Zentrales Innovationsprogramm Mittelstand

 

Das Zentrale Innovationsprogramm Mittelstand (ZIM) ist seit vielen Jahren ein geeignetes Instrument des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWi) zur Förderung der Innovationskraft und Wettbewerbsfähigkeit von kleinen und mittleren Unternehmen.

Jährlich stehen Haushaltsmittel von mehr als 550 Millionen Euro für die Förderung von über 3.000 Technologieentwicklungsprojekten bereit. Gefördert werden marktorientierte technische Produkt- und Verfahrensinnovationen sowie die Entwicklung von technischen Dienstleistungen in Einzelprojekten, nationalen und internationalen Kooperationsprojekten und Innovationsnetzwerken.

Seit Januar 2020 gelten erhöhte Fördersätze für Unternehmen, die sich in strukturschwachen Regionen (nach der gültigen GRW-Definition) befinden.

Die geförderten Projekte müssen mit einem erheblichen technischen Risiko verbunden sein sowie auf Funktionen, Parameter oder Merkmale abzielen, welche die der bisherigen Produkte, Verfahren oder technischer Dienstleistungen deutlich übertreffen und sich am internationalen Stand der Technik orientieren.

Der Prozessablauf gestaltet sich wie folgt: Für die Erstellung eines Förderantrags müssen zwischen vier und sechs Wochen eingeplant werden. Ist der Förderantrag beim zuständigen Projektträger eingegangenen, nimmt die Prüfung selbst zwischen acht und zwölf Wochen ein. Sobald das Unternehmen die Eingangsbestätigung des Projektträgers erhalten hat, kann der Antragssteller auf eigenes Risiko mit dem Projekt starten. Bei einem positiven Zuwendungsbescheid wird drei Monate nach Projektstart gegen Einreichung der notwendigen Leistungsnachweise die erste Zahlung überwiesen.


Wer wird gefördert?

  • Kleine und mittlere Unternehmen
    • weniger als 250 Mitarbeiter
    • Maximal 50 Mio. € Umsatz beziehungsweise maximal 43 Mio. € Bilanzsumme
    • Betriebsstätte oder Niederlassung in Deutschland
  • Weitere mittelständische Unternehmen
    • mit weniger als  500 Mitarbeitern
    • Seit Januar 2020 können auch mittelständische Unternehmen mit weniger als 1000 Mitarbeitern an der Förderung partizipieren, sofern sie mit mindestens einem mittleren  KMU nach den oben genannten Kriterien kooperieren

Was wird gefördert?

  • Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten hinsichtlich:
    • Innovativer Produkte
    • Innovativer Verfahren
    • Innovative technische Dienstleistung
  • Sach- und lohnkostenbezogene Zuschüsse
  • Ausgewählte Maßnahmen der Markteinführung:
    • Wissenstransfer
    • Schutzrechtarbeit
    • Datenbankennutzung
    • Marktforschung
    • Messeauftritt

Art der Förderung

  • Durchführbarkeitsstudien
    • Technische Vorprojekte und Tests
    • Untersuchung des Standes der Technik und Vorbereitung von FuE-Projekten
    • Kosten bis 100.000 € zuwendungsfähig (max. Fördersumme 70.000 €), bei Kooperationen bis 200.000 € zuwendungsfähig (max. Fördersumme 140.000 €)
  • Einzelprojekte
    • Vor allem für Erstbewilligungsempfänger gedacht
    • Maximale Projektkosten 550.000 € (max. Fördersumme 247.500 €)

 

  • Kooperationsprojekte
    • Mindestens zwei Unternehmen oder ein Unternehmen und eine Forschungseinrichtung
    • Pro Unternehmen maximale Projektkosten 450.000 € (max. Fördersumme 270.000 €)
    • Pro kooperierende Forschungseinrichtung maximale Fördersumme 220.000 €
    • Maximale Fördersumme für das Gesamtprojekt 2.300.000 €
  • Management von Nationalen Innovationsnetzwerken:
    • Teilnahme von mind. 6 deutschen KMU
    • Maximale Fördersumme 420.000 € für das Management der Netzwerke

 

  • Management von Internationalen Innovationsnetzwerken
    • Mindestens sechs verschiedene Unternehmen (davon 2 internationale KMU)
    • Maximale Fördersumme 520.000 € für das Management der Netzwerke
  • Leistungen zur Markteinführung
    • Beratungen, Schulungen, Messeauftritte
    • Fördersumme max. 30.000 €

Vorteile des Programms

  • Hohe Fördersätze, die den nötigen Aufwand mehr als rechtfertigen
  • Einfache Abrechnung durch Pauschalierung der Neben- und Materialkosten
  • Mit der seit Januar 2020 gültigen ZIM-Richtlinie wurden die maximalen Fördersätze für kleine junge Unternehmen noch einmal erhöht
  • Ebenfalls profitieren nun auch Unternehmen mit bis zu 1000 Mitarbeitern, sofern Sie mit einem KMU nach den oben genannten Kriterien kooperieren

Kritikpunkte

  • Die Anforderungen an das zu fördernde Projekte sind überdurchschnittlich hoch
  • Projektlaufzeit sollte drei Jahre nicht überschreiten

 

 

Experteneinschätzung

Am 20. Januar 2020 hat das BMWi die neuen ZIM-Richtlinien veröffentlicht, die vorbehaltlich von Änderungserfordernissen bis zum 31. Dezember 2024 gilt und zahlreiche Verbesserungen enthält. So erhalten kleine Unternehmen aus strukturschwachen Regionen teilweise um fünf Prozentpunkte höhere Fördersätze. Der Zugang zu staatlichen Beihilfen wird insbesondere für junge (<10 Jahre) und Kleinstunternehmen (<9 Mitarbeiter) für Erstbewilligungsempfänger erleichtert, indem erstmalig Durchführbarkeitsstudien mit bis zu 70 % der zuwendungsfähigen Kosten gefördert werden.

Auch große Unternehmen bis 1000 Mitarbeiter profitieren von der neuen Richtlinie. Waren Sie bisher aufgrund der KMU-Kriterien von einer Förderung ausgeschlossen, können Sie nun die nicht rückzahlbaren Zuschüsse beantragen, sofern sie mit einem kleinen oder mittleren Unternehmen kooperieren. Zudem wurde die Fördersumme erhöht, die Leistungen für die Markteinführung und für nationale und internationale Forschungs- und Entwicklungskooperationen sowie Innovationsnetzwerken verbessert.

Das Zentrale Innovationsprogramm Mittelstand ist ein etabliertes Programm, das die Sach- und Personalkosten in Einzelprojekten mit bis 45 % und in Kooperationsprojekten mit bis zu 60 % bezuschusst. Die Antragsstellung ist aufwendig, die Anforderungen an das Projekt sind anspruchsvoll, die Fördersätze sind jedoch angemessen und die Dauer bis zur Bewilligung beträgt in der Regel weniger als drei Monate.

Nützliche Links und Dokumente

Formularcenter – Hier finden Sie alle für das Zentrale Innovationsprogramm Mittelstand notwendige Dokumente und Formulare

Neufassung der ZIM-Richtlinie vom 20. Januar 2020

Folgende Fördermittelberater stehen Ihnen gerne zur Verfügung: