Mittelstandsinitiative "Job plus Wohnung"

Foto: © Calado – www.fotolia.com

Die nächste Info-Veranstaltung "Job & Wohnung" am 19.09.2019 in München

 

Hier geht's zur Anmeldung:

https://www.bvmw.de/event/6433/mitarbeiterwohnen-im-genossenschaftlichen-modell-die-mittelstandsinitiative-job-wohnung-des/

 

Unternehmen bauen Wohnungen für eigene Fachkräfte

Zwei Themen beherrschen die Schlagzeilen: der Fachkräftemangel und der Mangel an Wohnungen. Oft hängt beides direkt zusammen. Mit der Mittelstandsinitiative "Mitarbeiterwohnungsbau" will der BVMW nun Abhilfe schaffen – Mitstreiter sind willkommen.

1. Gründung einer Genossenschaft
Mindestens drei Unternehmen gründen eine Genossenschaft, um potentielle Mitarbeiter für sich zu gewinnen und bestehende Beschäftigte durch die Bereitstellung preisgünstigen Wohnraums an sich zu binden.



2. Vergabe von Belegungsrechten
Voraussetzung für die Zuteilung von Belegungsrechten ist die Mitgliedschaft in der Genossenschaft sowie das Halten von je einem Geschäftsanteil pro angestrebter Mitarbeiterwohnung. Das Belegungsrecht gibt das Recht zu bestimmen, welche Personen (Mitarbeiter des Unternehmens) zur Nutzung der jeweiligen Wohnung auf Basis eines Mietvertrages mit der Genossenschaft berechtigt sein sollen. Belegungsrechte werden dinglich abgesichert (Dienstbarkeit). 500 Euro Pflichtbeteiligung gewähren das Anrecht zum Erwerb eines Belegungsrechts für jeweils eine Mitarbeiterwohnung.



3. Erwerb von Grundstücken und Errichtung der Mitarbeiterwohnungen
Die Genossenschaft erwirbt die Grundstücke aus Eigentum oder über Erbbaurechte. Anschließend bebaut sie die Grundstücke mit Wohnungen. Die Bebauung erfolgt in modularer Bauweise, ggf. in Holzbauweise.



4. Abschluss von Mietverträgen mit Mitarbeitern
Die Genossenschaft schließt mit den Mitarbeitern, die aufgrund der Belegungsrechte von den Unternehmen bestimmt worden sind, Werkmietverträge über die Nutzung der Wohnungen. Die Beendigung des Anstellungsverhältnisses und der Bedarf an der Wohnung für andere Mitarbeiter berechtigt zur Kündigung des Mietvertrages.



5. Finanzierung
Die Finanzierung setzt sich zusammen aus Bankdarlehen, Förderdarlehen und einem 0,25% verzinslichen eigenkapitalersetzenden Gesellschafterdarlehen (in Höhe von bis zu 500€ pro m², geringfügige Änderungen vorbehalten).


 

Sie sind BVMW-Mitglied und interessieren sich für die Mittelstandsinitiative Mitarbeiterwohnungsbau oder das Pilotprojekt?

Dann melden Sie sich direkt bei uns:

Bundesverband mittelständische Wirtschaft (BVMW) e. V.
Bereich Politik und Volkswirtschaft
Potsdamer Straße 7, 10785 Berlin
Telefon: + 49 30 533206-0
Telefax: +49 30 533206-50
politik@bvmw.de

Holzquartier Weißensee in Berlin, Terhalle Holzbau GmbH, Mitglied im BVMW

Fachkräfte finden und binden mit Mitarbeiterwohnungen

Ein Artikel von Dr. Peter Diedrich, August 2019

Gerade in Ballungsräumen wie Berlin, München, Hamburg oder Frankfurt ist es nicht einfach, Fachkräfte zu finden. Das hängt vielfach mit einem Mangel an bezahlbarem Wohnraum zusammen. Vor diesem Hintergrund wurde in Berlin nun die erste BVMW Mitarbeiterwohnen Genossenschaft „Job und Wohnen“ gegründet. Das Modell der Genossenschaften knüpft an die Tradition des alten deutschen Werkwohnungsbaus an. Nach dem Motto Fachkräfte finden, Fachkräfte binden schließen sich auf regionaler Ebene Mittelständler zu einer Mitarbeiterwohnen-Genossenschaft zusammen. Sie bauen preiswerten Wohnraum und unterstützen sich damit gegenseitig bei der Suche nach geeigneten Fachkräften. In Stellenanzeigen können Unternehmen mit diesem besonderen Angebot auf sich aufmerksam machen. Das Team von Birgid Zoschnik und Götz Bittner (BVMW Hauptstadt-region Süd) organisierte eine stattliche Zahl von Informationsveranstaltungen für die interessierten Mitglieder. Die Resonanz war überraschend groß, häufig nahmen mehr als 50 Gäste an den Veranstaltungen teil. Darüber hinaus gab es Einzelgespräche und viele hilfreiche Materialien, die zur Verfügung gestellt wurden. Mit der Gründung der Genossenschaft können die nächsten notwendigen Schritte unternommen werden, um die geplanten Wohnanlagen in den Berliner Bezirken Spandau, Lichtenberg und Marzahn zeitnah entstehen zu lassen.

