BVMW Business Meeting „Profiling Power – Business ist Krieg? Wie lernt man Unplanbares zu planen“ mit Suzanne Grieger-Langer am 24.11.2022 ab 18:00 Uhr im Autohaus Emil Frey Kassel/Göttingen GmbH

Erfolg braucht Entscheidungen, Identität und Austausch

Göttingen, November 2022 • Was es alles braucht, um ein Unternehmen zum Erfolg zu führen, war das spannende Thema beim 31. Business-Meeting des Bundesverband mittelständische Wirtschaft (BVMW), Region Südniedersachsen, mit über 100 Führungskräften im Autohaus Emil Frey Göttingen.

Zwei unterschiedliche Erfolgsgeschichten zeichnete zunächst die Jury um Regionalleiter Jörn Kater mit dem BVMW-Unternehmerpreis 2022 aus: Mario Engelhardt, der seine Möbelschreinerei in Ebergötzen „durch seine herausragende Unternehmerpersönlichkeit leitet, seinen Beschäftigten moderne Weiterbildungen ermöglicht und mit einer hohen Ausbildungsquote das Handwerk voranbringt.“ Auch Andreas Bubner und Romina Weis, scheidende und neue Geschäftsführung der Möbelspedition Haberland in Göttingen, nahmen den Preis entgegen. „Es ist selten, dass ein Unternehmenstransfer ‚von alt zu jung‘ so gut funktioniert. Seit zwei Jahren läuft der Prozess, der ebenso alle Mitarbeiter einbindet. Das ist bemerkenswert“, begründete Jörn Kater die Wahl.
Warum sich Erfolg nicht immer einstellt, das verdeutlichte anschließend Profilerin Suzanne Grieger-Lange anhand eines „white-collar-crimes“. Sie sezierte einen wahren Fall, ausgelöst durch eine abberufene Geschäftsführerin, die Insolvenz für das noch bestehende und gesunde Unternehmen anmeldete. „Sie ist das Beispiel einer heute typischen Täterin“, so die Profilerin, „die nur mit sich selbst beschäftigt ist und in ihrer eigenen Realität denkt, alles würde ihr zustehen.“ Eine besondere Falle seien deren Bounce-back-Entscheidungen gewesen, mit denen sie ihre Komfortzone nicht verlassen musste. Dadurch scheiterten die Prozesse und es kam zum Stillstand. „Doch ein Unternehmen kann sich nur weiterentwickeln, wenn es auch im Stress Entscheidungen trifft, die nach vorne führen“, sagte Grieger-Langer.

Sie warnte: „Business is war. Es kann vieles passieren, und dennoch meinen 40 Prozent der Unternehmer, sie wären nicht bedroht und 33 Prozent wissen nicht, wie sie handeln sollten, wenn sie Opfer werden.“ Um sich vor Tätern zu schützen, die das Unternehmen bedrohen, müsse man das äußere und das innere Spiel beherrschen. Während zum ersteren Regeln und Tools gehören, wie zum Beispiel juristischer Beistand, gehe es beim letzteren darum, wie gut man sich selbst im Griff hat, wenn der Gegner gegenübersteht. „Es ist wie beim Abnehmen: allein ein Diätkochbuch hilft nicht. Zum Erfolg führt allein das innere Selbstbild.“ Schließlich könne man auch die Kunden nur mit der eigenen Persönlichkeit abholen. „Doch leider kümmern sich Unternehmer viel zu oft um Prozesse und Projekte und wundern sich dann wo der Kunde bleibt.“

Zwei Erfolgsfaktoren gab Suzanne Grieger-Langer dem Publikum mit auf den Weg: Individualität statt Mainstream und den Austausch untereinander: „Erzählen Sie vor allem das, was schiefgelaufen ist, denn nur dann können Sie auch andere davor schützen, Opfer zu werden.“ Viel Zeit dafür bot das abschließende lockere Netzwerken, bei dem Erfolg und Misserfolg Gesprächsthemen waren.

Auch für das nächste Jahr hat Jörn Kater wieder Veranstaltungen zum Austausch geplant: Unternehmerfrühstücke, Runder Tisch, eine Weserfahrt, der Besuch der Bad Gandersheimer Domfestspiele und Business-Meetings. Die neuen Termine werden demnächst auf der Webseite veröffentlicht, selbstverständlich sind auch Nicht-BVMW-Mitglieder willkommen: www.bvmw.de/suedniedersachsen

BVMW Unternehmerfrühstück am 15.11.2022 mit Frauke Heiligenstadt, MdB

Bürgergeld, Ausbildung und Rente

Göttingen, November 2022 • Bietet das Bürgergeld genügend Anreize? Wie kann man die junge Generation für einen Beruf begeistern? Reicht die Rente aus? Beim Unternehmerfrühstück des Bundesverband mittelständische Wirtschaft (BVWM) Südniedersachsen mit der SPD-Bundestagsabgeordneten Frauke Heiligenstadt, mündete die vorerst parteipolitische schnell in eine gesellschaftliche Diskussion.

„Ich will die Mythen um das Bürgergeld nicht weitertragen“, sagte Heiligenstadt. Denn natürlich sehe der Entwurf der Ampel-Koalition Sanktionen vor. Die 6-monatige Schonfrist sei ebenso wichtig wie das Schonvermögen. „Uns ist wichtig, dass wir die Menschen schnell abholen und nicht gleich mit der Keule kommen, dass sie ihre Wohnung verkaufen oder umziehen müssen“, begründete die SPD-Politikerin. Außerdem werde die Ungerechtigkeit abgeschafft, den Zuverdienst eines Kindes auf die Leistungen anzurechnen.

