Unternehmensnachfolge

Die professionell organisierte Unternehmensnachfolge ist eine maßgebliche Voraussetzung für den Fortbestand eines familiär geführten Unternehmens. Zeichnet sich das Ausscheiden des Unternehmenslenkers ab, muss mit langfristigem Vorlauf eine Nachfolgeregelung gefunden werden. Idealerweise werden dabei die Vorstellungen beider Parteien in Einklang gebracht. 

Unternehmensnachfolge ist zentral für das gesamte Unternehmen

Wechsel im Chefsessel haben verschiedenste Gründe und erfordern das Zusammenbringen unterschiedlichster Wünsche und Vorstellungen.

In den kommenden Jahren rollt eine Nachfolgewelle über den Mittelstand hinweg. Bis zum Jahr 2022 planen über eine halbe Million Inhaberinnen und Inhaber von kleinen und mittleren Unternehmen eine Unternehmensnachfolge. Für rund 100.000 Unternehmen wird die Zeit knapp. Dort soll die Nachfolge bis Ende 2019 umgesetzt werden. Für die Inhaberin oder den Inhaber hat das eigene  Unternehmen zumeist eine außerordentlichen persönlichen Gehalt. Auf diesem basieren Identität, Selbstverständnis und Status. Einen entsprechenden Stellenwert messen Unternehmerinnen und Unternehmer folgerichtig der Nachfolge bei – insbesondere in Familienunternehmen, deren Leitung oft von Generation zu Generation weitergegeben wurde und wird. Das Gefühl, eine positive Veränderung hervorgerufen und eine persönliche Note, etwas Bleibendes hinterlassen zu haben, ist für viele Unternehmenslenkende und Geschäftsführende von zentraler Bedeutung. Wer fortbestehen will kommt nicht drumherum langfristig das eigene Ausscheiden aus dem Unternehmen perspektivisch im Auge zu behalten, zu planen und zu organisieren. Die neue Verantwortung erfordert nämlich mehr als bloßen Willen, sondern ganz bestimmte Fähigkeiten.

 

Einen Nachfolger finden

Ein geeigneter Nachfolger muss aktiv gesucht werden. Viele Unternehmen leiden unter einer unzureichend geplanten Nachfolge. Ein derart hochkomplexes Thema, wie die Unternehmensnachfolge sollte nicht dem Zufall überlassen werden. Es ist ratsam schon früh einen geeigneten Kandidaten, der etwas vom Unternehmertum versteht, im eigenen Betrieb aufzubauen und zu fördern. Geeignete Kandidaten vereinen fachliche Kompetenz, branchenspezifische Kenntnisse, sowie Unternehmergeist und Interesse am Beruf.  Wer sich berufen fühlt ist jedoch nicht automatisch der geeignetste Kandidat für diese Rolle. Sich dem Risiko des Scheiterns gewahr zu sein, ist ein Hinweis auf die Vernunft und Selbstreflektion potentieller Nachfolger, denn die Realität der man sich stellen muss lautet: Die überwiegende Mehrheit der Selbstständigen schafft es nicht langfristig erfolgreich zu wirtschaften. Ein gutes Verhältnis zwischen dem Unternehmer und seinem Nachfolger wirkt sich sicherlich begünstigend auf eine erfolgreiche Übernahme aus. Spezifika im Arbeitsalltag, unternehmensinterne Prozesse, Wissen um die Fähigkeiten der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, wie auch Kontakte müssen weitergegeben werden. Das Unternehmen über einen längeren Zeitraum kennenzulernen, ist die wohl wichtigste Variable für dessen Zukunft; entsprechend viel an Kraft und Energie sollte hierhinein also entsprechend fließen.

 

Übergabe über Börsen: DUB und nexxt-change

Niemand stellt infrage, dass die Suche schwierig ist. Wenn kein geeigneter Kandidat aus dem familiären Umfeld bereit und willens ist, das Unternehmen fortzuführen, und auch im Unternehmen selbst niemand mit den notwendigen Qualifikationen beschäftigt ist, kann ein externer Nachfolger gesucht werden. Die BVMW Mittelstandsnetzwerker helfen geeignete Nachfolgerinnen und Nachfolger vor Ort zu finden und Portale wie die Deutsche Unternehmensbörse, nexxt-change oder Ähnliche, unterstützen beim Verkauf des Unternehmens und liefern Informationen.

