Die berufliche Ausbildung punktet

Ist das deutsche Bildungssystem in der Lage den individuellen Anforderungen der Transformation des Arbeitsmarktes gerecht zu werden? Antworten und internationale Vergleichszahlen bietet eine aktuelle OECD-Studie.

ausbildung symbolbild

Der Aspekt des lebenslangen Lernens spielt in der aktuellen Zeit der zunehmenden Digitalisierung und der Transformation des Arbeitsmarktes eine immer größere Rolle. Durch die Corona-Pandemie wird diese Entwicklung noch beschleunigt. Um langfristigen Erfolg im Berufsleben zu garantieren sind Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer immer öfter gefordert, sich stetig weiterzubilden und neue Fertigkeiten zu erlernen.

Vorteile der beruflichen Bildung in Deutschland

Während Deutschland in der Vergangenheit nicht mit Bestnoten in den PISA-Studien glänzen konnte, weisen die Ergebnisse der OECD-Studie darauf hin, dass sich vor allem das duale Ausbildungssystem in Deutschland als Besonderheit bewährt hat. Durch den fließenden Übergang zwischen schulischer Bildung und beruflicher Ausbildung konnte eine deutliche Leistungssteigerung bei Jugendlichen beobachtet werden. Konkret zeigen Ergebnisse, dass Jugendliche während der Übergangsphase von der Schulpflicht zum jungen Erwachsenenalter ihre Lesekompetenz um 25 Prozent steigern konnten. Das macht Deutschland zu einem der Spitzenreiter im internationalen Vergleich.

Auch die allgemeine Schulpflicht weist sich als Vorteil aus, da sie verhindert, dass leistungsschwache Jugendliche die Schule frühzeitig verlassen. Ebenso fördert die Ausbildungsvergütung, dass Jugendliche, die eine Ausbildung absolvieren, diese erfolgreich beenden.

Angleichung der Leistungsniveaus über sozioökonomische Hintergründe hinaus

Ein weiterer positiver Aspekt der beruflichen Ausbildung, der in der Studie ersichtlich wird, ist die Angleichung der Leistungsniveaus unter Jugendlichen mit unterschiedlichen sozioökonomischen Hintergründen. Dies ist auf eine Leistungssteigerung seitens der Jugendlichen mit ungünstigem sozioökonomischem Hintergrund zurückzuführen. Sie konnten ihre Lesekompetenz um 24 Prozentpunkte steigern. Im Vergleich dazu lag die Verbesserung bei den Jugendlichen mit begünstigtem Hintergrund nur bei 12 Punkten. Diese Entwicklung ist unter anderem darauf zurückzuführen, dass Jugendliche dank des dualen Ausbildungssystems ihre berufliche Laufbahn nach der Schule nahtlos weiterführen können. Das berufliche Ausbildungssystem wirkt damit aktiv auf eine Verringerung der sozialen Ungleichheit hin.