Es müsse weitere Anreize für junge Leute geben, überhaupt einen Beruf zu ergreifen, forderte ein Unternehmer. „Wir kommen ihren Forderungen wirklich sehr entgegen, aber bei uns im Handwerk tun sie sich die Knochenarbeit nicht lange an.“ „Sie stehen eben nicht mehr in Konkurrenz auf dem Arbeitsmarkt, wie wir sie als Babyboomer erlebt haben“, warf ein anderer ein und ein dritter gab zu bedenken: „Durch die Nutzung ihres Handys sind sie es gewohnt, mit wenig Einsatz viel positives Feedback zu bekommen, das ist bei der Arbeit natürlich anders. Es braucht eine gelenkte Aufmerksamkeit.“ Diese, so Frauke Heiligenstadt, könne man gut mit einer dualen Ausbildung erreichen: „Die Kombination von Studium und begleitendem Praxisanteil ist doch der Königsweg.“ Außerdem böte sie Kontakt zu allen Generationen und vielen Kulturen. „Ich werbe dafür, auch bei Ihnen“, appellierte sie an die Anwesenden.

Mit der Sorge, wie ihre älteren Beschäftigten mit ihrer Rente finanziell zurechtkommen, führte eine Unternehmerin die Diskussion in die andere Richtung. Bei diesem Thema zeigte sich auch Frauke Heiligenstadt besorgt: „Wir stützen bereits mit einem Viertel des Bundeshaushalts die Rentenkasse, trotzdem wird es eng.“ Eingezogen seien Haltelinien, dass die maximale Beitragshöhe nur 21 Prozent und die Rente nicht unter 48 Prozent des Gehalts sinken dürfe. Wolle man letztere erhöhen, müssten die Rentenbeiträge steigen. „Wir können nur ausgeben, was wir an Steuern einnehmen. Und manches müssen wir dadurch finanzieren, dass wir anderes eben nicht machen.“

Auch hierüber entspann sich eine lebhafte Diskussion, in deren Verlauf noch die Themen Klima, Wahlalter und die Frage nach dem Wohlstandsniveau aufkamen. Viele Meinungen wurden ausgetauscht. „Danke“, sagte Frauke Heiligenstadt zum Schluss der Veranstaltung, „dass Sie so offen mit mir sprechen, was sie bewegt.“ Gerade weil der Mittelstand einen starken Beitrag zum demokratischen und gesellschaftlichen Zusammenhalt leiste, sei die gemeinsame Diskussion für ihre politische Arbeit wertvoll.

Solch wertvollen Meinungsaustausch wird der BVMW Südniedersachsen auch nächstes Jahr anbieten. Am 24. November findet die Jahresabschlussveranstaltung, das 31. Business Meeting mit der Profilerin Suzanne Grieger-Langer und ihrem Vortrag - Profiling Power „Business ist Krieg?“ statt.

Auch Nicht-BVMW-Mitglieder sind willkommen, sie können sich über die Webseite informieren und anmelden: www.bvmw.de/suedniedersachsen

 

BVMW Politiktalk zur Landtagswahl Niedersachsen am 30.08.2022 mit Dr. Bernd Althusmann, Minister für Wirtschaft, Arbeit, Verkehr und Digitalisierung und Landesvorsitzender der CDU

Bildnachweis: MW/Henning Scheffen

Fahrt aufnehmen für den Mittelstand

Göttingen, September 2022 • Während der Fahrt von einem Termin zum nächsten nahm sich Bernd Althusmann, Wirtschaftsminister und CDU-Spitzenkandidat für die Landtagswahl, Zeit für eine Online-Diskussion mit südniedersächsischen Unternehmer*innen. „Wir sind in Niedersachsen besser digital aufgestellt, als viele denken“, konterte er gleich die Frage nach der Stabilität des Netzes. Und tatsächlich blieb die Verbindung störungsfrei aufrecht. Zur Freude auch von Jörn Kater, Gastgeber und Regionalleiter des Bundesverbands mittelständischer Wirtschaft, BVMW, dem andere Politikvertreter schon aus Termingründen abgesagt hatten.

Er stieg gleich mit der Kritik in die Diskussion, dass zwar auf Geringverdiener geschaut werde, aber nicht auf die Probleme des Mittelstands, dessen große Wirtschaftskraft für die meisten Arbeitsplätze sorge. So wirke beispielsweise die Minderung der Umsatzsteuer auf die Gasumlage in Betrieben nicht, da sie ein durchlaufender Posten sei. „Nicht nur die energieintensiven, sondern auch die kleinen und mittelständischen brauchen eine starke Entlastung“, forderte Kater.    

„Unsere Partei hat den Mittelstand im Blick“, versicherte Althusmann und verwies auf das CDU- Wahlprogramm, in dem eine kurzfristige Unterstützung in Höhe von 250 Millionen Euro verankert sei. Des Weiteren plädiere er für die Fortsetzung des Digitalbonus-Förderungsprogramms, denn es sei das bisher „beste Programm, das u. a. den Einzelhandel digital aufgeladen hat.“ Außerdem habe er mit EU-Kommissionspräsidentin von der Leyen darüber gesprochen, dass die Dokumentationspflicht des neuen Lieferkettengesetzes zu aufwändig und ein „schwerer Anschlag auf den Mittelstand sei“.

