Finanzierung

Die Finanzierung mittelständischer Unternehmen durch Banken und Finanzinstitute ist ein Dauerthema. Seit Jahren werden Finanzierungsmöglichkeiten schwieriger. Gerade vor dem Hintergrund sich wandelnder Finanzmärkte müssen bekannte Fördermöglichkeiten auf den Prüfstand, um insbesondere kleineren Firmen innovative Finanzierungen zu erschließen.  

 

Der deutschen Konjunktur geht es gut wie nie zuvor seit Jahrzehnte. Die Zinsen sind seit Langem auf dem Tiefpunkt, Banken schwimmen im Geld und die Angst vor einem Zusammenbruch Europas ist kein Thema, das aktuell die Medien beherrscht. Eigentlich sollte das hergebrachte Kerngeschäft von Geschäftsbanken und Kreditinstituten, nämlich die Kreditvergabe an Unternehmen, hervorragend laufen. Umfragen aus dem Bankenumfeld zur Folge liegt die Hürde für Unternehmensfinanzierung so niedrig wie nie. Firmen jeglicher Größenordnung beurteilen laut KfW das Finanzierungsklima positiv und Banken würden gerne mehr Kredite vergeben, als Unternehmen nachfragen. Dennoch klagen andererseits Jahr für Jahr mehr Mittelständler über die Zunahme von Barrieren bei der Bankenfinanzierung.

Rigide Finanzierungspolitik fordert ihre Opfer

Einbehaltene Gewinne und klassische Bankkredite sind nach wie vor die zentralen Säulen der Finanzierung im Mittelstand. Dennoch nehmen alternative Finanzierungsformen zu. Diesen Trend haben sich die Banken zu großem Teil selbst zuzuschreiben. Denn in Krisenzeiten werden Bonitätsnachweise und Sicherheiten dermaßen erhöht, dass gerade kleinere Unternehmen belastbare Wege suchen, unabhängiger von Fremdkapital zu werden. Während der Bankenkrise wurden viele Mittelständler durch extrem zurückhaltende Kreditvergabe in die Erkenntnis gezwungen, dass Investitionen, die zu überwiegendem Teil durch Fremdkapital finanziert sind, äußerst gefährlich werden können. Sie haben gelernt, sich von Fremdkrediten unabhängiger zu machen. Viele haben ihr Eigenkapital gestärkt oder alternative Finanzierungformen gesucht und gefunden. Leasing, Factoring, öffentliche Fördermittel  - kurz: ein neuer, bankenunabhängiger Finanzierungsmix ist das Ergebnis rigider Vergabepolitik.

Großer Handlungsbedarf für kreditgebende Institute

Laut Banken-Barometer sehen 75 Prozent der befragten Unternehmer deutlichen Handlungsbedarf, ihre Finanzsituation im speziellen und ihre Bankensituation im Allgemeinen zu stärken. Rund die Hälfte fühlt sich über die Gründe für eine Kredit Zu- oder Absage nicht ausreichend informiert, knapp 60% erhalten zu wenig Informationen über die jeweiligen Vergaberichtlinien und können sich auf das Gespräch mit ihrem Bankberater nur unzureichend vorbereiten. Diese Gründe, wie auch  gravierenden Ertragsrückgängen durch die Tiefzinsphase und enge gesetzliche Bestimmungen zum Mindesteigenkapital, bankenaufsichtliche Überprüfungsprozesse und Basel III sind das Eine. Mangelende, zukunftsorientierte Strategien alter Bankhäuser wie das Erstarken von sogenannten „Fintechs“ als innovative, digitalisierte und kostengünstige neue Mittelstandsfinanzierer das Andere.

Flexible Finanzierungsalternativen sind gefragt

Es gilt, Rahmenbedingungen für die Mittelstandsfinanzierung mit innovativen Finanzierungsinstrumenten zu verbessern und zukunftsträchtige, flexible Alternativen zu erschließen. Klassische Finanzierungsmechanismen müssen auf den Prüfstand, Förderinstitutionen sind gerade dann gefragt, wenn die Finanzierungsbedingungen schwieriger werden. Natürlich müssen auch Mittelständler verstärkt einerseits Alternativen zum Bankkredit suchen, andererseits aber auch härtere Ratings als Chance nutzen, Schwachstellen zu identifizieren und aufzulösen. Maßgeschneiderte Finanzierungskonzepte sind insbesondere bei Nachfolgeregelungen, Wachstum oder Internationalisierung gefragt. Damit diese greifen können, müssen auch die wirtschaftlichen Auswirkungen von Steuern- und Abgaben auf langfristige Finanzierungspläne so gering wie möglich gehalten werden.

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Soli muss weg für alle!

 

#Soliweg


Das Soli-Gesetz der GroKo benachteiligt Millionen Steuerzahler, ein klarer Verstoß gegen das Grundgesetz. Der Soli gehört deshalb vollständig und für alle ab dem 1. Januar 2020 abgeschafft.

Dafür kämpft der Mittelstand BVMW – notfalls per Verfassungsbeschwerde in Karlsruhe.