Regelungen zum Homeoffice

Das Homeoffice erlebt in Coronazeiten verstärkten Zuspruch, denn viele Unternehmen befolgen den Rat von Gesundheitsexperten, ihre Beschäftigten von zuhause aus arbeiten zu lassen. Hier finden Sie die wichtigsten Fragen und Antworten.

Corona-Arbeitsschutzverordnung weist Unklarheiten auf

Nach dem Beschluss der Ministerpräsidentenkonferenz vom 19. Januar 2021 müssen Arbeitgeber Homeoffice überall dort ermöglichen, wo es die Tätigkeiten zulassen. Doch die Verordnung weist nach Ansicht von BVMW-Chefvolkswirt Hans-Jürgen Völz Mängel auf. Arbeitgeber werden nach einem Beschluss der Minister­präsidenten­konferenz am Dienstag (19.01.2021) noch stärker in die Verantwortung gezogen. Künftig müssen sie das Arbeiten im Homeoffice überall ermöglichen, wo es die Tätigkeiten zulassen. Die Verordnung gilt voraussichtlich vom 27.01.2021 bis 15.03.2021. Eine Pflicht für Arbeitnehmer, das Angebot, von zu Hause zu arbeiten, auch anzunehmen, gibt es jedoch nicht.

"Die Mitgliedsunternehmen des BVMW begrüßen nicht nur die Möglichkeit des flexiblen Arbeitens, sie nutzen diese bereits in erheblichem Umfang, wo es praktikabel und nach eingehender Beurteilung der betriebsindividuellen Bedürfnisse möglich ist", so die Einschätzung von BVMW Chefvolkswirt Dr. Hans-Jürgen Völz. Die beschlossene Corona-Arbeitsschutzverordnung beinhalte aber nach seiner Einschätzung erhebliche Mängel und Unklarheiten. Dies gelte sowohl für die Schaffung steuerlicher Anreize als auch für Fragen des Datenschutzes und des Arbeitsrechts. Lesen Sie dazu hier in unserer Stellungsnahme zur Corona-Arbeitsschutzverordnung.

Wie können Unternehmen sicherstellen, dass die Arbeit im Homeoffice reibungslos verläuft?

Der Arbeitgeber sollte dafür sorgen, dass die technische Ausstattung immer problemlos funktioniert, um Frustration bei den Arbeitnehmern zu vermeiden. Außerdem sollten regelmäßige Meetings und Statusgespräche durchgeführt werden, damit eine persönliche Isolation ausgeschlossen werden kann. Nicht zuletzt ist auch eine klare Kommunikation, sowohl vom Arbeitnehmer als auch vom Arbeitgeber ganz entscheidend für die Produktivität im Homeoffice.

Dürfen Arbeitgeber Home Office anordnen?

Nein, dies ist nicht möglich. Die Regelung über die Arbeit im Home Office muss einstimmig zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer erfolgen. Genauso wenig dürfen Beschäftigte ohne Absprache von zu Hause aus arbeiten. Die Option kann sich zudem aus einer Betriebsvereinbarung oder einem Tarifvertrag ergeben, falls vorhanden. 

Angesichts dessen, dass der soziale Kontakt nach Angaben der Bundesregierung auf ein Mindestmaß zurückgefahren werden sollten, ist die Überlegung, dort Home Office einzuführen, wo es technisch möglich ist, sicherlich sinnvoll. 

Wer trägt die Kosten für die Ausstattung der Arbeitnehmer im Homeoffice?

Nach §670BGB können Arbeitgeber verpflichtet sein, sich an den entstehenden Kosten zu beteiligen. Zusätzlich kann man das Homeoffice mit maximal 5€ pro Tag steuerlich absetzen.

Der BVMW lehnt eine Pflicht zur Arbeit im Homeoffice grundsätzlich ab. Flexibilität und produktives Arbeiten kann es nur geben, wenn der Bereich in betrieblicher Verantwortung bleibt. Auch unter Berücksichtigung der Kostenaspekte sollte auf ein Recht auf Homeoffice verzichtet werden. Viele Mitarbeiter verfügen nicht über die nötige technische Ausstattung, um reibungslos zu arbeiten und sensible Daten schützen zu können. Viele KMU können mitten in einer so existenziellen Krise keine weiteren Investitionen tätigen.

Homeoffice: Was ist steuerlich absetzbar?

Unter bestimmten Voraussetzungen ist es möglich, anfallende Kosten für das Arbeitszimmer als Werbungskosten in der Steuererklärung geltend zu machen. Dies ist beispielsweise dann möglich, wenn es in der Firma keinen geeigneten Arbeitsplatz gibt, oder wenn vorrangig vom Arbeitszimmer aus gearbeitet wird. 

Welche Varianten gibt es für das Mobile Arbeiten? 

Variante 1: 

Der private Computer baut durch einen VPN (virtual private network) eine Verbindung mit dem eingeschalteten Arbeitscomputer auf.  

Durch den Aufbau einer „Remotedestopverbindung“ auf dem Bildschirm, Tastatur etc. können Sie auf die gewohnte Arbeitsumgebung ihres Arbeitscomputers zugreifen.  

Variante 2:   

Wenn man bereits einen Terminalserver oder Citrix Server hat, dann können alle freigeschalteten Mitarbeiter, mit oder ohne VPN, auf den Arbeitscomputer zugreifen.  

Dafür bräuchte man, sofern man keine hat, Lizenzen.  

Variante 3: 

Es ist möglich vom Heimcomputer aus ebenfalls auf den Arbeitscomputer zuzugreifen, indem man beispielsweise den TeamViewer oder PC Visit installiert. Dies muss eventuell durch den Administrator geschehen.  
Der Administrator oder Sie generieren auf den Computern einen Zugriffscode und ein Kennwort, welches für die Nutzung notwendig ist, um den Arbeitscomputer aus der Ferne zu steuern.  

 


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Sind Arbeitnehmer im Home Office versichert?

Bei einem Arbeitsunfall greift die gesetzliche Unfallversicherung. Jedoch muss bei der Arbeit von zu Hause aus nachgewiesen werden, dass die Verletzung unmittelbar mit dem Job zusammenhing.  

Können Urlaubstage storniert werden?

Einige Beschäftigte können aufgrund der aktuellen Situation sowie teilweisen Einreisesperren ihren Urlaub nicht antreten. Arbeitnehmer dürfen nicht eigenständig entscheiden den Urlaub zurückzuziehen. Auch hier muss eine Absprache mit dem Arbeitgeber erfolgen. 

Darf Urlaub angeordnet werden?

Aufgrund einer schlechten Auftragslage scheint es sicherlich verlockend die Belegschaft in den Urlaub zu schicken. Die ist allerdings nicht möglich, da der Urlaub der Erholung dienen soll. Über eine temporäre Freistellung hingegen kann nachgedacht werden, hier bleiben Urlaubsansprüche allerdings unberührt.  

Grundsätzliche Hinweise zum mobilen Arbeiten finden Sie hier.

Finanzielle Förderungsmöglichkeiten für Home-Office finden Sie hier.