Die Bürokratie der Förderprogramme sei generell ein großes Problem, monierte ein Unternehmer und nannte als Beispiel die Weiterbildung, mit der man Arbeitskräfte halten wolle. Ja, gab Althusmann zu, die Förderprogramme der Bundesagentur sollten die tatsächlichen Notwendigkeiten der Betriebe besser abbilden. Auch sei er für flexible Arbeitszeitmodelle sowie den Ausbau der N-Bank zur zentralen Förderinstitution des Landes, um Betrieben mehr Gestaltungsfreiheit zu geben. „Bisher wird nur VW stark unterstützt, aber nicht wir kleinen Unternehmen“, lautete der Vorwurf eines anderen Unternehmers. Er forderte die Verlängerung der Kurzarbeiterregelung, die zum Ende des Jahres ausläuft.

Doch weiter ging es mit dem Thema Energie und der Frage: „Wo bleibt ein Mittelstandsprogramm, das die Energiepreise entlastet?“ Es werde ein Prämiensystem zur Preisdämpfung ins Gespräch gebracht, antwortete Althusmann und erläuterte, dass der Strom- vom Gasmarkt entkoppelt werden solle, erneuerbare Energien und der grüne Wasserstoff zukünftig eine stärkere Rolle spielen werden, Cuxhaven als Offshore-Mekka dienen solle, 780 Mio. Euro für Wasserstoff-Energie und den Ausbau von Energie-Terminals bereitgestellt werden und forderte selbst: „Bezüglich des Ausbaus der Häfen und Netze brauchen wir dringend einen nationalen Infrastrukturplan.“ Niedersachsen, so das Ziel der CDU, soll zum führenden Wirtschaftsland werden.

„Die CDU wird nicht alleine regieren können. Wer wäre für Sie ein Koalitionspartner?“, schloss sich eine Frage an. „Die Grünen in Niedersachsen machen es uns schwer, weil sie anders sind als auf Bundesebene, mit der FDP wird es nicht reichen. Ein Weiter mit der großen Koalition bietet sich an. Aber diesmal wollen wir stärkste Kraft werden, weil wir uns als moderne Partei der Zukunft stellen.“ Er habe einen klaren Gestaltungswillen für den Mittelstand und das Handwerk.

Am Ziel seines nächsten Termins angekommen schränkte Althusmann jedoch ein: „Wir müssen bei allen Maßnahmen das Augenmaß bewahren. Es wird nicht die letzte Krise sein.“ „Behalten Sie den Mittelstand im Blick!“, gaben ihm die Teilnehmer*innen der Runde mit auf den weiteren Weg.

BVMW Unternehmerabend am 16.08.2022 mit Christian Dürr, MdB und Christian Grascha, MdL

Klare Kante zeigen

Lütgenrode, August 2022 • Zeigt die FDP klare Kante? Das hinterfragten südniedersächsische Unternehmer*innen beim Politik-Talk des Bundesverbands mittelständische Wirtschaft (BVMW). Dazu eingeladen hatte Gastgeber Jörn Kater, Regionalleiter des BVMW, die FDP-Politiker Christian Dürr, Mitglied des Bundestages, und Christian Grascha, Mitglied des Landtages. Beide sahen sich einem Publikum gegenüber, das großen Diskussionsbedarf hatte.

Konfrontiert wurden sie mit der Frage nach dem Sinn von Tankgutscheinen. Christian Dürr argumentierte, dass die Aktion einmalig war, sie einen gut beobachtbaren Markt betraf und nachweislich zu sinkenden Benzinpreisen geführt hätte. Er wog ab: „Sicher war die Wirkung nicht optimal, aber man ist im Nachhinein immer klüger.“ Er betrachte es jedoch als Erfolg, dass die Koalitionspartner in der herausfordernden Zeit schnelle Entscheidungen gemeinsam getroffen haben.

Es sei immer besser, was zu tun, als endlos zu diskutieren. Dazu gehöre auch die Energiepauschale. Dürr erzählte von den Verhandlungen und resümierte: „Wir haben uns für diese Methode entschlossen, weil sie von den schlechten die beste war.“ Grascha ergänzte, dass die FDP noch weitere Entlastungen vorantreibe, wie eine höhere Pendlerpauschale und das Inflationsausgleichsgesetz, das Lohnerhöhungen für Arbeitnehmer attraktiver macht.

Ein drängenderes Problem, schloss ein Unternehmer an, wäre die Abschaffung der Substanzbesteuerung bei Unternehmen, die Innovationen verhindere. Dürr pflichtete ihm bei: „Bei uns rennen Sie mit der Forderung offene Türen ein. Die FDP würde gerne eine große Steuerreform machen.“

