Solo- und Kleinunternehmer

Hilfe und Unterstützung für Einzelunternehmer, Selbständige, Freiberufler und Kleinunternehmer

Soforthilfen für Selbstständige und kleine Unternehmen  

Kleine Unternehmen und Selbständige sind besonders stark von den wirtschaftlichen Folgen des Coronavirus betroffen. Die Bundesregierung stellt nun zusätzliche Soforthilfen von bis zu 15.000 Euro bereit.  

Zusätzliche Soforthilfen für Selbständige und kleine Unternehmen  

Um den wirtschaftlichen Schaden durch das Coronavirus einzudämmen stellt die Bundesregierung zusätzliche Soforthilfen für Selbständige und kleine Unternehmen bereit. Die Soforthilfen betragen bis zu 15.000 Euro. Dabei handelt es sich nicht um die Bereitstellung von zusätzlichen Krediten, sondern um direkte Finanzhilfen.  

Die Soforthilfen für Selbständige und kleine Unternehmen sind Bestandteil des Gesetzesentwurfes „Corona-Soforthilfen für kleine Unternehmen und Selbständige“.  

Wer kann mit welcher Unterstützung rechnen? 

Anspruch auf finanzielle Unterstützung haben: 

 

  • Unternehmen mit bis zu zehn Vollzeit-Beschäftigten, die Infolge des Coronavirus Einbußen nach dem 11. März erlitten haben, können bis zu 15.000 Euro für drei Monate erhalten.   
  • Betroffene Unternehmen mit bis zu fünf Beschäftigten erhalten eine Einmalzahlung von 9.000 Euro für drei Monate. 

 

Das Gesamtvolumen der Soforthilfen für kleine Unternehmen und Selbständige beläuft sich auf bis zu 50 Milliarden Euro, bei maximaler Ausschöpfung durch drei Millionen Selbständige. 

Wie erfolgt die Beantragung?  

Um eine schnelle und unkomplizierte Bearbeitung zu ermöglichen, erfolgt die Beantragung der Soforthilfen elektronisch. Für die Antragsstellung wird eine eidesstattliche Erklärung benötigt, die versichert, dass das eigene Unternehmen aufgrund des Coronavirus existenzgefährdet oder von Liquiditätsengpässen bedroht ist.  

Weitere Informationen finden Sie unter folgenden Links: 

https://www.bundesfinanzministerium.de/Content/DE/Standardartikel/Themen/Schlaglichter/Corona-Schutzschild/2020-03-19-Milliardenhilfe-fuer-alle.html 

https://www.bundesfinanzministerium.de/Content/DE/Pressemitteilungen/Finanzpolitik/2020/03/2020-03-23-pm-Soforthilfefond-download.pdf?__blob=publicationFile&v=2 

https://www.bundesfinanzministerium.de/Content/DE/Pressemitteilungen/Finanzpolitik/2020/03/2020-03-23-pm-Soforthilfe.html 

Was sollten Freiberufler, Selbstständige und Kleinunternehmer selbst tun? 

Bevor es zu staatlichen Hilfspaketen kommen muss, können Selbstständige und Unternehmer jedoch selbst auf den Krisenmodus umschwenken. Zwei Maßnahmen sind hierfür zentral:  

  1. Einnahmen vorziehen: Wenn Sie noch offene Rechnungen haben, sollten Sie dafür sorgen, dass diese schnellstmöglich beglichen werden. Hierbei heißt es also Kunden anrufen und um Verständis in Zeiten des Coronavirus bitten.  
  2. Ausgaben zurückstellen: Für Sie als Unternehmer gilt das Gegenteil. Betriebsausgaben sollten verzögert und zurückgestellt werden. Außerdem sollten Sie in der Krise auf Skonten und Rabatte verzichten.  
  3. Überstunden abbauen (wenn vorhanden)  
  4. Minusstunden aufbauen 

Ist mein Lebensunterhalt und meine Unterkunft in den Zeiten der Krise gesichert?

