Corona-Schnelltests aus dem Thüringer Wald - Neumitglied Geratherm

Geratherm gilt als Weltmarktführer für analoge Thermometer. Nun erweitert das Unternehmen aus Geschwenda sein Angebot um einen Corona-Antigen-Schnelltest und zeigt damit einmal mehr, dass der Thüringer Mittelstand für innovative Triebkraft steht.

Mit Beginn der Corona-Krise ist das Thema Gesundheit in deutschen Haushalten wichtiger als je zuvor. Das spürt auch das Thüringer Unternehmen und BVMW-Neumitglied Geratherm: „Wir haben in diesem Jahr 70% mehr an Thermometern produziert als vergangenes Jahr“, erklärt Werkleiter Denny Holland-Moritz. Das Unternehmen aus Geschwenda ging 1990 nach der Wende aus dem VEB Thermometerwerk Geraberg (TWG) hervor und steht damit noch ganz im Zeichen Thüringer Handwerkstradition. Mittlerweile hat sich das Medizintechnikunternehmen als Weltmarktführer für analoge Thermometer etabliert und ist seit 2000 auch an der Börse gelistet.

Im Portfolio? „Ein breites Spektrum von Produkten an, die überwiegend Alleinstellungsmerkmale haben. Aber vor allem analoge Thermometer und außerdem – seit kurzer Zeit – auch Corona-Schnelltests, die in wenigen Minuten eine akute Erkrankung feststellen können“, erklärt Denny Holland-Moritz weiter. Mit dem Werkleiter haben wir über Thermometer und Corona-Tests gesprochen und dabei die Frage gestellt, was das Unternehmen eigentlich antreibt.

Denny Holland-Moritz, Sie sind Werkleiter der Geratherm Medical AG. Was macht das Unternehmen aus Ihrer Sicht einzigartig?

„Geratherm ist vor allem in der Symbiose von Tradition und Innovation einzigartig. Einerseits ist unser Thermometerwerk stark mit der Historie des Thüringer Waldes verwurzelt. Zudem haben wir viele Mitarbeiter, die bereits seit Jahrzehnten bei uns sind oder sogar in zweiter oder dritter Generation hier arbeiten. Andererseits ist Geratherm ein Aktienunternehmen mit AAA-Ranking und exportiert analoge Thermometer mittlerweile in die ganze Welt."

Worin liegt eigentlich der Vorteil von analogen Thermometern in Vergleich zu digitalen?

„Zum einen lassen sich die analogen Thermometer sehr einfach desinfizieren, da sie komplett aus Glas sind. Das macht sie darüber hinaus absolut nachhaltig: Die Materialien unserer Thermometer kommen aus der Natur und können auch wieder in diese zurückgeführt werden. Zudem sind analoge Thermometer deutlich langlebiger als digitale. Es müssen keine Batterien gewechselt werden und sie messen – anders als digitale Thermometer, die mit der Zeit ungenauer werden – auch nach Jahren noch präzise die Körpertemperatur.“

Mit dem Beginn der Corona-Krise vertreiben Sie seit Kurzem nun auch Antigen-Corona-Tests. Wie genau funktionieren diese?

„Unser Antigen-Test funktioniert von der Auswertung her ähnlich wie ein Chlamydien- oder Schwangerschaftstest. Zunächst wird eine Speichelprobe genommen. Diese kommt in eine Reagenzflüssigkeit, damit der Virenbestandteil herausgelöst wird. Anschließend werden einige Tropfen auf einen Teststreifen gegeben, auf dem sich nach kurzer Zeit das Ergebnis herausbildet. Zwei blaue Streifen bedeuten, dass man sich mit großer Wahrscheinlichkeit infiziert hat. Insgesamt dauert der Test damit maximal 17 bis 18 Minuten und kann prinzipiell von jedem fachlich unterwiesenen Menschen eingesetzt werden.“

Welche Vorteile ergeben sich für die Nutzer im Unterschied zu den Tests beim Arzt?

„Unser Corona-Test hat gleich mehrere Vorteile. Zunächst ist das Ergebnis binnen weniger Minuten erkennbar und muss nicht durch einen Arzt durchgeführt werden. Es reicht hingegen aus, dass das durchführende Personal über die Funktionsweise des Tests geschult wurde. Außerdem sind die Corona-Schnelltests wesentlich günstiger: Wir verkaufen die Tests zu 25 Stück für 290 Euro. Mit größer werdender Menge können wir einen günstigeren Preis anbieten.“

 

Unsere Vision? Deutschland mit Thermometern wappnen!"

 

 

Gerade aufgrund der aktuellen Lage bieten sich im Gesundheitsbereich deutliche Chancen für das Unternehmen. Verfolgt Ihr Unternehmen dabei konkrete Visionen für die Zukunft?

„Unsere Vision? Deutschland mit Thermometern wappnen! (lacht). Wir möchten mit unserer Arbeit vor allem in der jetzigen Zeit einen Beitrag für die Gesundheit der Menschen leisten – mit korrekten und präzisen Diagnosemöglichkeiten, die messen, ob die Vitaldaten des Menschen auch dem Standard entsprechen.“

Und auf die aktuelle Corona-Lage bezogen?

„Mit unseren Corona-Schnelltests leisten wir – ergänzend zu unseren Thermometern und Puls-Oxymetern – einen Beitrag zur Stabilisierung und Entlastung des Gesundheitssystems. Vor allem Krankenhäuser, Pflegeheime und Gesundheitsämter greifen auf unsere Tests zurück, womit wir die Testlabore entlasten können. Außerdem möchten wir auch Unternehmen in dieser Zeit unterstützen, damit diese ihre Arbeit ohne Unterbrechungen durch Corona-Verdachtsfälle fortsetzen können und auch ein positiver Fall so früh wie möglich erkannt werden kann: Unsere Tests brauchen maximal 18 Minuten. Damit lassen sich die Ausfälle durch falsche Verdachtsfälle schnell minimieren und zugleich ein wichtiger Teil zum Arbeitsschutz leisten.“

 

Der BVMW ist zudem ein Kommunikationskanal, in dem Anliegen geteilt werden und untereinander geholfen wird – vor allem in Krisenzeiten wie diesen. Das ist ein langfristiges und nachhaltiges Geben und Nehmen, für das wir uns in Zukunft im BVMW einsetzen wollen!"

 

 

Wir freuen uns sehr, Geratherm als Mitgliedsunternehmen gewonnen zu haben. Was hat Sie denn dazu bewogen, Mitglied beim BVMW zu werden?

„Hauptgrund für den Beitritt zum BVMW war vor allem die Möglichkeit, mit neuen Firmen ins Gespräch zu kommen. Thüringen ist sehr stark durch eine mittelständische Struktur geprägt, daher glaube ich fest daran, dass eine Vernetzung untereinander vielerlei Vorteile hat.“

Welche Wünsche und Erwartungen haben Sie an das Netzwerk?

„Wir erhoffen uns vor allem, neue Synergien durch das Netzwerken zu schaffen. Außerdem bietet sich der BVMW zudem als Kommunikationskanal an, in dem Anliegen geteilt werden und untereinander geholfen wird – vor allem in Krisenzeiten wie diesen. Das ist ein langfristiges und nachhaltiges Geben und Nehmen, für das wir uns in Zukunft im BVMW einsetzen wollen.“

Vielen Dank für das spannende Gespräch! Wir freuen uns auf eine ebenso spannende Zusammenarbeit und begrüßen Sie noch einmal ganz herzlich in unserem Netzwerk!

Alle Infos zum Unternehmen gibt’s auf der Webseite von Geratherm: https://geratherm.com/