Muss neugründet werden, wenn ein bestehender Unternehmer gewillt ist seinen Betrieb zu verkaufen? Für den Nachfolger in spe liegt ein Vorteil der Übernahme sicherlich darin, dass gegenüber einer Neugründung keine Zeit vergeht, bis das Unternehmen Umsatz generiert, denn durch eingearbeitete Mitarbeiter und Strukturen wird eine laufende Organisation fortgeführt.

 

Regelung der Übergabe

Gesetzliche Verpflichtungen, Übergabeverträge, etwaige Verbindlichkeiten: Ohne Expertise oder gute Berater kann man die Auswirkungen einer derartigen Veränderung kaum überblicken. Auch innerhalb der Familie ist eine Nachfolge keineswegs eine einfache Angelegenheit. Eine möglicherweise informell beratende Funktion fällt der ehemaligen Unternehmerin bzw. dem ehemaligen Unternehmer gerade in der Familie zumeist bis zum Lebensende zu – ein Umstand der je nach Charakter hilfreich oder belastend für den neuen Chef oder die neue Chefin sein kann. Einem Nachfolgevertrag kommt juristische Beratung nicht bloß im Konfliktfall zugute. Dem komplexen Sachverhalt ist diese auch unabhängig davon angeraten. Gemeinsam können passende Lösungen erarbeitet werden wie die Nachfolge gestaltet werden, oder gar Streit geschlichtet werden kann. Empfohlen wird, Stolpersteine im Vorfeld eingehend zu betrachten und sachgerecht beizulegen. Für Vollmachten, Formen der Organisation oder Absicherungen benötigt es Fachkenntnis und Fingerspitzengefühl. Aus Sicht des BVMW sollte die Erbschaftssteuer abgeschafft werden. Die staatlichen Einnahmen durch die Erbschaftssteuer übersteigen ohnehin kaum die Erhebungskosten. Außerdem ermöglicht dies reibungslose Übergänge in der Unternehmensführung . So können sich die Inhaberinnen und Inhaber trotz Wehmut, jedoch im Wissen, die Leitung des Geschäfts nach einer ereignisreichen Karriere in gute Hände zu übergeben, neuen Aufgaben widmen.

Dem Nachfolgenden bringt eine geregelte und rechtzeitig geplante Übergabe den Vorteil, dass er sich gründlich auf die neue Aufgabe vorbereiten kann. Die fachlichen und kaufmännischen Herausforderungen der Unternehmensführung sind vielfältig – gut, wer rechtzeitig die Chance hatte, Wissenslücken zu schließen. Die Zahl der deutschen Mittelstandsbetriebe, die auf der Suche nach einem Nachfolger sind, ist beträchtlich. Für sie alle braucht es einen großen Aufwand beim Finden eines Kandidaten, der Beantwortung steuerlicher und finanzieller Fragen, rechtlicher Aspekte – und einiges an zwischenmenschlichem Gespür. Mit dem neugegründeten Expertenkreis Unternehmensnachfolge widmet sich der BVMW den Herausforderungen der Unternehmerinnen und Unternehmer. Wir wollen die Sichtbarkeit des Themas erhöhen und mittelständischen Unternehmen als Partner in dieser herausfordernden Situation zur Seite stehen. Nachfolgeexperten aus ganz Deutschland stehen unseren Mitgliedsunternehmen exklusiv zur Verfügung. Der neue Expertenkreis umfasst alle relevanten Nachfolgethemen: Von Steuerfragen über juristischen Rat, Coaching bis hin zur Finanzierung und Versicherung.

Die Devise lautet: Systematisch vorgehen und Enttäuschungen vorbeugen, dann gelingt auch die Weitergabe des Staffelstabs.

 

 

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