Strategisches Nachhaltigkeitsmanagement zahlt sich aus

Die Umsetzung eines konsistenten Nachhaltigkeitsmanagements kostet Nerven, Zeit und Geld – so die häufige Meinung in Führungsetagen. Doch wie wirkt sich die Nachhaltigkeitsstrategie tatsächlich auf die finanzielle Performance von Unternehmen aus?

Strategisches Nachhaltigkeitsmanagement zahlt sich aus symbolbild zahnräder mit erneuerbaren energien elektroautos

„Sustainability matters“ – mit diesen Worten lässt sich die Entwicklung der vergangenen fünf bis zehn Jahre sehr gut umschreiben. In dieser Zeitspanne konnten wir einen signifikanten Zuwachs an öffentlicher Berichterstattung, Kundenaufmerksamkeit und regulatorischer Aktivitäten erleben, die sich alle auf das mittlerweile allgegenwärtige Thema Nachhaltigkeit bezogen. Kaum ein modernes Unternehmen wird am Markt bestehen können, wenn es nicht zu einem gewissen Maß mit dem Thema Nachhaltigkeit auseinandergesetzt hat. Nachhaltigkeit wird in der öffentlichen Debatte aber zu oft als binäre Frage diskutiert, in der ein Unternehmen entweder nachhaltig agiert oder nicht. Bei genauerem Hinsehen gibt es bei der Integration von Nachhaltigkeit in Strategie und Prozesse aber nicht den einen Weg, der für alle passt.

Grund genug also, sich vertieft mit der Frage zu beschäftigen, wie strategisches Nachhaltigkeitsmanagement systematisch und erfolgreich umgesetzt werden kann. Denn klar ist: Nachhaltigkeit dreht sich elementar um strategische Entscheidungen und die Integration in alle relevanten Betriebsabläufe. Damit dies gelingt, müssen wir uns von klassischen „One size fits all“-Lösungsansätzen verabschieden. Der von uns bei Positive Impacts (PI) entwickelte Prozess setzt dafür beim einzelnen Unternehmen an. Wo stehen Sie heute? Wo wollen Sie hin? Wie können Sie den Weg bestmöglich bewältigen und welche Auswirkungen generiert Ihr Handeln? Entlang dieser Fragen lässt sich eine individuelle Route erarbeiten, an deren das Unternehmen auf genau dem Nachhaltigkeitsgipfel ankommt, auf dem es sein möchte.

In der ersten Ausgabe unserer PI-Serie haben wir uns auf die ersten beiden dieser Fragen konzentriert und konnten zeigen, dass sich der systematische Aufbau eines strategischen Nachhaltigkeitsmanagements vor allem auch im Jahresergebnis niederschlägt. Unsere Datensatz aus öffentlich verfügbaren Informationen der 100 größten börsennotierten deutschen Firmen zeigt, dass Nachhaltigkeit als strategische Dimension in den vergangenen Jahren deutlich an Bedeutung gewonnen hat – und dass es sich finanziell auszahlt. So können wir zeigen, dass sowohl ein höheres Ambitionsniveau beim Thema Nachhaltigkeit als auch eine höhere Konsistenz des Nachhaltigkeitsmanagements in der Ausrichtung auf dieses Ambitionsniveau neben der Nachhaltigkeits-Performance eine große Rolle spielt. Auf diese Weise können wir erstmals nachweisen, dass zwischen 20 und 29 Prozent der Finanzperformance der Unternehmen auf die Qualität der Nachhaltigkeitsstrategie und auf die Nachhaltigkeitsperformance zurückzuführen war. Gerade für mittelständische Unternehmen sollten diese Zahlen ein Anreiz sein, die strategische Dimension ihres Nachhaltigkeitsmanagements verstärkt in den Fokus zu rücken.

Gut zu wissen

Gemeinsam mit dem B.A.U.M. e.V. und unterstützt durch die Value Reporting Foundation, die künftig in dem International Sustainability Standards Board (ISSB) aufgeht, sowie die ISS ESG hat PI erstmals den Beitrag einer Nachhaltigkeitsstrategie, der Managementqualität beim Thema Nachhaltigkeit und der Nachhaltigkeitsperformance auf die Finanzsituation eines Unternehmens analysiert. Die gesamte Studie finden Sie unter Publikationen auf der Website von PI: https://positive-impacts.com/

Der Autor


 

Martin G. Viehöver

Martin G. Viehöver

 

  • Mitglied im BVMW-Expertenkreis Nachhaltigkeit
  • Gründer und Geschäftsführer der positive impacts (PI) GmbH

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