Eine weitere Erleichterung, so eine Unternehmerin, erhoffe man sich für den Arbeitsmarkt. Unter anderem seien die Förderungen von Weiterbildungen, mit denen man die Beschäftigten binden wolle, zu starr. Auch diese Kritik nahm Dürr auf und kam auf die Einwanderungspolitik zu sprechen: „Wir müssen der Tatsache ins Auge blicken, dass die Verrentung der Babyboomer-Generation eine große Lücke hinterlässt. Wir können nicht mit halb so viel Erwerbstätigen wie jetzt unseren Wohlstand sichern.“ Ja, stimmte ein Unternehmer zu und kritisierte: „Es ist doch absurd, dass die bei uns Ankommenden Geld dafür kriegen, damit sie nicht arbeiten. Wir sollten eher Anreize zum Arbeiten bieten.“ Die Runde war sich einig, dass das im Koalitionsvertrag festgeschriebene Einwanderungsgesetz schnell umgesetzt werden müsse. Ja, die jetzige Politik wäre falsch, räumte Dürr ein. Und ja, die FDP setze sich für eine schnellere Integration in den Arbeitsmarkt und praxisnahe Deutschkurse ein. Bezüglich einer besseren Qualifizierung schlug Grascha einen Bogen zu den berufsbildenden Schulen. Sie böten nur eine miserable Unterrichtsversorgung und verdienten mehr Aufmerksamkeit, auf die er lenken wolle. Bildung müsse endlich digitalisiert werden.

„Was die Digitalisierung in der Verwaltung betrifft, muss sich der Staat als Dienstleister verstehen“, machte Dürr klar und warb gleichzeitig für Verständnis: „Durch die Versäumnisse der letzten Jahrzehnte ist es eine gigantische Herausforderung.“ Grascha benannte das Problem, dass versucht werde, analoge Prozesse zu 100 Prozent digital abzubilden. „Um nicht in alte Muster zu verfallen, arbeiten wir daher an einem Konzept für eine zentrale IT-Strategie“, versicherten beide und betonten ihre politische Ambition, Planungs- und Genehmigungsverfahren zu halbieren.

Zum Schluss wurde das Thema Umwelt angerissen. Ja, es würde sich für Mittelständler rechnen, in regenerative Energien zu investieren, denn „die Zertifikate für den Stromsektor gingen komplett in Auktion.“ Die FDP sei dafür, dass im Emissionshandelsgesetz der Verkehr vernünftig eingebunden wird, schließlich „verbrauche die Produktion von E-Autos auch CO2.“ Zudem werde Fracking nicht ausgeschlossen, denn „wir müssen die Gasförderung als Ganzes in den Blick nehmen.“ Die Renaturierung der Moore als CO2-Binder sei eine heikle Forderung, weil dafür die Landwirte ihre Ackerflächen aufgeben müssten. Überhaupt seien die Böden überdüngt und stickstoffbelastet, weil nicht mehr standortbezogen bewirtschaftet wird. „Die Düngemittelverordnung ist ein hochkomplexes Thema“, bestätigten die FDP-Politiker.

Es gäbe noch viel Arbeit für die Koalition, resümierten Dürr und Grascha. Wobei die Zusammenarbeit bisher erfreulich sei: „Wir sind zwar nicht immer einer Meinung, aber wir treffen zeitnah gemeinsame Entscheidungen.“ Ebenso wichtig sei der Dialog mit den Bürger*innen wichtig, denn „die Demokratie ist ein Mitmach-Spiel.“

Der Politik-Talk war ein gutes Beispiel für ein gelungenes „Mitmach-Spiel“, bei dem die südniedersächsischen Unternehmer*innen offene Worte fanden, die wiederum als Ideen aufgefangen wurden.

Unser exklusives Veranstaltungs-Event - nur für unsere Mitglieder - bei den Gandersheimer Domfestspielen mit der Vorführung von "Monty Python's Spamalot - Die Ritter der Kokosnuss" am 12.07.2022

Bild von Gandersheimer Domfestspiele auf gandersheimer-domfestspiele.de/presse-downloadbereich

"Auf nach Camelot!" - Zu Besuch bei den Gandersheimer Domfestspielen

Monty Python's Spamalot - Die Ritter der Kokosnuss mit VIP Programm und Catering

Schöne Girls, Killerkaninchen und Franzosen bietet die Geschichte von Monty Pythons's berühmten Kultfilm "Die Ritter der Kokosnuss". Es handelt von Rittern und ihre verque(e)ren Heldentaten. Unter anderem sucht König Artus nach dem heiligen Gral.

Die Ritter der Tafelrunde stürmen die Festspielbühne, einschließlich Sir Robin und Sir Lancelot. Sie treffen auf die "Fee aus dem See", finden das Schwert Excalibur, benutzen die "heilige Handgranate von Antiochia" und schlagen sich mit dem Schwarzen Ritter.

Gespickt mit aktuellen und regionalen Pointen plant die Musical Satire den ultimativen Angriff auf die Lachmuskeln. Mit dabei als Verstärkung des Ensembles: das Tanzstudio Kerstin Baufeldt aus Katlenburg.
(Quelle: Veranstaltungskalender der Gandersheimer Domfestspiele)

Nach dem Eintreffen aller Teilnehmerinnen und Teilnehmer gab es einen Sektempfang sowie eine Begrüßung durch Geschäftsführer Jörn Kater und Verwaltungsdirektor der Gandersheimer Domfestspiele Thomas Groß. Herr Groß gab uns eine Einführung in das Stück "Spamalot", wodurch sich die Spannung auf die Inzenierung erhöhte.

Gestärkt nach einem gemeinsamen Abendessen und Austausch untereinander ging es dann gegen 19:45 Uhr auf die Tribüne.

Kurz nach 20:00 Uhr waren wir dann in Camalot und es erwartete uns ein zweistündiges Lachmuskeltraining.

Ein tolles Programm mit toller Inszenierung und Umsetzung des „Stückes“. Der Spaßfaktor stand an erster Stelle und alle waren sehr begeistert von der Aufführung.

