Chile: Pioniere in Sachen erneuerbare Energien

Wussten Sie schon, dass innerhalb von nur 6 Jahren hat die chilenische Solar- und Windindustrie ihre Erzeugungskapazität verfünffacht? Es wird prognostiziert, dass bis 2030 bis zu 70 % des Stroms aus erneuerbaren Energien stammen werden.

Sowohl Deutschland als auch Chile haben sich für 2030 ehrgeizige Ziele für die Transformation ihres Energiesektors gesetzt und sich als Pioniere in Sachen erneuerbare Energien vorgenommen, bis 2050 die Kohlenstoffneutralität zu erreichen. Beide Staaten haben in den letzten Jahrzehnten große Fortschritte gemacht, wobei zu berücksichtigen ist, dass das südamerikanische Land noch über große Wasserkraftkapazitäten verfügt.
Im Jahr 2018 betrug der Energiebedarf in Chile 70.282 GWh, im Jahr 2038 werden es 128.776 GWh sein, also 83 % mehr. Saubere Energie wird in dieser Konstellation eine Schlüsselrolle spielen. In Chile wird aktuell fast die Hälfte des Strombedarfs (45,81%) durch erneuerbare Energien gedeckt. Deutschland hat die 50 %-Marke bereits überschritten. Während Chile bis 2035 einen Anteil von 60 % nicht-konventioneller erneuerbarer Energien anstrebt, will Deutschland bis 2030 die 65 % erreichen.

Status Quo
Chile ist wie Deutschland ein wichtiger Energieerzeuger, aber nach wie vor in hohem Maße von der Einfuhr fossiler Brennstoffe abhängig. Der Importanteil des lateinamerikanischen Landes an Primärenergie liegt bei rund 70 %. Wie in Deutschland steigt jedoch der Anteil der erneuerbaren Energien an der Energieerzeugung stetig an. Dieses Wachstum ist auf drei Faktoren zurückzuführen: Der erste ist die Entwicklung dieser Technologien, die es ermöglichen, Strom zu sehr wettbewerbsfähigen Preisen zu erzeugen. Der zweite ist ein institutioneller Regulierungsfaktor mit einer langfristigen Energiepolitik, der den Investoren die Sicherheit gibt, in neue Technologien zu investieren. Der dritte Faktor ist sozialer Natur: Die Gesellschaft spielt eine wichtige Rolle, wenn es darum geht, saubere Technologien und die Dekarbonisierung voranzutreiben.

Derzeit ist in Chile Solarenergie die wichtigste unter den erneuerbaren Energien, allerdings stellen auch Windenergie, Erdwärmeenergie und Bioenergie attraktive Möglichkeiten dar, um neue Projekte und Geschäfte zu entwickeln. Öffentliche Maßnahmen, die den Prozess der Energiewende unterstützen, eröffnen neue Chancen für Unternehmen, um Technologien und Geschäftsmodelle in aufstrebenden Märkten wie dem chilenischen zu entwickeln und zu testen.

Deutsch-Chilenische Synergien
Deutschland und Chile blicken auf über zwei Jahrzehnte Kooperation im Bereich erneuerbare Energien und Energieeffizienz zurück: Bereits seit 1990 hat sich beispielsweise die Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) in Chile engagiert und zu Beginn der Jahrtausendwende erstmals internationale Klimaschutzprojekte aufgelegt.

Die Energy Partnership Deutschland-Chile wurde am 9. April 2019 durch die Unterzeichnung einer Absichtserklärung zwischen dem Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) und dem chilenischen Energieministerium gegründet und verfügt über ein Vollzeitsekretariat in Santiago de Chile. Die GIZ ist die Ausführungsorganisation dieser Partnerschaft. Mit dem chilenischen Energieministerium arbeitet sie bereits seit mehr als 10 Jahren erfolgreich zusammen. Die AHK Chile bringt ihrerseits die Synergien der wirtschaftlichen Zusammenarbeit in die Partnerschaft ein.

Gefragte Lösungen

 

  • Innovative Lösungen für die Energie-Speicherung
  • Netzunabhängige Systeme und grüne Brennstoffe
  • Innovative Technologie für alle erneuerbaren Energiearten
  • Know-How aus deutscher Energiewende
  • Marktnischen mit kleineren Anlagen
  • Mittel- und langfristig müssen Kraftwerke, die fossile Brennstoffe nutzen, ihre Infrastrukturen verkleinern und / oder umstellen. Auch die dezentrale Selbstversorgung nimmt in allen Bereichen zu. Zudem soll der vor allem im Süden des Landes weit verbreiteten Verwendung von Holz zum Heizen durch die verstärkte Nutzung von Solar- und Windenergie sowie Geothermie entgegengewirkt werden.

Ganz aktuell:

Das von der Bayerischen Repräsentanz für Südamerika und der AHK Chile gemeinsam mit Werk 1, Fraunhofer Venture und SPINLAB organisierte Programm „Energy Challenge Germany - German Startups for the Energy Transition in Chile“ richtet sich an deutsche Startups, die bereits mit ihren Lösungen einen Beitrag zur Energiewende in Deutschland leisten und das Potenzial haben, dies auch in Chile zu tun, und zwar in folgenden Bereichen: Energie- und Ressourceneffizienz; Intelligente und widerstandsfähige Netze; Energie- und Wärmespeicherung; Automatisierung und Industrie 4.0; Intelligente und elektronische Mobilität; Grüner und blauer Wasserstoff; Erneuerbare Energien; Effizientes Informationsmanagement und Optimierung; Lebenszyklusanalyse; Digitale Technologien; Neue Materialien; Innovative Geschäftsmodelle.

Bewerbungen können bis 28. Dezember 2021 eingereicht werden, und die ausgewählten Unternehmen werden im März 2022 an einem virtuellen Demo Day teilnehmen.

Weitere Informationen dazu finden Sie hier

Ihr Ansprechpartner vor Ort

Javier Kuhlmann, BVMW Repräsentant für Chile

E-Mail:  Javier.kuhlmann@bvmw.de
Tel.: +56 9 68984938 // +56 2 27290329
 

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