Risikomanagement – auf die Zukunft vorbereitet sein

Gleichgültig, um welches Risiko es sich handelt, die unternehmerische Sorgfaltspflicht und das unternehmerische Selbstverständnis gebieten, zu bewältigen. Und gerade Führungskräfte stehen in Krisensituationen in einer besonderen Verantwortung.

ER Mittelstand.: Herr Petersen, Sie haben sich auf die betriebliche Krisenprävention spezialisiert. Von welchen Krisen sprechen wir?


Volker Petersen: Als Brandmeister der Freiwilligen Feuerwehr im Katastrophenschutz habe ich zahlreiche Einsätze erlebt. Dabei habe ich vom Sturm abgedeckte Dächer und abbrennende Gebäude gesehen oder Lagerhallen, die kniehoch voll Wasser gelaufen waren. Solche Dinge passieren häufig. Und viele Unternehmen sind auf derlei unvorhergesehene Ereignisse nicht vorbereitet. Dem Management fehlt es oft an Strategien, um in einer solchen unübersichtlichen Großschadenslage schnell wieder zum geordneten betrieblichen Ablauf zurückzukehren. Aus einem akuten Notfall können so langfristige wirtschaftliche Nachteile entstehen. Im Kern geht es also darum, die Krise beherrschbar zu machen und resultierende betriebswirtschaftliche negative Auswirkungen so gering wie möglich zu halten.


Wie wird die kritische Situation beherrschbar?


Es ist in der Tat eine Herausforderung für das Managementteam, das in einem Krisenstab zusammengeführt wird. Das Team muss
auch als Gruppe funktionieren. Deshalb findet das Krisenpräventionstraining auch im Unternehmen selbst statt, in einem realistischen Setting – und es nehmen ausschließlich vorab von der Unternehmensleitung bestimmte Mitarbeiter teil. Und so ganz nebenbei erfüllt dieses Präventionstraining durchaus auch eine Art Teambuilding. Denn vertrauensvolle und gegenseitig wertschätzende Mitarbeit untereinander sind der Garant für das Gelingen der professionellen Abwicklung einer Schadenslage.
Ein großes Schadensereignis kann sehr teuer werden. Da stellt sich doch sicher auch die Frage, wer für diesen Schaden haftet?
In der Tat müssen Geschäftsführer im Rahmen ihrer kaufmännischen Sorgfaltspflicht auf solche betrieblichen Krisenszenarien vorbereitet sein, sonst kann in einem solchen Fall eine persönliche Haftung im Raum stehen. Sie sind auch im Falle höherer Gewalt zur Risikominimierung verpflichtet. Entsprechende Versicherungspolicen verlangen darüber hinaus, dass der Versicherungsnehmer bei der Schadensminimierung mitzuwirken hat.


Gibt es noch eine abschließende Botschaft, die Sie Unternehmen mit auf den Weg geben möchten?


Perikles, ein griechischer Staatsmann der Antike, hat einmal gesagt: „Es kommt nicht darauf an, die Zukunft vorauszusagen, sondern darauf, auf die Zukunft vorbereitet zu sein.” Ich kann nur jedem Unternehmer raten, sich auf den Eintritt unvorhersehbarer
Ereignisse ausreichend vorzubereiten. Am Ende wird es sich auszahlen.

 

Gut zu wissen
Tipps für effektives Krisenmanagement:

 

  • Analyse möglicher Gefahren für eine Betriebsunterbrechnung
  • Schaffung einer besonderen Aufbau- und Ablauforganisation für Krisenszenarien
  • Schaffung einer geeigneten Infrastruktur
  • Gemeinsame Qualifizierung der Führungskräfte
  • Erstellung eines individuellen Krisenhandbuches
  • Training im eigenen Unternehmen

 

www.petersen-mbk.de
Das Interview führte Günther Enger, BVMW Hamburg.