Warum das Rentensystem Reformen braucht

Der BVMW begrüßt den Vorschlag des Wissenschaftlichen Beirats beim Bundeswirtschaftsministerium zur Erhöhung des Renteneintrittsalters auf 68.

Nach aktueller Gesetzeslage wird die Altersgrenze für die Rente ohne Abschläge bis 2029 schrittweise von 65 auf 67 Jahre angehoben. Im Gutachten heißt es, dass in der gesetzlichen Rentenversicherung bis 2025 „schockartig steigende Finanzierungsprobleme“ drohen würden. Neben den 750 Milliarden Euro, die bisweilen für Corona-Maßnahmen zur Verfügung gestellt wurden, werden die Rentenzahlungen an die Baby-Boomer den Bundeshaushalt zukünftig noch weiter belasten.  

Rentensystem nicht aufs Spiel setzen

Das deutsche Rentensystem darf nicht durch realitätsferne Wahlversprechen vor der Bundestagswahl aufs Spiel gesetzt werden. Das Umlagesystem der Sozialversicherung hat in den geburtenstarken Zeiten einer industriellen Gesellschaft gut funktioniert. In der Ära Adenauer kamen auf einen Rentner noch sechs Arbeitnehmer, doch durch den demografischen Wandel werden im Jahr 2040 weniger als zwei Arbeitnehmer einen Rentner finanzieren.  

Rentenformel wieder auf Kurs bringen

Um die Rentenformel wieder auf Kurs zu bringen, bestehen mehrere mögliche Stellschrauben. Entweder die Rentenbeiträge müssen angehoben werden, was zu einer noch größeren Last für die aktiven Arbeiter führt, oder das Rentenniveau sinkt, wodurch die Auszahlungen an Rentner immer geringer ausfallen. Auch höhere Zuschüsse des Bundeshaushalts in die Rentenkasse können das Problem nicht lösen, denn dies ginge zulasten von Bildungs- oder Infrastrukturinvestitionen und würde ein zukunftsweisendes Sozialsystem konterkarieren.  

Forderungen des BVMW

Der BVMW fordert, daher die Anpassung des Renteneintrittsalters an die gestiegene Lebenserwartung oder die Einbeziehung der Beamten als Beitragszahler. Gerade die Beamtenpensionen sind ein kaum mehr kalkulierbares Haushaltsrisiko. Das bisherige Leistungsniveau bei der Rente kann angesichts des demografischen Wandels nur mit einer Erhöhung des Renteneintrittsalters und Anreizen für zusätzlichen Verdienst im Alter gehalten werden.

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