Fachkräfte

Die Beschäftigung ist in Deutschland auf dem höchsten Stand seit der Wiedervereinigung. Dennoch gibt es Nachholbedarf. Besonders die mangelnde Flexibilität des Arbeitsmarktes beklagen zwei Drittel der mittelständischen Unternehmen. Durch die digitale Transformation und die Integration der Flüchtlinge kommen weitere Herausforderungen auf den Arbeitsmarkt zu. Der Fachkräftemangel bleibt ein Dauerthema.

BVMW-Fachgruppe "Präzision aus Jena"

... ist ein spezielles aktives Netzwerk von produzierenden und verarbeitenden Unternehmen aller Branchen.

Die BVMW-Fachgruppe “Präzision aus Jena” ging im Mai 2006 aus dem 1998 gegründeten gleichnamigen Kooperationsverbund hervor.
Der Slogan und das Logo sind markenrechtlich geschützt.

20.09.2018
12. Ostthüringer Kooperationsbörse im Alten Schloss zu Dornburg 
(Infos und Anmeldung)

Idee & Entwicklung

Die Entwicklung und die Grundideen der Fachgruppe in Stichpunkten:

  • Gründung im Jahr 1998 als Verband kooperierender Unternehmen
  • Aufbau der Mitgliederstruktur in den Jahren 1998 bis 2002
  • Erarbeitung und Realisierung gemeinsamer Marketingkonzepte
  • Regelmäßiger Besuch mit Betriebsrundgängen in den Mitgliedsbtrieben
  • Ausnutzen von Synergieeffekten, beispielsweise bei der Gestaltung gemeinsamer Präsentationen auf Fachmessen
  • Kooperationsleistungen bei Forschungs- und Entwicklungsvorhaben zum gegenseitigen Nutzen vereinbaren
  • Fachlich anregender Informationsaustausch führen, z.B. Besprechung aktueller Entwicklungstrends im Produktbereich
  • Organisation von Seminaren und Workshops zu allgemein interessierenden Themen

Ziele der Fachgruppe

Mitglieder 

Veranstaltungen

Fachkräfte

1. Mangel an Fachkräften und wozu dieser führt

Man hört und liest es immer wieder: In ländlichen Gebieten haben mittelständische Unternehmen trotz bundesweit hoher Beschäftigungszahlen oft Schwierigkeiten, Fachkräfte zu finden. Nicht selten sind sie sogar mit sinkenden Bewerberzahlen konfrontiert, was die Auswahlmöglichkeiten stark einschränkt und in letzter Konsequenz signifikante Folgen für die Wirtschaft impliziert.

Zurückzuführen ist dieser seit einigen Jahren bekannte und immer akuter werdende  Fachkräftemangel auf mehrere Faktoren. Nicht selten sind Bewerbungsverfahren ineffizient und veraltet. Die analoge bzw. papiergebundene Personalakquise erfordert einen massiven Arbeitsaufwand. Mit digitalen Rekrutierungsprozessen lassen sich hier eindeutige Verbesserungen erzielen, indem bspw. die Reichweite von Personalanzeigen gesteigert und die Auswahlverfahren automatisiert und dadurch beschleunigt werden. Im Übrigen sorgt der allgemeine Trend zur Digitalisierung für eine zusätzlich gesteigerte Nachfrage nach gut ausgebildeten Fachkräften, die mit neuen Technologien umgehen und sich höchst flexibel auf veränderte Arbeitsbedingungen einstellen können. Gut ausgebildete Fachkräfte sind folglich eine der zentralsten Voraussetzungen für den digitalen Wandel, der nur mit ihnen gemeinsam bewältigt werden kann. Demografische Veränderungen sowie zunehmende Tertiärisierung und Internationalisierung wirken sich ähnlich stark auf den Arbeitsmarkt aus wie sozialstrukturelle Veränderungen. Wenn gute, erfahrene Mitarbeiter in den Ruhestand gehen, ohne dass ausreichend junge Talente nachfolgen, stehen wir zwangsläufig vor einem Ungleichgewicht auf dem Fachkräftemarkt.