BVMW Wesertour am 23.06.2022 mit Zach Davis

Dem normalen Alltags-Wahnsinn entfliehen

Holzminden, Juni 2022 ● Sonne, Weser, BVMW – nach drei Jahren konnte endlich wieder der Sommerausflug des Bundesverbands mittelständische Wirtschaft stattfinden. Und so trafen sich rund 100 Unternehmerinnen und Unternehmer aus Südniedersachsen am Weserkai in Holzminden für eine Rundfahrt mit dem Dampfschiff. Bei heißen Temperaturen, kühlen Getränken und einer erfrischenden Brise erwartete sie ein geselliger wie informativer Abend.

Nach der Begrüßung durch Jörn Kater, Regionalleiter des BVMW Südniedersachsen, ergriff Uwe Schünemann, stellvertretender Vorsitzender der CDU-Landtagsfraktion, das Wort. Er wollte in Anbetracht der guten Stimmung nicht über aktuelle politische Themen sprechen, sondern warb für die attraktive Region: „Der Spatenstich für SENSORIA – eine Erlebniswelt Duft und Geschmack in Holzminden – ist getan. Ein tolles Leuchtturmprojekt, das den Tourismus beleben wird. Und so vielleicht dazu beiträgt, dass es wieder einen Saisonfahrplan für die Fährschiff geben könnte.“

Einen Fahrplan für den Arbeitsalltag skizzierte dann der Gastredner des Abends, Zach Davis, Gründer des Trainingsinstitut Peoplebuilding, mit seinem Vortrag ‚Zeitintelligenz‘. Zunächst ging er dem Phänomen auf den Grund, warum man am Ende eines Arbeitsalltags viel erledigt hat, aber oft nicht das, was man geplant hatte: weil man ständig rausgerissen wird, man schnell reagieren will, dadurch die Prioritätenliste durcheinandergerät: „Hier gibt es einen Zielkonflikt, denn 100 Prozent Plan geht nicht mit 100 Prozent Flexibilität einher“, sagte Davis. Weitere Störfaktoren seien die steigende Informationsflut und die immer komplexer werdenden Projekte. Damit beschrieb er Alltagsprobleme, die den teilnehmenden Unternehmern und Führungskräften nicht unbekannt sind und für die er Lösungen versprach.
Zu seinen insgesamt 16 Punkten gehörte der wertvolle Tipp ‚SMMS‘ – Stunde mit mir selbst. „Wenn Sie eine Aufgabe konzentriert angehen wollen, blocken Sie sich dafür die Zeit und behandeln sie diese wie einen Termin. Treffen Sie also Vorkehrungen, dass Sie nicht gestört werden“, sagte Davis und fügte mit einem Augenzwinkern hinzu: „Oder klinken Sie sich an einen unbekannten Ort aus.“ Dazu gehöre, Benachrichtigungssignale, z. B. von Mails, auszuschalten. Ebenfalls effizienzsteigernd sei, mit großen Aufgaben zu beginnen, sodass man sich nicht im Kleinklein verliert. Auch könne man die Frage „Erledige ich die Aufgabe jetzt oder später“ umformulieren in „Will ich es mit Zeitdruck oder ohne machen?“. Zum Ende seines Vortrags kam er auf Multitasking zu sprechen, das wenig produktiv sei aber viel Stress verursache.
Danach war gemütliches Multitasking angesagt: Essen, trinken und reden. Die Teilnehmenden unterhielten sich bei bester Stimmung mit Blick auf die Abendsonne über der Weser. „Das ist auch eine Art, die Zeit intelligent zu nutzen“, sagte Kater mit einem Schmunzeln.

BVMW Unternehmerfrühstück am 05.05.2022 mit Mareike Lotte Wulf, MdB

Großer Diskussionsbedarf beim Mittelstand

Lüttgenrode, Mai 2022 ● „Wir müssen für die nachfolgenden Generationen mitdenken“, bestätigte die niedersächsische CDU-Bundestagsabgeordnete Mareike Wulf am Ende des BVMW-Unternehmerfrühstücks im Restaurant Sachsenross. Die Politikerin aus dem Wahlkreis Hameln-Pyrmont/Holzminden war von Jörn Kater, Regionalleiter des Bundesverband mittelständische Wirtschaft (BVWM) Südniedersachsen, eingeladen, um als Mitglied im Ausschuss für Arbeit und Soziales sowie dem Ausschuss für Familie, Senioren, Frauen und Jugend einen Einblick in ihre Arbeit zu geben. Doch schon mit ihrem anfänglichen Statement: „Der Krieg in der Ukraine hat alles radikal verändert“, kamen andere aktuelle Themen zur Sprache.

Der Bundeshaushalt werde nicht der Zeitenwende angepasst, monierte sie zunächst die Politik der Ampel-Koalition, bei der aktuellen Einnahmesituation seien die beschlossenen Projekte wie Bürgergeld und Kindergrundsicherung nur noch schwer zu stemmen. Und schon schwang die Diskussion um auf die Rüstungsausgaben und die Waffenlieferungen an die Ukraine. Diese seien richtig, betonte Wulf, um der Gewalt zu begegnen. „Wir haben einen Lieferanten in Russland, der vom Lieferstopp betroffen ist, und können ihm gegenüber nicht von Krieg sprechen“, erzählte ein Unternehmer von seinem Dilemma. Die Lieferketten seien stark betroffen, sodass der Umsatz deutlich sinke, „dennoch stehen wir voll hinter den Sanktionen“, betonte er. Von Material, das nicht geliefert werden könne, von unkalkulierbaren Preisen, die jede Kalkulation zunichtemachen, von nicht realisierbaren Aufträgen und dadurch fehlenden Umsatz berichteten noch weitere Teilnehmer der Diskussionsrunde. „Vorausschauend zu arbeiten ist schlicht unmöglich geworden“, brachte es einer auf den Punkt.

