Schwieriger Neustart im Gastgewerbe

Touristen kehren in die Urlaubsorte zurück, Hotels und Restaurants öffnen wieder. Erste Veranstaltungen mit begrenzter Teilnehmerzahl finden statt. Ein Treffen der Betriebsräte aus 22 Dorint-Hotels trübte den optimistischen Blick nach vorn.

teaser tourismus zwei gäste und rezeptionistin

Bis zu 20 Prozent der Belegschaft wurden verloren. Mitarbeiter hatten bessere Angebote erhalten oder während der Krise einen anderen Job angenommen. Der Neustart muss mit weniger Personal gestemmt werden, die Arbeitsbelastung könnte nach der langen Zwangspause rapide zunehmen.

Nach Angaben des Branchenverbands Dehoga belaufen sich die pandemiebedingten Umsatzverluste auf rund 60 Milliarden Euro: von Januar bis März 2021 lagen die Erlöse aus der Beherbergung um 77 Prozent unter dem Niveau des Vorjahreszeitraums. In der Gastronomie sanken die Erlöse um 53 Prozent.

Aufgabe der Politik ist es jetzt, für dauerhafte Öffnungen zu sorgen und ausreichend Impfstoff bereitzustellen. Für Betriebe, die noch nicht öffnen dürften oder weiter unter erheblichen Umsatzverlusten leiden, müsse die Überbrückungshilfe III bis Jahresende verlängert werden. Bis auch Veranstaltungen wieder in größerem Umfang stattfinden und die Hotels ausgelastet sind, wird es noch dauern. Eine Sonderauswertung der jüngsten DIHK-Umfrage ergab, dass knapp die Hälfte der Beherbergungsbetriebe immer noch mit Liquiditätsengpässen konfrontiert sind. Zwei Drittel beklagen einen Rückgang des Eigenkapitals. Auch die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) macht sich für eine Fortsetzung der Hilfen stark. Sollte der Betrieb wieder richtig anlaufen, droht der Fachkräftemangel zum echten Problem zu werden.

Die BVMW-Position:

Die Verlängerung der Überbrückungshilfe III wird vom BVMW positiv bewertet. Nur durch eine stetige Verringerung der Hilfen können beeinträchtigte Unternehmen in der zunehmenden Freiheit wirtschaftlich überleben. Gleichzeitig können die Unternehmen im Gastgewerbe durch die zusätzlichen finanziellen Hilfen ihre Arbeitsnehmer an sich binden. Eine weitere Abwanderung der Arbeitnehmer muss verhindert werden, auch um den Wirtschaftsstandort Deutschland zu stärken. Dafür dürfen vorgenommenen Öffnungsschritte nicht zurückgenommen werden. Die Politik muss nun auch langfristige Pläne zur gesellschaftlichen Bewältigung der Pandemie ausarbeiten.