Einschneidend ist aber vor allen Dingen, dass Unternehmer oftmals nicht im Stande sind, die Attraktivität ihres Unternehmensstandortes hinreichend zu kommunizieren. Gerade  Fachkräfte mit hoher digitaler Affinität leben und arbeiten in aller Regel bevorzugt in Metropolen, anstatt auf dem Land. Auch die Gehälter in mittelständischen Unternehmen liegen in der Regel unter denen, die in der Großindustrie verdient werden können. Ein unmittelbares Folgeproblem des Fachkräftemangels ist, dass mittelständische Unternehmen Aufträge teilweise nicht annehmen können. Dadurch bleiben große Potenziale unausgeschöpft, folglich bleibt auch die Wirtschaftsleistung Deutschlands insgesamt unter dem theoretisch Erreichbaren. Technischer Fortschritt, bspw. in der Robotik und Automatisierung sowie politisch motivierte Faktoren wie die Energiewende bedingen weitere Herausforderungen auf dem stark umworbenen Markt der Fachkräfte. Irritierenderweise müssen Bewerber gleichzeitig oftmals sehr lange nach einem neuen Job suchen, da bei attraktiven, gut bezahlten und insbesondere hoch spezialisierten Stellen ein entsprechend hoher Konkurrenzdruck herrscht. Hinzu kommt die zunehmende Risikoscheu  von Unternehmen, nicht die passende Fachkraft einzustellen und möglicherweise zu viel Lehrgeld zahlen zu müssen. Zusätzlich verstärkt wird der Trend langer Bewerbungszyklen, dass junge Studenten zwar eine sehr hohe digitale Affinität, aber nur mangelnde praktische Berufserfahrung vorweisen und daher schwer in die Wirtschaft zu integrieren sind.

2. Talentflucht und internationale Fachkräfte

Auf einem international geöffneten Arbeitsmarkt verlassen viele gut ausgebildete Arbeitskräfte ihre Heimat, vom Wunsch und der Hoffnung geleitet, im Ausland besser zu verdienen oder unter besseren Konditionen zu arbeiten. Die Talentflucht kann durch die Rekrutierung aus dem Ausland nur teilweise ausgeglichen werden. Das BMWi Portal make-it-in-germany informiert Zuwanderungsinteressierte über bürokratische Bestimmungen. Im Wettbewerb mit Großunternehmen muss der Mittelstand seine Vorteile so positionieren, dass die besten Köpfe gewillt sind, in Kleinen und Mittleren Unternehmen (KMU) zu arbeiten. Großunternehmen profitieren von ihrer Bekanntheit und medialen Präsenz und verfügen damit über einen strategischen Vorteil, die besten Bewerber anzulocken. Zudem sind viele digitale Fachkräfte dem Fehlglauben erlegen, KMU könnten ihnen keine lukrativen Aufstiegschancen bieten. Dass in Deutschland immer lautere nationalistische Stimmen zu hören sind, ist in diesem Sinne durchaus von Nachteil für die Außenwirkung – da es die Motivation nach Deutschland umzuziehen eher verringert.

3. Lösung: Anreize schaffen, Einarbeiten und Ausbilden

Wenn in bestimmten Wirtschaftsbereichen weniger Bewerber als Stellen vorhanden sind, müssen Kompensationsmechanismen ersonnen werden. Gefragten Mitarbeitern wie bspw.  Datenanalysten oder Software-Entwicklern müssen besondere Anreize für eine Bewerbung genauso wie überdurchschnittlich gute Arbeitsbedingungen geboten werden, um eine langfristige Bindung an die Firma aufzubauen. Wenn schon der Standort des Unternehmens für viele potentielle Mitarbeiter nicht attraktiv genug ist, so muss sich das Unternehmen idealerweise mit erstklassigen Arbeitsbedingungen hervorheben.

