Was hat die SPD der mittelständischen Wirtschaft zu sagen?“ wollten 50 Mitglieder des Bundesverbands mittelständische Wirtschaft beim morgendlichen Politik-Talk vom Vizepräsidenten des Deutschen Bundestags erfahren.

Die Führungskräfte aus Göttingen, Northeim, Einbeck, dem Harz und dem Eichsfeld waren dazu in das Basketball-Zentrum der BG Göttingen gekommen, wo sie zunächst von BG-Geschäftsführer Frank Meinertshagen begrüßt wurden.

„Die BG ist ein Garant für den Hochleistungssport und ich bin ein richtiger Fan“, outete sich gleich Thomas Oppermann. Im anschließenden Interview mit Gastgeber Jörn Kater, Leiter der Wirtschaftsregion Hannover und des BVMW-Kreisverbandes Südniedersachsen, waren seine wirtschaftlichen Ansichten gefragt.

„Die meisten Menschen auf der Welt sehen Deutschland von außen und sie spiegeln mir, dass wir in einem Land leben, dem es gut geht“, sagte Oppermann. Damit es so bleibe sei es wichtig, die Werte der Demokratie zu verteidigen: „Die EU muss verdammt nochmal zusammenhalten.“

Auf das Erstarken der Populisten hätten die Parteien mit einer schärferen Profilierung reagiert: „Die SPD stellt sich links, die CDU rechts auf, wir spielen wieder beide Flügel und lassen immer weniger Platz für Extreme.“

Ein wichtiger Faktor für das gute Ansehen Deutschlands sei die  Wirtschaftskraft, die durch die Agenda 2010 stabil und langfristig gewachsen sei. „Nun müssen wir wieder mehr Empathie für die Arbeitnehmer zeigen“, sagte der SPD-Politiker und machte die Standpunkte zum Mindestlohn klar. „In der Tendenz führen höhere Einnahmen zu mehr Konsum, die Wirtschaft wird angekurbelt.“

Nicht ausgeben, sondern reinvestieren wäre doch auf Unternehmerseite wichtig, so Kater. Zur Frage, warum Gewinne versteuert werden müssen, wenn sie im Betrieb bleiben, sagte Oppermann: „Besprechen Sie das mit Fritz Güntzler, CDU, Ich sehe keine Spielräume für weitere Steuerentlastungen.“ Immerhin wäre der Solidaritätszuschlag gekürzt. „Wir leben in guten Zeiten und fahren mit Blick auf die nächste Generation die Schulden zurück.“

Doch gerade bei der Grundrente sei dieser Blick verloren gegangen, so ein Teilnehmer. Das sei er bei der Mütterrente der CDU erst recht, konterte Oppermann und verteidigte, die SPD wolle den Dualismus von Rente und Sozialhilfeleistungen abschaffen.

Es sei der Dualismus Wirtschaft – Arbeitnehmer, der problematisch sei, so ein Unternehmer. Er vermisse eine neue wirtschaftspolitische Entscheidung, um den Standort Deutschland stark zu halten. „Wir haben mehrere getroffen. Die Ausgaben für Forschung und Entwicklung waren noch nie so hoch, wir fördern Bildung und Digitalisierung.“

Der interessante Diskurs ließ Fragen offen. „Es gäbe noch viel zu besprechen und noch mehr zu tun“, lautete das Fazit. Für weiteren spannungsreichen Diskussionsstoff sorgt der BVMW mit seinem nächsten Business-Meeting am 7. März mit Profiler Suzanne Grieger-Langer zum Thema „Profiling People – 3 Daten und jeder ist enttarnt“ im Hotel FreiGeist Northeim. Weitere Informationen auf www.bvmw.de

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Soli muss weg für alle!

 

#Soliweg


Das Soli-Gesetz der GroKo benachteiligt Millionen Steuerzahler, ein klarer Verstoß gegen das Grundgesetz. Der Soli gehört deshalb vollständig und für alle ab dem 1. Januar 2020 abgeschafft.

Dafür kämpft der Mittelstand BVMW – notfalls per Verfassungsbeschwerde in Karlsruhe.