„Wir in der CDU möchten die Opposition nutzen, Fachforen zu initiieren, in denen wir uns über die nächsten Jahrzehnte Gedanken machen und visionäre Dinge entwickeln“, sagte Wulf und entgegnete damit auch dem Hinweis, dass die Politik nicht rechtzeitig auf vorhersehbare Probleme wie den Fahrermangel im Transportwesen (u. a. durch zu teure Kosten für die Grundschulung) und die Holzknappheit reagiert habe.

Sie konkretisierte auch die Entlastungs-Vorschläge der CDU, die Energiesteuer stärker zu senken, die Mehrwertsteuersätze dauerhaft zu mindern und gezielt Investitionen zu fördern. Der geäußerten Kritik, dass das Europäische Arbeitsrecht ein hinderliches Bürokratiemonster sei, entgegnete sie: „Die ganze Verwaltung muss sich digitalisieren. Selbst die geflüchteten Ukrainer wundern sich über unsere Formularflut.“ Einen konkreten Tipp gab sie dem Unternehmer, der ein Ausbildungsjahr für Ukrainer anbieten möchte: „Wenden Sie sich an Ihren Landkreis, erfragen sie bei den Unterkünften den Bedarf und den Bildungsgrad der Geflüchteten und sprechen sie mit der Agentur für Arbeit, wie sich die Ausbildung mit einem Sprachkurs verbinden lässt.“

„Der direkte Austausch zwischen Wirtschaft und Politik lohnt sich immer“ – so die Erfahrung von Jörn Kater, der weitere Möglichkeiten zur Vernetzung bietet.

BVMW Business Meeting "Aufbruch in die Welt von morgen" am 29.03.2022 mit Dr. Maja Göpel

Monetäre Messgrößen sind fatal

Bovenden, März 2022 ● „Für den Wohlstand der Gesellschaft sind nicht allein Geldsummen entscheidend, sondern auch die Verfügbarkeit der Ressourcen“, mahnte Maja Göpel beim Business-Meeting des Bundesverband mittelständische Wirtschaft (BVMW). Die Politökonomin und Transformationsforscherin hielt ihren Vortrag ‚Aufbruch in die Welt von morgen‘ vor über 30 Unternehmerinnen und Unternehmern aus Südniedersachsen und löste damit eine interessante Diskussion aus.

„Noch gehen wir davon aus, dass alle Ressourcen verfügbar sind und übersehen dabei, dass die Regeneration ihre Zeit braucht. Die Umwelt ist in einen Kreislauf eingebunden, den wir in unsere Betrachtung einbeziehen müssen“, sagte Göpel und forderte eine Preiskorrektur. Sie verdeutlichte es anhand der Landwirtschaft: Diese verursache Kosten durch Überdüngung und Massentierhaltung, die dem rein monetären Ertrag gegengerechnet werden müssten – und das führe momentan zu einem Negativ-Saldo. Auch das momentan begehrte Flüssiggas, das durch Fracking gewonnen werde, würde mehr der Natur schaden, als uns kurzfristig nutzen. Genauso verkehrt sei auch, dass der Betrag zur Förderung von Wind- und Sonnenergie nur einen geringen Bruchteil der Subventionen für Öl und Kohle ausmache.

„Unsere Gesellschaft lebt in einer Scheinwelt, weil wir die natürliche Lebensgrundlage außer Acht lassen“, machte die Nachhaltigkeitsexpertin deutlich. Um diese zu berücksichtigen, brauche es eine Qualifizierung des Begriffs Wachstum. Schließlich seien es die Verfügbarkeit von Ressourcen und die Verfügbarkeit von Lösungen für menschliche Probleme, wie beispielweise Care-Arbeit, die für das Wohlergehen sorgen. „Wir schauen auf das sinkende Pro-Kopf-Einkommen und folgern daraus, dass Frauen mehr und wir alle länger arbeiten müssen, damit es wieder steigt. Das kann es doch nicht sein. Es geht nicht um mehr, sondern um besser!“, machte sie klar. Wichtig sei doch, die Frage zu beantworten, was wir überhaupt brauchen – um dann die Art, wie wir haushalten, danach auszurichten.

Sie forderte ihr Publikum eindringlich auf, die Perspektive des Wirtschaftens zu wechseln: die rein monetären Definitionen durch Werte zu erweitern, die Zeit für die Regeneration von Ressourcen in Kalkulationen einzubeziehen, Technologien sozial positiv zu entwickeln, Innovationen in einen ökologischen Rahmen zu setzen, übergreifend zu denken, komplexe Kreisläufe zu betrachten, Wertschöpfungsnetzwerke zu bilden. „Bei all den Erkenntnissen: die Wissenschaft kann sich auf den Kopf stellen und es passiert nichts. Für eine Verhaltensänderung braucht es die Stimme der Wirtschaft!“, lautete ihr Schlussappell.