Moderne Büroräume, gute Anbindung an den öffentlichen Nahverkehr und flexible Arbeitszeitmodelle gehören hier schon zu den Minimalanforderungen um Fachkräfte anzuziehen. Damit die Arbeitskräfte dann auch bleiben, sollten weitere Anreize geschaffen werden. So könnten in der Provinz ansässige Unternehmen etwa Ansätze zur Vermeidung oder Verringerung von Stress, Motivationslöchern oder diverser Erfolgshemmnisse in ihre Arbeitsphilosophie integrieren, um damit Überforderung und Burnout – in Großunternehmen übrigens ein großer Risikofaktor – von Anfang an zu minimieren. Regelmäßige, teambildende Mitarbeiterevents sorgen für einen starken Zusammenhalt und ein gutes Arbeitsklima. Und so banal es auf den ersten Blick klingen mag: sehr guter Kaffee, regelmäßig frisches Obst oder ein vergünstigtes Mittagessen können sich ebenfalls als lohnende Investition erweisen, die Arbeitsbedingungen für Fachkräfte merklich zu verbessern.

Das wichtigste sind jedoch interessante und herausfordernde Aufgaben in der alltäglichen Arbeit, die Freiheit, Ideen einzubringen sowie die Möglichkeit, eigenverantwortlich und weitgehend unabhängig zu arbeiten. Die meisten Mitarbeiter mit Führungspotential neigen unter diesen Bedingungen von sich aus zu Verantwortungsübernahme und gehen gerne und motiviert zur Arbeit. Auch verringern sich unter diesen Voraussetzungen die Krankenstände auf ein Minimum und Leistung kann somit eher auf konstant hohem Niveau erbracht werden.

Ein weiterer Lösungsansatz, um dem Fachkräftemangel entgegenzuwirken, liegt sicherlich in einer intensiven betrieblichen Einarbeitungszeit, in der spezifische Arbeitstechniken der jeweiligen Firma vermittelt werden. Ein Herabsenken der Anforderungen in Ausschreibungen motiviert auch diejenigen sich zu bewerben, die nur annähernd dem gewünschten Profil entsprechen, von den oftmals überhöhten Erwartungen jedoch abgeschreckt werden. Einen Bewerber einzustellen, der nur 80 Prozent der gewünschten Qualifikationen erfüllt – und diesen intensiv einzuarbeiten, kann mittelfristig nicht nur zielführend und erfolgreich sein, sondern die Basis für eine langfristige Zusammenarbeit bieten.

Als Ausbilder haben die Unternehmen im Mittelstand auch selbst Gestaltungsmöglichkeiten in der Hand. Die Ausbildung junger Menschen zu Fachkräften ist eine Investition in deren Zukunft, aber auch in die der Firma, der Branche und die der Wirtschaft insgesamt. Ausbildungsprofile sollten unbedingt regelmäßig an die sich verändernden Anforderungen angepasst werden und unbedingt digitale Kompetenzen vermitteln. Die Stärkung interkultureller Kompetenzen erscheint vor der Internationalisierung der Arbeitswelt ebenfalls dringlich geboten.

BVMW-Fachgruppe "Präzision aus Jena"

... ist ein spezielles aktives Netzwerk von produzierenden und verarbeitenden Unternehmen aller Branchen.

Die BVMW-Fachgruppe “Präzision aus Jena” ging im Mai 2006 aus dem 1998 gegründeten gleichnamigen Kooperationsverbund hervor.
Der Slogan und das Logo sind markenrechtlich geschützt.

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Die Entwicklung und die Grundideen der Fachgruppe in Stichpunkten:

  • Gründung im Jahr 1998 als Verband kooperierender Unternehmen
  • Aufbau der Mitgliederstruktur in den Jahren 1998 bis 2002
  • Erarbeitung und Realisierung gemeinsamer Marketingkonzepte
  • Regelmäßiger Besuch mit Betriebsrundgängen in den Mitgliedsbtrieben
  • Ausnutzen von Synergieeffekten, beispielsweise bei der Gestaltung gemeinsamer Präsentationen auf Fachmessen
  • Kooperationsleistungen bei Forschungs- und Entwicklungsvorhaben zum gegenseitigen Nutzen vereinbaren
  • Fachlich anregender Informationsaustausch führen, z.B. Besprechung aktueller Entwicklungstrends im Produktbereich
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