Kleinunternehmer und Soloselbständige verfügen in aller Regel nicht über eine Arbeitslosenversicherung. Damit ihre Existenz nicht bedroht ist, erhalten sie leichter Zugang zur Grundsicherung, damit Lebensunterhalt und Unterkunft gesichert sind. So werden Aufwendungen für Unterkunft und Heizung für die Dauer von sechs Monaten ab Antragstellung in tatsächlicher Höhe anerkannt. Die Selbständigkeit muss wie bisher beim Bezug von Leistungen nicht aufgegeben werden. Die Leistungen sollen sehr schnell ausgezahlt werden. Ansprechpartner sind die zuständigen kommunalen Behörden – in der Regel der örtliche Träger der Sozialhilfe.

Welche Möglichkeiten der Kreditaufnahme gibt es bei nicht ausreichenden Sicherheiten?

Kleinstbetriebe und Solo-Selbstständige können bei nicht ausreichenden Sicherheiten Kredite der Banken verbürgen. Bei den Bürgschaftsbanken wurde der Bürgschaftshöchstbetrag auf 2,5 Mio. Euro (Ausfallbürgschaften) erhöht. Die Programme sind grundsätzlich branchenoffen und stehen insbesondere auch kleinen und mittleren Unternehmen zur Verfügung.

Kleine Unternehmen können eine Anfrage für ein Finanzierungsvorhaben schnell und kostenfrei auch über das Finanzierungsportal der Bürgschaftsbanken stellen (https://finanzierungsportal.ermoeglicher.de/). Bei Bürgschaften über mehr als 2,5 Mio. Euro sind die Länder beziehungsweise deren Förderinstitute zuständig. In strukturschwachen Regionen beteiligt sich der Bund in Form paralleler Bund-Landesbürgschaften am Bürgschaftsrisiko, in allen anderen Regionen ab 50 Mio. Euro Bürgschaftsbetrag.

Gibt es weitere Unterstützungsmaßnahmen?

 

  • Für Unternehmen, die infolge der COVID-19-Pandemie wirtschaftliche Schwierigkeiten haben oder insolvent geworden sind soll die Insolvenzantragspflicht bis zum 30.09.2020, ausgesetzt werden. Mehr Informationen finden Sie hier
  • Für Dauerschuldverhältnisse der Daseinsvorsorge (u.a. Pflichtversicherungen, Energielieferung, Telekommunikation), die vor dem 8. März 2020 geschlossen wurden, soll ein Leistungsverweigerungsrecht für Verbraucher und Kleinstunternehmer bis zum 30.6.2020 eingeführt werden. Die Leistungsverweigerung muss allerdings auch für den Gläubiger zumutbar sein.
  • Die Kündigungsmöglichkeiten von Miet- und Pachtverhältnissen bei Nichtleistung in der Zeit vom 01.04.20 bis 30.06.20 werden eingeschränkt. Voraussetzung ist auch hier die Glaubhaftmachung des Mieters, dass die Nichtleistung auf finanziellen Schwierigkeiten aufgrund der Corona-Pandemie beruht.
  • Selbstständige und Freiberufler bekommen nach dem Gesetz zur Verhütung und Bekämpfung von Infektionskrankheiten (IfSG) auf Antrag eine Entschädigung, wenn sie einem Tätigkeitsverbot (§§ 31, 42 IfSG) oder einer Quarantäne (§ 30 IfSG) unterliegen oder unterworfen wurden. Entschädigungsberechtigt nach § 56 IfSG sind Ausscheider, Ansteckungsverdächtige, Krankheitsverdächtige oder sonstige Träger von Krankheitserregern, die einem behördlich angeordneten Tätigkeitsverbot oder einer behördlich angeordneten Quarantäne unterworfen waren oder sind. Voraussetzung ist in beiden Fällen ein die Person betreffender Bescheid des Gesundheitsamtes zum persönlichen Tätigkeitsverbot oder zur angeordneten Quarantäne und ein Verdienstausfall. Wer Ihr Ansprechpartner für die Beantragung der Entschädigung ist, erfragen Sie bitte bei Ihrer Landesregierung.
  • Weitere Informationen zu Unterstützungsangeboten finden Sie auf der Förderdatenbank des Bundes unter dem Stichwort „Corona-Hilfe“ 

 


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