BVMW Forderungen zur Fachkräftesicherung

Übergang von der Ausbildung ins Erwerbsleben verbessern

In der Schulzeit muss ein stärkerer Fokus auf die Studien- und Berufsorientierung sowie die Vermittlung unternehmerischen Denkens gelegt werden. Neben der bundesweiten Einführung des Schulfachs „Wirtschaft“ müssen Praxissemester Pflichtbestandteile des Lehramtsstudiums werden.

Duale Ausbildung reformieren

Die duale Ausbildung muss wieder attraktiver für Jugendliche werden. Durch eine Modularisierung und Teilung der Ausbildung in zwei Phasen lassen sich zeitgemäße Lerninhalte vermitteln. Auszubildende und Unternehmen können die Ausbildung flexibler gestalten und individuell anpassen. Dazu ist es notwendig, die Fragmentierung der Ausbildungsberufe einzudämmen.

Frauen und Ältere stärker integrieren

Um den Fachkräftemangel abzufedern, müssen die Erwerbstätigenquoten von Frauen und Älteren in den nächsten Jahren gesteigert werden. Tradierte Geschlechterbilder müssen aufgebrochen werden. Gerade technische Berufe bieten große Chancen für Frauen, dazu muss schon frühzeitig explizit geworben werden („Girls Days“). Auch bei flexiblen Betreuungsstrukturen für Kinder muss nachgebessert werden. Der Erfahrungsschatz älterer Arbeitnehmer ist wertvoll für die Wirtschaft, daher müssen Hindernisse abgebaut werden, die bislang eine Beschäftigung über das Renteneintrittsalter hinaus erschweren. 

Auf qualifizierte Zuwanderung setzen

Deutschland ist auf die Zuwanderung von Fachkräften von außerhalb Europas angewiesen. Statt komplizierter Zuwanderungsregularien braucht Deutschland ein einfaches Punktesystem, etwa nach dem erfolgreichen Vorbild Kanadas. Ein solches System ist flexibel, unbürokratisch und für ausländische Fachkräfte transparent. Die im Ausland erworbenen Abschlüsse müssen zügig anerkannt und Sprachkurse angeboten werden.