Und diesem folgte eine reger Austausch: „Wahrscheinlich ist das Problem, dass wir den Missstand nicht persönlich merken. Wir meckern, bezahlen aber die höheren Energiepreise. Wird eine Ressource knapp, wird sie durch eine andere ersetzt. Wir sehen die Endlichkeit nicht“, warf ein Unternehmer ein. Ein anderer sprach das Verteilungsproblem an, das sich durch das Riesenangebot der Supermärkte bis 22 Uhr zeige, während in anderen Ländern Mangel herrsche. „Ein großes Problem sind die Einkäufer, die nur auf den Preis und nicht auf die Wertigkeit, auch der Produktion, achten“, sagte ein weiterer und eine Unternehmerin ergänzte, dass die kurzlebige Ware das Müllproblem vergrößere. „Appellieren Sie an die Produzentenverantwortung“, riet Göpel. Weitere Statements der Teilnehmer waren: „Wir müssen besser aufklären und unser Bildungssystem umstellen“, „Wir sind auf der negativen Seite des Kapitalismus, weil hinter der Produktion keine Wertschöpfung steht", „Wir Unternehmer müssen verantwortlich handeln“.
Schließlich wurde Maja Göpel gefragt: „Wie viel Zeit bleibt uns denn noch bis zum Kollaps?“ Ihre Antwort: „Diese Dekade ist entscheidend.“

Was man als Unternehmer, aber auch als Einzelperson bewegen kann, wurde im Verlauf des weiteren Abends beim Buffet im Restaurant des Fun Golf Bovenden in kleineren Runden besprochen. Sponsor Rainer Giese, Versicherungskontor Osterode, und BVMW-Regionalleiter Jörn Kater freuten sich über den interessanten Austausch, der, so Kater: „wieder einmal gezeigt hat, dass solche Impulse wichtig sind und uns alle weiterbringen.“

Unternehmerfrühstück am 24.02.2022 mit Konstantin Kuhle von MdB

Löhne, Energie, Infrastruktur und Demokratie

Göttingen, Februar 2022 ● Am Morgen des russischen Angriffs war die Stimmung beim südniedersächsischen BVMW-Frühstück, zu dem Regionalleiter Jörn Kater eingeladen hatte, sorgenvoll. Eigentlich sollte Konstantin Kuhle, Mitglied des Deutschen Bundestags und innenpolitischer Sprecher der FDP, die ersten 100 Tage in der Ampelregierung resümieren, doch die Runde der Unternehmerinnen und Unternehmer hatte weitreichenderen Redebedarf. Schnell drehte sich die Diskussion um grundsätzliche Themen.

„Zwei Jahre nach meiner Kriegsdienstverweigerung wurde die Wehrpflicht abgeschafft. Immer war der Frieden eine Selbstverständlichkeit. Jetzt erleben wir einen Angriff auf die Demokratie. Das ist schrecklich“, sagte Kuhle zu Beginn und drückte damit das Entsetzen aller Anwesenden aus. Vor diesem Hintergrund traten seine mitgebrachten innenpolitischen Themen etwas zurück:
Bei der Erhöhung der Minijob-Grenze auf 520 Euro setzte die FDP die Kopplung an den Mindestlohn durch, „was auf Dauer den vielen Beschäftigten in diesem Segment zugutekommen wird“, so Kuhle. Auch beim gesetzlich höher gesetzten Mindestlohn, der nach Meinung der FDP die Tarifhoheit konterkariert, konnte sie den bürokratischen Mehraufwand verhindern: die damit geplante digitale Erfassung der Arbeitszeiten in Echtzeit vom Arbeitgeber. „Das wäre eine enorme Belastung für kleine und mittelständische Betriebe gewesen.“ „Das ist doch auch schon der angehobene Mindestlohn“, kritisierte ein Unternehmer: „Denn dieser führt zu Lohnforderungen derjenigen, deren Verdienst jetzt schon höher ist und die nun eine Anpassung wünschen.“ Große Unternehmen könnten die allgemeine Anhebung des Lohnniveaus verkraften, „aber mit der Folge, dass wir Mittelständler noch mehr Probleme haben, Fachkräfte zu finden.“ Um welche zu finden, sei auch eine pro-aktive Migration nötig. Kuhle wies auf das neue Einwanderungsgesetz hin, „das jedoch noch besser sein könnte. Nun wollen wir dringend das Punktesystem in Kraft setzen.“

Ebenso problematisch, warf eine Unternehmerin ein, seien die steigenden Energiepreise und forderte ein schnelles Umschalten. Dem stimmte Kuhle zu, mahnte aber: „Wir müssen Klimaprojekte forcieren, auch wenn einzelne Tier- oder Pflanzenarten leiden. Denn wenn durch unser Nichtstun das Klima kippt, werden alle Arten bedroht sein.“ Die Position der FDP sei auch die Errichtung neuer Gasanlagen, aktuell angetrieben von der starken Abhängigkeit von russischer Energieversorgung. „Wir müssen handeln, jetzt!“ war die einhellige Meinung – die FDP, so Kuhle, arbeite aktiv daran, schnellere Planungsverfahren umzusetzen.

Beim Thema Impflicht wurde die kurze Halbwertszeit von Entscheidungen beiderseits beklagt: die Politik verneinte erst eine Einführung, dann wurde sie doch im Teilbereich eingeführt, die Mehrheit der Bevölkerung war erst dafür und will sie nun doch nicht. „Eine mehrheitlich getroffene Entscheidung nicht nur zu akzeptieren, sondern auch umzusetzen, daran müssen wir wohl alle arbeiten“, war sich die Runde einig.

