Lösungen „Made in Germany“ treffen auf grünen Wasserstoff aus Chile

Seit 2021 ist APEX Group in Chile präsent. Warum und wie der Weg dahin führte, berichtet Thomas Fogelgesang, Kaufmännischer Leiter der APEX Group, in seinem Interview für die BVMW Themenwoche „Mittel- und Südamerika“.

Die APEX Group ist ein etablierter Anbieter für erneuerbare Energien und ein Pionier der grünen Energiewende. Mit Hauptsitz in Rostock/Laage, möchte APEX grünen Wasserstoff konkurrenzfähig und flächendeckend für alle Menschen verfügbar machen. Dabei stützt sich das Geschäftsmodell auf zwei Säulen: das Projekt- und das Speichergeschäft. Das Unternehmen bietet individuelle Projektentwicklung, EPC-Leistungen sowie Management und Wartung mit maßgeschneiderten Lösungen für komplexe Kundenanforderungen.
In Zusammenarbeit mit der Emano Kunststofftechnik GmbH und dem Fraunhofer-Institut in Rostock baut es einen modernen Wasserstoff-Druckspeicher – die nächste Generation der Energiespeicherung. Gemeinsam mit dem Leibniz-Institut für Katalyse (LIKAT) wird ein druckloses System zur Speicherung großer Mengen von Wasserstoff auf chemischer Basis entwickelt. Die größte netzgekoppelte Wasserstoffanlage Europas befindet sich am Standort in Rostock/Laage.

Seit 2021 ist das Unternehmen in Chile präsent. Warum und wie der Weg dahin führte, berichtet Thomas Fogelgesang, Kaufmännischer Leiter der APEX Group im Interview.

 

BVMW: Chile ist heute die stabilste Wirtschaft in Südamerika. Wie wichtig ist dieser Umstand bei der Bewertung einer Investition von Apex?
Thomas Fogelgesang: Der Erfolg unserer Lösungen hängt sowohl von natürlichen als auch von wirtschaftlichen Faktoren ab. Neben der Tatsache, dass unsere Zielländer einen geeigneten Rahmen für die Einführung von Wasserstofftechnologien bieten müssen, nehmen wir auch den Faktor der wirtschaftlichen Stabilität sehr ernst. Eine stabile Wirtschaftslage ist erforderlich, da wir auf lokale Indikatoren und Rohstoffe angewiesen sind, wie Strom- und Wasserpreise, Arbeitskräfte und Lieferanten.

BVMW: Chile will bis 2050 kohlenstoffneutral sein. Halten Sie dieses Ziel Ihrer Erfahrung nach für erreichbar? Welche Maßnahmen sollten die nächsten Regierungen ergreifen?
Thomas Fogelgesang: Das Erreichen der Kohlenstoffneutralität bis 2050 ist ein ehrgeiziges Klimaziel. Wir glauben, dass dies nur durch die Nutzung CO2-freier Energiequellen in der gesamten Wertschöpfungskette und die Einführung von Wasserstoff-Lösungen zur Dekarbonisierung der sogenannten "Hard-to-Abate"-Sektoren erfolgen kann. Um diese Initiative zu fördern, ist der Einsatz von Finanzinstrumenten wie das "Emissionshandelssystem" angeraten. Dies würde Unternehmen dazu verpflichten, für jede Tonne CO2, die sie ausstoßen, eine Genehmigung zu besitzen. Diese Genehmigungen könnten verkauft und gekauft werden, wobei der Preis das Angebot und die Nachfrage widerspiegelt.

BVMW: Die Covid 19-Pandemie hat die Welt in vielerlei Hinsicht verändert, aber sie hat auch ihre Spuren im Umgang mit der Umwelt hinterlassen. Wie bereitet sich Apex auf dieses neue Szenario vor?
Thomas Fogelgesang: Dieses Szenario oder neue Paradigmen sind die Essenz der Mission von APEX. Die Welt erkennt die Auswirkungen unserer Zivilisation auf die Umwelt und wie wichtig es ist, dass wir unseren CO2-Fußabdruck verringern, wenn wir wollen, dass zukünftige Generationen gute Lebensbedingungen auf der Erde vorfinden. Die Lösungen von APEX ermöglichen es, erneuerbare Energiequellen in allen Bereichen einzusetzen und damit die Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen Vergangenheit werden zu lassen.

BVMW: Die Produktion von grünem Wasserstoff hat ein großes Potenzial in Chile. Sehen Sie hier eine Investitionsmöglichkeit für Apex?
Thomas Fogelgesang: Der chilenische Markt steht ganz oben auf der Prioritätenliste von APEX. Chile bietet hervorragende natürliche Bedingungen für die kostengünstige Produktion von grünem Wasserstoff mit einem Potenzial, das dem 70-fachen der Inlandsnachfrage entspricht. Wir glauben, dass sich Chile in den nächsten Jahrzehnten weltweit als einer der größten Lieferanten von grünem Wasserstoff positionieren wird. Die Nachfrage nach Infrastrukturen zu seiner Erzeugung sowie nach Technologien, die einen effizienten Transport ermöglichen - wie die LOHC-Technologien - besteht bereits und wird in Zukunft weiter wachsen. Das Lösungsportfolio von APEX hat Antworten auf diese Fragen.

BVMW: Welche Erfahrungen haben Sie mit dem Eintritt in den chilenischen Markt gemacht?
Thomas Fogelgesang: Der chilenische Markt ist ein neuer Markt für APEX. Obwohl wir es als vielversprechend empfunden haben, dass die Themen erneuerbare Energien und Wasserstoff sehr präsent waren, mussten wir uns erst mit den wichtigsten Akteuren der Branche und den verschiedenen Anwendungsfällen für die Implementierung von Wasserstofflösungen vertraut machen.

BVMW: Hat der Vertreter des BVMW in Chile Ihnen die nötige Hilfe und Unterstützung geben können?
Thomas Fogelgesang: Der BVMW-Vertreter in Chile war für APEX bisher eine große Unterstützung. Wir konnten von seinen Kenntnissen der lokalen Industrie und seinen zahlreichen Beziehungen profitieren. Das politische und wirtschaftliche  Klima in dem Land zu verstehen ist die Grundlage, um die besten Anwendungsoptionen zu finden. Er hat uns umfassend darüber informiert, wie erneuerbare Energien heute hier gewonnen werden und welche großen Projekte in ganz Chile realisiert werden. Schließlich ist es äußerst wichtig, jemanden zu haben, der dort die Rolle unseres "Botschafters" übernimmt und sich dabei vor Ort auskennt und die Landessprache spricht: Für ein Unternehmen wie APEX, das große Ambitionen hat und in verschiedenen Sektoren präsent sein will, ist diese Begleitung unverzichtbar!

 

Ihr Ansprechpartner in Chile

Javier Kuhlmann, BVMW Repräsentant für Chile

E-Mail: Javier.kuhlmann@bvmw.de

Tel.:+56 9 68984938 // +56 2 27290329

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