Brexit und die neuen Regeln für den Handel mit Großbritannien

webImpuls am Dienstag, 4. Mai 2021, 10:00 - 11:30 Uhr (MEZ)

Nach der Last-Minute-Einigung über das britisch-europäische Freihandelsabkommen bleibt die Aufbruchsstimmung in den bilateralen Beziehungen weiterhin aus. Die kurze Vorbereitungszeit von nur einer Woche bis zum Start der Zollgrenze am 01. Januar 2021 reichte vielen Firmen bei weitem nicht aus. Die Folge: Auch ohne lange Staus am Hafen von Dover klagen Logistiker über Abwicklungsprobleme und mangelhafte Zollerklärungen.

Während von Aufbruchsstimmung in den bilateralen Beziehungen noch keine Rede ist, sorgt sich die Wirtschaft auf beiden Seiten des Ärmelkanals. Britische Unternehmen leiden unter den verschlechterten Handelsbedingungen auf ihrem wichtigsten Absatzmarkt. Starke Verunsicherung herrscht beim e-commerce-Sektor wegen fehlender Anerkennung des gegenseitigen Datenschutzes. Spediteure verweigern zeitweilig die Ausfuhr von Waren aus UK in die EU und fahren ohne Ladung zurück in die EU. Der Warenverkehr zwischen Nordirland und UK kam zeitweilig zum Erliegen. Die strukturellen Folgen der Zollgrenze vor allem für die Chemiebranche, den Maschinenbau und die Automobilindustrie sind noch nicht absehbar. Dazu kommen Lücken im Freihandelsabkommen bei der Dienstleistungserbringung und dem Finanzbereich.

Für Deutschland ist das Vereinigte Königreich 2020 auf den achten Platz der wichtigsten Handelspartner abgerutscht. Für das Vereinigte Königreich ist Deutschland jedoch der wichtigste Handelspartner innerhalb der EU. Bei vielen Unternehmen kommen Zweifel auf, ob ein Engagement in UK zukünftig lohnt. Dies ist aber nur eine Seite der Medaille. Der UK Markt bietet mittel- und langfristig durchaus gute und wachstumsfähige Perspektiven. Gemessen an der Einwohnerzahl (66.8 Mio. Einwohner) ist das Vereinigte Königreich der drittgrößte europäische Absatzmarkt. Die Start-up-Weltmetropole London zieht internationale Talente und Kapital an. Große Offenheit für neue Produkte; das Land gilt vielfach als Testmarkt. Staat investiert kräftig in Infrastrukturprojekte, Regionalförderung (Levelling Up) und Gesundheitswirtschaft. Ambitionierte Energie- und Klimapolitik mit starken Marktchancen in der Offshore-Windenergie und bei grünem Wasserstoff; im Juni vergangenen Jahres wurde der 10 Punkte Green-Revolution-Plan vorgestellt, der ein Investitionsvolumen von 12 Milliarden GBP und zusätzlich 250.000 Arbeitsplätze vorsieht. UK ist in diesem Jahr Veranstalter der COP26 Konferenz, die dieses Jahr in Glasgow stattfindet.

In unserem Webinar wollen wir die vielschichtigen Disruptionen und Störungen bewerten, die der Brexit kurzfristig und mittelfristig in der Logistik zwischen Großbritannien und Deutschland verursacht. Dazu haben wir ein Panel aus Experten zusammengestellt, dass eine generelle Brexit-Einschätzung in Kombination mit den Bereichen VAT und Logistik gezielt erläutert.

Die Präsentationen zum webImpuls finden Sie unten stehend:

Die Präsentation von Ralf Lange, Executive Director bei motionfinity

Die Präsentation von Carsten Pikkemaat,Sales Director Germany & East Europe bei Eurotunnel - Freight Shuttle Division

Die Präsentation von Florian Seikel, Geschäftsführer, logistic-natives e.V. und Walter Trezek, Founder, CLS – Commerce Logistics Specialists