„Die Demokratie ist eine Staatsform und keine persönliche Lebensform, das müssen wir alle beherzigen, vor allem diejenigen, die einen einmal gefassten Beschluss immer wieder torpedieren“, sagte Kuhle und betonte: „Wir Politiker sind nicht ‚die da oben‘, sondern sind selbst aus der Mitte der Gesellschaft und auf unseren gemeinsamen Austausch angewiesen“. Darauf reagierte ein Unternehmer: „Ja, aber der Grundkonsens ist erschüttert. Die Politik muss jetzt Antworten finden, wo wir in zehn Jahren stehen wollen. Handeln Sie endlich strategisch, statt immer nur auf Krisen zu reagieren!“ Ein Auftrag, den Kuhle zustimmend mitnahm.

Insgesamt war es eine heiße, aber auch konstruktive Diskussion beim Unternehmerfrühstück, die von der Sorge getrieben war, wie es in der Ukraine weitergeht – aber auch mit der Demokratie. Gastgeber Jörn Kater schloss die Veranstaltung mit dem eindringlichen Appell: „Wir müssen unser Bewusstsein für die gemeinsame Gesellschaft fördern.“

Sein Vortrag brachte eine lebhafte Diskussion unter den anwesenden Unternehmerinnen und Unternehmen aus Südniedersachsen ins Rollen. Beim lebhaften Austausch in den Räumen des Sanitätshaus Deppe in Northeim konnten weitere wichtige Fragen zum Thema geklärt werden. „Das ist praxisbezogene Wissensvermittlung, die Unternehmen weiterbringt“, war das Fazit aller.

Runder Tisch am 08.02.2022 mit Stefan Friedrich von Chipburg IT Services e.K. - Thema: Digitalisierung und Cybercrime

Die Gefahr von Hackerangriffen in Unternehmen

Northeim, Februar 2022 ● „Heutzutage kämpfen Mittelständler und auch kleine Unternehmen zunehmend an digitaler Front“, betonte Jörn Kater. Der Leiter der Wirtschaftsregion Hannover und des BVMW-Kreisverbandes Südniedersachsen, hatte daher zu diesem wichtigen Thema zum ‚Runden Tisch‘ geladen. Experte des Abends war Stefan Friedrich, Inhaber der Chipburg IT Services.

„Digitalisierung ist nur die Abbildung analoger Prozesse in Nullen und Einsen. Werden die Prozesse bei der Programmierung nicht klar genug umgesetzt, gibt es Lücken – und die werden ausgenutzt“, erklärte Friedrich die grundsätzliche Voraussetzung, dass Cyberangriffe erfolgreich sein können.

Dafür setzen Hacker große Ressourcen ein, weil sie entweder monetär davon profitieren oder politische Ziele damit erreichen wollen, so der Experte, der gleichzeitig warnte: „Mittlerweile kopieren die Hacker die Daten bevor sie diese verschlüsseln und können damit weiteren Schaden anrichten. Deshalb ist es ein Irrglaube, dass ein Backup kompletten Schutz bietet.“

Dabei sind die Einfallstore vielfältig, führte er weiter aus: Mails, auf die man schnell geklickt habe, fremde USB-Sticks, aber auch Telefonanlagen gehören dazu, ebenso wie IoT, Webcams und Rauchmelder. „Nutzen Sie für Ihre sensiblen Daten einen separaten Router“, riet Friedrich. Besser sei es auch, selbst einen zu kaufen, da dieser individuell konfiguriert werden kann: „Damit hat man eine bessere Kontrolle über den Datenfluss als mit einem vorkonfigurierten Gerät eines Telekommunikationsunternehmens.“

Welche Schutzmaßnahmen kann man noch ergreifen? Laut Friedrich gehöre dazu, die Beschäftigten zu sensibilisieren und fit zu machen, eine Firewall einzurichten, Sicherheitslücken sofort zu schließen und Zugangsbeschränkungen einzurichten. Außerdem sei es ratsam, für Social-Media-Aktivitäten einen separaten Rechner zu nutzen, der nicht mit den Firmendaten verbunden ist. „Man hat immer die Wahl, ob man es am Rechner einfach oder sicher haben will“, kommentierte er.

Auf eine lauernde Gefahr in Unternehmen wies er abschließend hin: dass IT-Zuständige sich vorwiegend um Rechner-, Netzwerkprobleme und Schulungen kümmern müssten, so dass ihnen die Zeit fehle, grundsätzliche Sicherheitsmaßnahmen im Auge zu behalten. „Es reicht nicht, sich mit einer IT-Abteilung sicher zu wähnen“, sagte er und warnte: „Jeder Geschäftsführer ist selbst in der Verantwortung, ausreichendes und gutes Fach-Personal zur Abwehr von Cyberangriffen zu beschäftigen.“

Sein Vortrag brachte eine lebhafte Diskussion unter den anwesenden Unternehmerinnen und Unternehmen aus Südniedersachsen ins Rollen. Beim lebhaften Austausch in den Räumen des Sanitätshaus Deppe in Northeim konnten weitere wichtige Fragen zum Thema geklärt werden. „Das ist praxisbezogene Wissensvermittlung, die Unternehmen weiterbringt“, war das Fazit aller.

Unsere regionalen Partner