Positive Resonanz in der Politik

In den vergangenen Monaten hatte der BVMW in zahlreichen Gesprächen um Unterstützung für das Bauvorhaben in der Politik auf Bundes-, Landes- und auf Bezirksebene geworben. Nun geht es um die Berücksichtigung bei der Zuteilung landeseigener Grundstücke. Auf ihnen sollen mindestens je 100 bis 150 Wohnungen zusammen mit einem Ganztags-Kindergarten und einem Café entstehen.Bislang erfuhr der BVMW in Bezug auf die Planung und Umsetzung des Projekts größte Aufgeschlossenheit in der Berliner Politik. Das Vorhaben scheint den Nerv der Zeit zu treffen, und wird als willkommener Baustein im Programm zur Schaffung von ausreichend bezahlbarem Wohnraum vom Berliner Senat gefördert. Besonders engagiert unterstützen Katrin Lompscher (Senatorin für Stadtplanung und Wohnungsbau) und Staatssekretär Sebastian Scheel das Bauvorhaben. Auch die Gespräche in Bezug auf die Baurechtserteilung werden von allen Seiten sehr aufgeschlossen geführt. Denn nicht zuletzt schafft der BVMW mit der Mittelstandsinitiative neben bezahlbarem Wohnraum auch Arbeitsplätze für die Hauptstadt. Für zahlreiche Fachkräfte wird das Angebot einer bezahlbaren Wohnung neben einem spannenden Job bei den Mitgliedsunternehmen des BVMW ein Grund sein, nach Berlin zu ziehen.

Innovation in der Hauptstadt

Beim letzten Treffen mit der Investitionsbank Berlin (IBB), den Vorständen der Berliner Wohnungsgenossenschaften und Senatorin Lompscher stellte IBB-Vorstandsvorsitzender Dr. Jürgen Allerkamp die Mittelstandsinitiative des Mitarbeiterwohnungsbaus als besonders erwähnenswerte Innovation in der Hauptstadt vor. Er sagte seine persönliche Unterstützung bei der Umsetzung zu.

Bezahlbarer Wohnraum ist keine Utopie

Insgesamt wird die Genossenschaft vorerst drei Pilotprojekte mit bis zu 350 Wohnungen in Berlin bauen. Sie werden im Falle der öffentlichen Förderung (30 Prozent der Wohnungen) zu 6,50 Euro pro qm vermietet, der freifinanzierte Teil für 8,50 Euro pro qm. Es sind vor allem die Grundstückskosten, die in den letzten Jahren besonders gestiegen sind und die in Ballungsräumen bei bis zu 2.000 Euro pro qm liegen können. Die Höhe der kalkulierten Gesamtkosten liegt bei circa 2.350 Euro pro qm (einschließlich Grundstückskosten). Dieses Ziel erreicht die Genossenschaft vor allem dadurch, indem die jeweilige Kommune Grundstücke zur Verfügung stellt (Erbpachtverträge) oder Mitglieder der Genossenschaft als nicht betriebsnotwendige Immobilien einbringen. Zudem werden die Wohnungen in serieller Bauweise errichtet. Gebaut wird mit ökologisch hochwertigen Materialien, die in hohem Maße energieeffizient sind. Wenn immer möglich wird mit Holz gebaut. In Kürze beginnen die Gespräche über geeignetes Bauland auch in München und Hamburg. Dort ist der Wohnungsmarkt noch angespannter. Sowohl von Mitgliedern des BVMW als auch von Unternehmerinnen und Unternehmern, die noch nicht Mitglied sind, ist auch dort das Interesse an dem Projekt sehr hoch. Interessierte mögen sich bitte bereits jetzt melden. Es werden Einzel-gespräche angeboten, in denen Mitglieder und solche, die es werden wollen, über die Struktur sowie die rechtlichen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen informiert werden. Diese Gesprächsangebote gelten auch weiterhin für die Bauprojekte in Berlin.

Dr. Peter Diedrich
Rechtsanwalt und Notar
Managing Partner der DSC Legal Rechtsanwaltsgesellschaft mbH, Berlin
Vorsitzender der Rechtskommission und stellvertretender Vorsitzender des Schiedsgerichts des BVMW
www.dsc-legal.com

 

Positionspapier Mitarbeiterwohnungsbau im genossenschaftlichen Modell

Stand September 2018

Zwei Themen beherrschen derzeit die Schlagzeilen: der Fachkräftemangel und der Mangel an Wohnungen. Oft hängt beides direkt zusammen. Mit der Mittelstandsinitiative Mitarbeiterwohnungsbau wollen wir Abhilfe schaffen. Der BVMW nimmt die prekäre Lage zum Anlass, eine eigene Initiative zu starten, um bezahlbaren
Wohnraum für Mitarbeiter von mittelständischen Unternehmen in den Ballungsräumen Deutschlands bereitzustellen. Die Initiative knüpft hierbei an den traditionellen Werkswohnungsbau an. Mittelständische Unternehmen können sich durch den regionalen Zusammenschluss von Unternehmen in einer Genossenschaft, welche die zukünftigen Mitarbeiterwohnungen errichtet und verwaltet, an der Errichtung von Mitarbeiterwohnbauten beteiligen. Um dies zu ermöglichen, muss die Politik jedoch die Rahmenbedingungen
für den Mitarbeiterwohnbau verbessern.

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